Immer mehr Kleinwaffen angemeldet Deutschland bewaffnet sich

Immer mehr Deutsche melden den Besitz von Kleinwaffen an. Seit 2014 hat sich die Zahl der Kleinen Waffenscheine in Deutschland verdoppelt. Mit einer solchen Zulassung darf man etwa Schreckschusspistolen bei sich führen.

Schreckschusspistole mit Platzpatronen.
Eine Schreckschusspistole mit Platzpatronen. Bildrechte: imago/Ralph Lueger

Immer mehr Deutsche legen sich Kleinwaffen zu: Wie eine Umfrage des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" bei den Innenministerien aller 16 Bundesländer zeigt, hat sich die Zahl der sogenannten Kleinen Waffenscheine innerhalb von vier Jahren fast verdoppelt.

Gab es 2014 noch 261.332 Kleine Waffenscheine, so waren es Ende Oktober 2018 bereits 599.940. Bundesweit entspricht dies einem Zuwachs von rund 130 Prozent. Der Anstieg betrifft alle Länder.

Angst vor Terrorgefahr

Der Trend zeigt auch in diesem Jahr bislang nach oben: Ende 2017 lag die Zahl der gespeicherten Kleinen Waffenscheine im Nationalen Waffenregister noch bei 557.560, wie Anfang des Jahres aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervorging.

Als möglicher Grund für das gestiegene Interesse an den Berechtigungen war in den vergangenen Jahren immer wieder Verunsicherung etwa durch Terroranschläge genannt worden.

Wer einen Kleinen Waffenschein besitzt, darf Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen mit sich führen, aber nur im Notfall damit schießen. Voraussetzung für die Erteilung ist, dass der Bewerber oder die Bewerberin volljährig ist sowie persönlich geeignet und zuverlässig erscheint.

Polizei zeigt sich alarmiert

Der Vizevorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, zeigte sich angesichts der neuen Zahlen alarmiert. "Wir müssen aufpassen, dass wir in Deutschland keine amerikanischen Verhältnisse bekommen", sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, warnte vor einem Sicherheitsrisiko. "Mehr private Waffen schaffen nicht mehr Sicherheit - im Gegenteil", sagte die Politikerin. Das Gewaltmonopol liege beim Staat. Daran dürfe es keine Zweifel geben.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 07. Dezember 2018 | 19:30 Uhr

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46 Kommentare

09.12.2018 19:17 Mediator an NRW-18(45) 46

Im Gegensatz zu ihrem dicken Bauchgefühl, mit dem sie anscheinend die Welt analysieren sind an der Erstellung der PKS Spezialisten für die Innere Sicherheit beteiligt. Letztendlich spiegelt die PKS wieder, womit die Polizei täglich konfrontiert wird.

Einfach mal zu 'blöcken', dass dies Mainstrem sei und man es nicht glaubt, ersetzt noch lange keine Argumente und vor allem belastbare BELEGE.

Wenn sie zu geizig sind mit Bekannten die Weihnachtsstimmung auf festlich beleuchteten Weihnachtsmärken zu geniesen, dann ist dies ihre persönliche Entscheidung. Dazu sollten sie dann aber auch stehen statt uns hier einreden zu wollen, dass man wegen der schrecklichen Terrorgefahr nicht mehr auf Weihnachtsmärkte gehen kann. Millionen Menschen strafen sie Lügen!

