Ein Plastikfigur in Gestalt eines Polizisten und ein rotes Modellauto stehen auf einem Bußgesldbescheid
In Deutschland ist Rasen deutlich billiger als in anderen Ländern. Bildrechte: IMAGO

Verkehrsunfälle Braucht Deutschland höhere Bußgelder für Raser?

Beim Verkehrsgerichtstag in Goslar geht es unter anderem um Sanktionen, wenn man Regeln im Straßenverkehr bricht. Sind die Bußgelder in Deutschland zu hoch oder zu niedrig und wie handhaben das unsere europäischen Nachbarn?

von Theresa Liebig, MDR AKTUELL

Ein Plastikfigur in Gestalt eines Polizisten und ein rotes Modellauto stehen auf einem Bußgesldbescheid
In Deutschland ist Rasen deutlich billiger als in anderen Ländern. Bildrechte: IMAGO

Die gute Nachricht zuerst: 2017 gab es die wenigsten Todesopfer durch Verkehrsunfälle seit Bestehen der Bundesrepublik. Dennoch ist eine überhöhte Geschwindigkeit immer noch eine der häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle.

Rasen in anderen Ländern deutlich teurer

Wer in Deutschland zu schnell fährt und dabei erwischt wird, zahlt im europäischen Vergleich wenig. Zu wenig, meint Ralf Geisert, Leiter der saarländischen Verkehrspolizei und Mitglied in einem Arbeitskreis, der beim Verkehrsgerichtstag in Goslar tagt.

Er merkt an: Wer in Frankreich einen Kilometer pro Stunde zu schnell fahre, müsse 45 Euro zahlen. Sei man in Deutschland 20 Kilometer pro Stunde zu schnell, koste es 35 Euro.

Im baden-württembergisch-schweizer Grenzgebiet kommen Schweizer nach Baden-Württemberg, um sich auf den Autobahnen mal so richtig auszutoben.

Ralf Geisert Leiter der saarländischen Verkehrspolizei

Die Sanktionen seien deutlich geringer als in der Schweiz.

Sind Deutschlands Bußgelder zu niedrig?

Um das zu ändern, müssten die Bußgelder erhöht werden, so der Polizeidirektor. Eine konkrete Summe, welche Strafe angemessen hoch ist, nennt er zwar nicht – sie sollten aber europaweit auf einem ähnlichen Niveau liegen.

Das soll nicht so eine Strafe sein, die derjenige aus der Portokasse zahlt. Es sollte ein entsprechender Lerneffekt eintreten.

Ralf Geisert Leiter der saarländischen Verkehrspolizei

Um das zu erreichen, spricht sich der Experte dafür aus, die bestehenden Regeln in Deutschland zu überarbeiten. Zwar sei das System aus Bußgeldern, Nachschulungen und Punkten in Flensburg effektiv, aber es könnte an einigen Stellen nachjustiert werden.

Vor allem gefährliche Stellen sollten kontrolliert werden

Sollten Bußgelder tatsächlich erhöht werden, sei die gesellschaftliche Akzeptanz der Sanktionen umso wichtiger, sagt Geisert. Kontrolliert werden müsse dort, wo es der Verkehrssicherheit diene: an gefährlichen Stellen.

Nicht, um ein vermeintliches Haushaltsloch in der Kommune oder im Land zu füllen – sondern an gefährlichen Stellen.

Ralf Geisert Leiter der saarländischen Verkehrspolizei

Das könne schnelles Fahren verhindern, um Unfälle zu vermeiden.

Bei dem Verkehrsgerichtstag in Goslar werden etwa 200 Experten aus den Bereichen Verkehrssicherheit, Justiz, Politik und Wissenschaft über Sanktionen bei Verkehrsverstößen beraten und ihre Vorschläge der Politik unterbreiten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Januar 2018 | 06:17 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2019, 16:55 Uhr

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34 Kommentare

24.01.2018 20:27 Mustermann 34

Eine Möglichkeit ist die Begrenzung der max. Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen. 130 km/h reichen völlig aus um ans Ziel zu kommen.

Denn wenn ich von der Autobahn komme - auf welcher keine Geschwindigkeitsbegrenzung gilt - dauert das etwas, ehe man sich an die 50/80 km/h gewöhnt hat (rein menschlich betrachtet).

Nur das setzt voraus, dass sich die Politik auch einmal mal der Autofahrerlobby gegenüber durchsetzt.

Aber es ist doch einfacher, den Autofahrer mit höheren Strafen zu belasten, als eine Geschwindigkeitsbegrenzung durch zusetzen. Was soll MB, BMW, Audi etc. dann nur sagen?

