Aufräumen nach Eberhard
Auch im Tierpark Gera gab es Sturmschäden. Bildrechte: dpa

Unwetter Umgestürzte Bäume und Stromausfall durch Sturmtief "Eberhard"

Sturm- und Orkanböen haben am Sonntag in Mitteldeutschland Schäden verursacht, es gab auch Verletzte. In einigen Orten fiel der Strom aus, zahlreiche Dächer wurden abgedeckt. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen und Schienen. Noch stärker wütete "Eberhard" im Westen Deutschlands, ein Mann kam ums Leben.

Aufräumen nach Eberhard
Auch im Tierpark Gera gab es Sturmschäden. Bildrechte: dpa

Das Sturmtief "Eberhard" hat am Sonntag in Mitteldeutschland Sachschäden verursacht und für Probleme im Zugverkehr gesorgt. Die Feuerwehren waren in weiten Teilen Thüringens, in Sachsen und im südlichen Sachsen-Anhalt im Dauereinsatz. Am Abend zog das Unwetter Richtung Ostsachsen ab, dort wurde um Mitternacht die Unwetterwarnung aufgehoben.

Stromausfall und Verletzte in Sachsen

Im Westen Sachsens gab es mehrere Stromausfälle. Betroffen war vor allem der Bereich südöstlich von Leipzig. Die Chemnitzer Polizei rückte zu rund 500 Noteinsätzen aus. Das Dach eines Pflegeheims in der Innenstadt wurde massiv beschädigt, auch mehrere weitere Häuser verloren ihre Dächer. Ähnlich sah es in Leipzig aus. Dort zählte die Polizei etwa 100 Einsätze.

Auf der A72 bei Chemnitz wurde ein 47-Jähriger schwer verletzt, als der Wind seinen auf dem Seitenstreifen angehaltenen Kleintransporter umwehte. Zwei weitere Autofahrer wurden verletzt, als Bäume auf ihre Wagen kippten.

Sturm Sachsen - Baum in Haltestelle Mordgrundbrücke Dresden
In Dresden krachte ein Baum in eine Haltestelle. Bildrechte: Tino Plunert

Auf der A38 Richtung Leipzig sowie auf der A72 Richtung Chemnitz behinderten umgestürzte Fahrzeuge den Verkehr. Auch umgestürzte Bäume blockierten mehrere Straßen. Betroffen waren etwa die A13 zwischen Thiendorf und Radeburg sowie die A14 bei Grimma.

In Dresden blockierte ein Baum die B6. Betroffen war auch die B97 zwischen Meißen und Wurzen. Auf der B169 zwischen Lößnitz und Aue stürzten mehrere Bäume um. Die Bundesstraße wurde komplett gesperrt.

Dächer in Thüringen abgedeckt - Dorf von Außenwelt abgeschnitten

In Thüringen meldete die Landeseinsatzzentrale der Polizei bis zum Sonntagabend 200 Einsätze von Feuerwehr und Polizei. Einsatzkräfte mussten abgebrochene Äste, umgestürzte Bäume und Gegenstände beseitigen. In Erfurt wurden die Dächer von mindestens zwei Häusern abgedeckt. Auch auf den Autobahnen gab es sturmbedingt Unfälle. Auf der A71 bei Sömmerda stürzte wegen des Sturms ein Wohnanhänger-Gespann um. Verletzte wurden bis zum Abend nicht gemeldet.

Das Dorf Föritztal-Mönchsberg im Landkreis Sonneberg war zwischenzeitlich von der Außenwelt abgeschnitten. Die einzige Zufahrtsstraße wurde am Sonntag von umgestürzten Bäumen blockiert. Bei einem Feuerwehreinsatz kippten weitere Bäume, sodass die Arbeit aus Sicherheitsgründen vertagt wurde. Mehrere Einwohner, die nicht mehr nach Hause konnten, wurden von Feuerwehr oder Hilfsorganisationen untergebracht. Im ganzen Dorf fiel am Sonntag der Strom aus. Er ist inzwischen aber wieder da. Am Montagmorgen konnte die Feuerwehr auch die umgestürzten Bäume beseitigen.