09.12.2018 16:43 NRW-18 45

@ 44 Mediator
Dass Sie den Mainstream nachplappern und jeder noch so fragwürdigen Statistik glauben, ist ja nicht neu.
Wie viele Opfer von Raubüberfällen befinden sich in Ihrem Umfeld?
Mir sind aus dem Bekannten- und Kollegenkreis leider mehrere Fälle bekannt, die innerhalb der letzten 3 Jahre überfallen wurden. Ein Opfer beherrscht allerdings eine Selbstverteidigungsart, womit der Messer-Angreifer nicht rechnete und sich selber Schaden zufügte.
Seltsam, dass auch Polizeibeamte von einer gestiegenen Kriminalität und Brutalität berichten, nur passt das nicht in Ihr Weltbild.
Wenn Sie Vorsicht und den daraus resultierenden Verzicht auf ohnehin leerstehende Ladenlokale , sowie den Nepp auf Weihnachtsmärkten als Angststörung ansehen, dann ist das eben so.
Weshalb soll ich mich dafür einer existierenden Gefahr aussetzen?
Noch einmal:
Ich finde Bewaffnung nicht gut, aber die steigende Kriminalität auch nicht!

09.12.2018 14:43 MEdiator an NRW-18(40) 44

Entschuldigung, aber sie plappern rechtspopulistischen Unsinn! Wer keine Lust hat sich mit Politik und komplexen Wechselwirkungen in der Gesellschaft zu beschäftigen, der lenkt einfach wie sie ab und bietet für jede Fragestellung ein und die selbe simple und leider nicht funktionierende Lösung an.

In ihren Kreisen mag man ja nichts falsch machen, wenn man für jedes Problem die Kanzlerin und die Flüchtlinge verantwortlich macht, aber im großen Teilen der Gesellschaft macht man sich damit einfach lächerlich!

Konkret: Sie konstruieren eine Bedrohungslage, die sich so in keiner der amtlichen Statistiken abbildet. Im Gegenteil, die Sicherheitslage ist so gut wie lange nicht mehr, wenn man einmal von einer latenten Terrorbedrohung durch den Zerfall des IS als staatsähnliche Organisation absieht.

Sie gehen also ungern zu Fuß und meiden Innenstädte und genießen nicht das Lichtermeer der Weihnachtsmärkte? Haben sie sich schon mal auf eine Angststörung diagnostizieren lassen?

09.12.2018 13:54 böse-zunge 43

Ob nun Scheine für Schreckschuß-, Einzel- oder Mehrladewaffen ... alles soll registriert/ erfasst werden. Gleiches gilt für Schwarz- und NC-Pulver.
Und? Hilft es?
Wir erfahren das gar nicht alle Datenbanken miteinander vernetzt sind bzw. dafür erst einmal "aufbereitet" werden müssten.
Ist es das Vergehen derer die sich registrieren lassen wenn damit nicht effektiv gearbeitet wird?
Und selbst wenn, schützt das vor Mißbrauch?
Erfurt wurde möglich weil eine Behörde die Fristverstreichung einer Erwerbsanzeige nicht ernst nahm.
Mit zusätzlichen und verschärften Regeln trifft man doch nur diejenigen die sich dem Gesetz unterwerfen aber doch nicht die welche ihren Weg abseits davon nehmen.
Und mit jeder Regel mehr und jedem Recht weniger - was zeigt man da "dem Bürger"?
Stärke? Qualität? Die Fähigkeit die Lage oder den Willen Menschen zu beherrschen?

08.12.2018 23:34 Bilgecrab 42

Der "Schein" trügt: durch die Einführung des "Kleinen Waffenscheins" sollte Kriminellen die Möglichkeit genommen werden, legal eine Schreckschusswaffe führen zu können. Der "Kleine Waffenschein" ist in Wahrheit also eher ein Regulations- und Kontrollmechanismus, als ein Freibrief, wie man beim Studium der aktuellen Presse annehmen könnte.
Vor seiner Einführung waren echte, statistische Erhebungen, zur Anzahl geführter Waffen dieser Kategorie, nahezu unmöglich.