24.01.2018 19:49 heribert54 33

Hallo,Herr Kohfeld, was ist "Bot Binnen" und "Bot See"?

24.01.2018 11:35 Ekkehard Kohfeld 32

@ Realistin 30 sind Sie in den letzten Jahren überhaupt schon mal Auto gefahren, so oft wie Sie hier scheiben?##Nachtrag sollte die Ausführen in dem letzten Kommentar nicht reichen für sie ich habe folgende Fahrerlaubnisse.1,2,3,4,5 Buss,Autokran,Panzer alle Klassen,Stapler,Bot Binnen,Bot See,Bot Ausbilder genügt das um hier schreiben zu dürfen ich habe noch einige.Ich kann ihnen auch noch die gefahren Km und Seemeilen dazu schreiben.

24.01.2018 09:10 Ekkehard Kohfeld 31

Frederic 24 In anderen Länder ist das BUSSGELD für RASER höher. Ja - richtig ! Nur in anderen Länder steht vor jedem Blitzer ein Warnschild, Vorsicht Radar, = Attention controll Radar - wer dann noch reinfährt darf dann auch bezahlen.##Den müßen sie uns mal erklären weil Warnschilder vor den Blitzern warnen darf man wo keine stehen rasen??Das heißt wo kein Schild steht du darfst deinen Nachbarn nicht umbringen darf man den Nachbarn umbringen was für eine merkwürdige Rechtsauffassung?Also vermute ich sie gehören auch zu den Rasern bei uns gilt auf Landstraßen generell 100 Km/h da braucht man keine extra Schilder für aufstellen oder haben wir so viele die Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis haben und das ständig vergessen?

23.01.2018 23:49 Realistin 30

AN ALLE DIE, DIE GELTENDE GESETZE WIDERSTANDSLOS HINNEHMEN, führt doch einfach 10 km/h Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn ein. Alle die schneller fahren sind Raser! Natürlich muß jeder eine Arbeitsstelle annehmen, die bis 100km entfernt liegt. Ist doch kein Problem, man muß nur die bestehenden Gesetze einhalten!
Die Eltern eines Klassenkameraden haben übrigens auch ihren einzigen Sohn verloren, nicht durch "Rasen", sondern beim Wandern. Der Rettungsdienst war leider nicht schnell genug da...
@ Ekkehard Kofeld: sind Sie in den letzten Jahren überhaupt schon mal Auto gefahren, so oft wie Sie hier scheiben? In der Stadt gilt fast überall 30, erst vor Kindergärten und Schulen(berechtigt), inzwischen in fast jeder Straße. Auf den "Autobahnen" sehe ich fast überall nur 60/80/100, max. 120. PS: in anderen Ländern gilt die Todesstrafe. Könnten wir doch dann auch einführen? Der Staat hat das Geld der Steuerzahler veruntreut, halte sich alle an Gesetze, wird eben die Grundsteuer erhöht.

23.01.2018 19:47 heribert54 29

AN ALLE DIE, DIE SICH ÜBER GELTENDE GESETZE AUFREGEN, mein Arbeitskollege hat durch einen RASER seinen einzigen Sohn verloren. Noch Fragen??

23.01.2018 17:51 Ekkehard Kohfeld 28

@ Harzer 26 Die Autofahrer schrüpfen, damit das Geld in den Steuersäckel fällt!
Last Euch immer noch mehr Strafen für Autofahrer einfallen, baut lieber von den Einahmen die Strassen aus ! Lachhaft, was sich die Nichtfahrer alles so einfallen lassen. In der Stadt 50 Km ,auf Autobahnen 150 Km h.##Einfach an die geltenden Regeln halten dann kann doch nichts passieren geht doch in andern Ländern auch,brecht ihr euch da einen Zacken aus der Krone oder was.Wie wahr das noch mit der Pe..Verlängerung.

23.01.2018 17:25 Frauke Garstig 27

Italien ist auch ein gutes Vorbild! Bei Alkoholsündern ab 1,5 Promille darf die Polizei das Auto beschlagnahmen und versteigern. Das ist konsequentes Verhalten gegenüber Junkies und Spritis! Deutschland ist viel zu sozial mit seinen Straftätern und Wiederholungstätern!

23.01.2018 16:26 Harzer 26

Die Autofahrer schrüpfen, damit das Geld in den Steuersäckel fällt!
Last Euch immer noch mehr Strafen für Autofahrer einfallen, baut lieber von den Einahmen die Strassen aus ! Lachhaft, was sich die Nichtfahrer alles so einfallen lassen. In der Stadt 50 Km ,auf Autobahnen 150 Km h.

23.01.2018 15:49 Fragender Rentner 25

Denkt dran nur fliegen ist schöner als schnell zu fahren. :-)