Das Bauhaus in Dessau in einer Archivaufnahme von 1935
2019 ist das Jahr des Bauhauses (hier ein Archivbild aus dem Jahr 1935). In Dessau laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Bildrechte: imago/Arkivi

Bauhausjubiläum Dessau und Land wollen Lehren aus dem Lutherjahr ziehen

Nach dem Lutherjahr steht 2019 das nächste Riesenjubiläum für Sachsen-Anhalt an: das Bauhausjahr. Jetzt stellt sich die Frage, ob man aus den vergangenen Fehlern gelernt hat, denn nach Abschluss des Lutherjahres klagen der Landkreis und die Stadt Wittenberg über ein Millionenloch im Haushalt. Das soll in Dessau nicht noch einmal passieren.

von Anne-Marie Kriegel, MDR AKTUELL Landeskorrespondentin Sachsen-Anhalt

Das Bauhaus in Dessau in einer Archivaufnahme von 1935
2019 ist das Jahr des Bauhauses (hier ein Archivbild aus dem Jahr 1935). In Dessau laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Bildrechte: imago/Arkivi

Nachdem mit dem Lutherjahr Wittenberg im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand, ist es nun Dessau mit dem Bauhausjubiläum, auf das sich alle Blicke richten. Kulturminister Rainer Robra erklärt, dass die Vorbereitungen für das Bauhausjubiläum schon seit vier bis fünf Jahren laufen. Ein Großteil sei bereits organisiert, denn man habe aus beiden Prozessen gelernt, dass man sehr weit vorausschauen und sich eine nachhaltige Umsetzung überlegen müsse. Robra ergänzt, "dass tatsächlich am Ende die Orte und das Land vorangekommen sind und anders aussehen, als das vorher der Fall gewesen ist." Für Dessau bedeute das unter anderem die Eröffnung des neuen Bauhausmuseums im September, erklärt Robra.

Zuständigkeiten in Dessau überschaubarer

Die Glasfassade des Neubaus des Bauhaus-Museums Dessau
Das neue Bauhausmuseum wird zum Jubiläum im September eröffnet. Bildrechte: BUND

Die Meldung aus dem Landkreis und der Lutherstadt Wittenberg, dass nach dem Lutherjahr nun ein Millionenloch in der Kasse klafft, führt Robra auf die komplizierte Zuordnung von Nutzung und Eigentümer zurück. Beim Bauhaus sei das übersichtlicher, da sei die Bauhausstiftung Dessau Ansprechpartner, ergänzt der Kulturminister. "Das ist überschaubar und zugeordnet. In Wittenberg war es so, dass die baulichen Vorhaben in einem relativen Beziehungsdurcheinander stattfanden."

Trotz Millionenloch erfolgreiches Lutherjahr

Daher kämen nun auch die fehlenden Millionen. Kulturminister Robra ergänzt, der Finanzminister habe erklärt, "dass wir da jetzt auch zu einem Schlussstrich kommen wollen, um auch das sehr erfolgreiche Reformationsjubiläum nicht mit kleinen Krämereien am Ende zu belasten."

Ein Zeichen, das sicher auch in Dessau aufmerksam verfolgt wird. Oberbürgermeister Peter Kuras sieht auch die positiven Entwicklungen, die durch das Lutherjahr gekommen sind. "Wittenberg hat sicherlich stark profitieren und den eigenen Bekanntheitsgrad stark vergrößern können. Es erfolgten viele Investitionen in Denkmäler und in die Infrastruktur."

Zusammen macht dies einen großen Erfolg aus.

Peter Kuras | Oberbürgermeister Dessau

Klare und strukturierte Organisation nötig

Das Land und die Stadt Wittenberg müssten sich nun einigen, erklärt Kuras. Mit Blick auf das Bauhausjahr sei das in einer Vielzahl von Fällen schon passiert. Zum Beispiel bei der Umgestaltung der Kavalierstraße oder der Sanierung der Elballee. Außerdem unterstreicht Oberbürgermeister Kuras - ebenso wie der Minister - die Unterschiede zum Lutherjahr: "Die Beträge sind in diesem Zusammenhang deutlich kleiner. Notwendig ist eine präzise Planung, zum Beispiel der Baumaßnahmen und eine rechtzeitige Einigung über die Kostenbeteiligung."

Aus der Bauhausstiftung in Dessau war zum Thema nichts zu hören. Da es um Gelder aus der Stadt und dem Land gehe, seien das auch die Ansprechpartner.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Januar 2019 | 06:17 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2019, 06:17 Uhr

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3 Kommentare

25.01.2019 13:44 Rudimeter 3

3 Städte bauen ein neues Bauhausmuseum : Berlin, Dessau und Weimar. Was soll der Millionenschwere Kampf um Gäste? Das kann an allen drei Orten nur nach hinten gehen. Eine Einigung auf einen Ort war nicht möglich, da dieser Kampf schon seit langer 'Zeit ausgetragen und für alle verloren scheint . Da will sich kein Landesvater und kein Stadtoberhaupt als Verlierer hinstellen. Diese eigensinnige Politik macht ganz Schland kaputt

24.01.2019 08:42 H.E. 2

Es wären mehr Leute nach Sachsen-Anhalt zum Lutherjahr in die verschiedenen Ausstellungen z.B. nach Wittenberg gekommen, wenn es bessere Bahnverbindungen dorthin gegeben hätte, so daß man z.B. auch früh hätte fahren können und abends wieder zurück. Ich wollte dies von Göttingen aus mehrfach machen, aber es war ja so was von erbärmlich und wenn man in der Frühe nicht rechtzeitig wegkommt und abends wieder zurück sein muß, läßt man es lieber bleiben.

24.01.2019 07:25 Stena 1

Lehren?

Die Choose ist vorbei. ann werden auch keine Lehren mehr daraus gezogen. Der Drops ist gelutscht.