08.12.2018 18:55 Norbert NRW 41

@39 grundsätzlich richtig; aber es gibt genügend Menschen die aufgrund körperlicher Mankos oder sichtlicher Behinderungen Opfer von Gewissenlosen Übeltätern werden. Die Opfer können schlecht eine körperliche Selbstverteidigung anwenden. Ich wurde an beiden ausgebildet, an der Waffe wie in Selbstverteidigung kann diese aber aus einer körperlichen Behinderung heraus schlecht anwenden. Wobei ich keine Skrupel hätte eine Waffe ein zu setzen nur wer meint das dies so einfach ist täuscht sich gewaltig. Jeder Konflikt der nicht stattfindet ist der beste, aber wenn es nicht zu vermeiden ist dann muss man auch leider mal durchgreifen um sich oder Unschuldige zu schützen..

08.12.2018 18:26 NRW-18 40

@ 39 Eulenspiegel
Wie jeder normal denkende Mensch bin ich auch nicht für eine Bewaffnung, kann aber die Gründe dafür nachvollziehen. Diese Bewaffnung ist leider eine Nebenwirkung von Merkels Politik.
Besser als jede Waffe, jedes Spray oder jeden Selbstverteidigungskurs wäre es, das Übel an der Wurzel zu packen.
Für mich bedeutet das, die Einwanderung genauestens zu kontrollieren und Kriminelle und in der Vergangenheit eingwanderte Kriminelle ohne jegliches wenn und aber abzuschieben.
Da das Kind nun erstmal in den Brunnen gefallen ist, schütze ich mich, in dem ich Wege außerhalb des von innen verriegelten Autos möglichst kurz halte, Innenstädte meide und bei Dunkelheit daheim bleibe.
Das hat Merkel geschafft - in einem Land, in dem man angeblich gut und gerne leben kann.

08.12.2018 16:34 Eulenspiegel 39

„Deutschland bewaffnet sich“
Also was ich hier an Kommentaren dazu lese da kann ich nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen.
Also ich habe gelernt das grundsätzlich zu einer Waffe auch eine qualifizierte Ausbildung gehört. Und ohne diese Ausbildung wird der Träger dieser Waffe zu einem Sicherheitsrisiko. Somit bringt das für niemanden mehr Sicherheit. Was an der Stelle was bringt sind Selbstverteidigungskurse. Die erste Grundregel die man dort lernt ist Der beste Kampf ist grundsätzlich immer der Kampf der gar nicht stattfindet. Man lernt Gefahrensituationen erkennen und einschätzen zu können. Wie man sie umgehen kann. Und wenn das nicht möglich ist wie man sich zur Wehr setzen kann. Und was an der Stelle gerade für Frauen besonders wichtig ist: Dieses systematische Tränig gibt ihnen ein ganz anderes Auftreten was die Wahrscheinlichkeit eines Angriffes erheblich reduziert.

08.12.2018 16:23 @Mediator 38

Mediator

. Wie schieben sie einen Menschen gegen den Willen von AT dorthin ab? Ich warte!

>>Ich mache einen DNA Test und weiß, wo er hingehört. Wird Zeit, sowas einfaches einzuführen. Und es interessiert mich einen Dreck, ob derjenige will oder nicht.

08.12.2018 15:36 NRW-18 37

Das Tragen von Waffen normaler Bürger finde ich nicht schön, aber nachvollziehbar. Selber habe ich immer eine Dose Tierabwehrspray mit ballistischem Strahl dabei, jedoch keine Waffe.
Dass immer mehr Menschen Waffen mitführen, ist kein Wunder und aus meiner Sicht nur der desaströsen Einwanderungspolitik Merkels zu verdanken.
Nicht jeder Bürger hat das Format einer Schrankwand oder beherrscht Selbstverteidigungsarten, aber jeder möchte sich im Notfall verteidigen können und bei einem Raubüberfall o.ä. nicht hilflos sein.

Erschwerend kommt hinzu, dass man in diesem Land lieber gewählte Politiker und deren Wähler kriminalisiert und bekämpft, die der Kriminalität ein Ende bereiten wollen, anstatt wirksam für die Sicherheit der Bürger zu sorgen. Merkel-Steine auf Weihnachtsmärkten demonstrieren nur die Hilflosigkeit unseres Staates.