Umgestürzte Bäume im Harz und Süd-Sachsen-Anhalt

Aus Sachsen-Anhalt wurden bis zum Abend nur wenige Schäden gemeldet. Die Feuerwehr-Leitstelle im Harz teilte dem MDR mit, die Kameraden seien zu 35 Einsätzen wegen entwurzelter Bäume ausgerückt. Auch die Leitstelle im Burgenlandkreis erklärte, es sei bei Baumschäden geblieben. Personenschäden gab es nicht. Die Brockenbahn hatte bereits am Nachmittag ihren Betrieb eingestellt.

Behinderungen im Bahnverkehr auch am Montag

Bei der Bahn sorgt Sturmtief "Eberhard" ebenfalls für Behinderungen. In Sachsen stellten die Vogtlandbahn und der Trilex am Sonntag den Verkehr ein. Als Grund nannten sie umgestürzte Bäume auf den Strecken.

Auf der Bahnstrecke Leipzig-Geithain kam es ebenfalls zu Behinderungen. In der Nähe von Bad Lausick soll eine Bahn mit einem Baum kollidiert sein. Nach ersten Informationen gibt es keine Verletzten.

Reisende warten im Bahnhof vor der Anzeigentafel, auf der ein Laufband zu sehen ist, dass die Einstellung des Zugverkehrs in NRW ankündigt.
Die Bahn stellte teilweise den Betrieb ein. Bildrechte: dpa

Die Deutsche Bahn riet Reisenden, sich vor Reiseantritt zu informieren, ob ihr Zug fährt. Die Zugbindung wurde aufgehoben. Alle Tickets sollen eine Woche lang gültig bleiben oder können kostenfrei storniert werden. In Nordrhein-Westfalen stellte die Bahn am Sonntag den Bahnverkehr komplett ein. Auch in Rheinland-Pfalz und Hessen wurden Züge an Bahnhöfen angehalten.

DWD warnte vor schweren Sturmböen

Der Deutsche Wetterdienst hatte für Sachsen, Thüringen und das südliche Sachsen-Anhalt für Sonntag eine Unwetterwarnung herausgegeben. Bis in die Nacht hinein wurden schwere Sturmböen und orkanartige Böen erwartet, in Höhenlagen mit Windspitzen von bis zu 130 Kilometer pro Stunde. Meteorologen verglichen "Eberhard" mit dem Sturmtief "Friederike", das im Januar vor einem Jahr schwere Schäden angerichtet hatte.

Toter in Nordrhein-Westfalen

Aus Nordrhein-Westfalen wurde am Abend ein Todesopfer durch "Eberhard" gemeldet. Im Hochsauerlandkreis wurde ein Autofahrer getötet, als ein Baum während der Fahrt auf sein Auto stürzte. Mindestens zwei Menschen wurden durch umstürzende Bäume verletzt.

Versicherungsunternehmen beziffern die Schäden durch "Eberhard" insgesamt auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Der weltgrößte Rückversicherungsmakler Aon schätzt die versicherten Schäden auf 700 bis 800 Millionen Euro, wie er am Montag in Hamburg mitteilte.

Nächstes Sturmtief

Ab Dienstag soll bereits das nächste Tief über Deutschland ziehen. Dann greifen laut dem Deutschen Wetterdienst die Ausläufer von Sturmtief "Franz" auf Deutschland über. Bis zum Wochenende werde es windig bis stürmisch bleiben, teils mit Regen.

 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. März 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. März 2019, 19:09 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

1 Kommentar

11.03.2019 18:47 Gerd Müller 1

Der Wind und Schneegestöber im Norden (Hannover) war für Fußballer tragischer als die braunen vom CFC die sich vorsätzlich wahlwerbend strategisch sehr gut überlegt und vollzogen in Medien brachten.
Mein Dank gilt nicht den Rechtsextremen sondern den vielen oft freiwilligen Helfern - die Sturmschäden zu beseitigen.