Anzeigetafel mit Zugverspätung
"Zugverspätung" werden am Montagmorgen viele Bahnreisende auf den Anzeigetafeln der Deutschen Bahn lesen. Grund ist ein Warnstreik der EVG. Bildrechte: imago/Ralph Peters

Tarifkonflikt bei der Bahn Bundesweiter Streik am Montagmorgen

Bahnreisende müssen am Montagmorgen mit Behinderungen rechnen. Die Bahngewerkschaft EVG hat ihre Mitglieder zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen. Die Auswirkungen werden den ganzen Tag zu spüren sein.

Anzeigetafel mit Zugverspätung
"Zugverspätung" werden am Montagmorgen viele Bahnreisende auf den Anzeigetafeln der Deutschen Bahn lesen. Grund ist ein Warnstreik der EVG. Bildrechte: imago/Ralph Peters

Millionen Bahnreisende und Pendler müssen am Montagmorgen Verspätungen und Zugausfälle einplanen. Die Bahngewerkschaft EVG hat ihre Mitglieder zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen.

Streik im Berufsverkehr

Der Ausstand soll um 5 Uhr beginnen und bis 9 Uhr andauern. Ein EVG-Sprecher sagte, betroffen sein würden sowohl der S-Bahn- und der Regionalverkehr als auch der Fernverkehr. Die Auswirkungen würden sich weit in den Tag hineinziehen. Regionale Schwerpunkte könne er nicht nennen.

Der Leipziger EVG-Geschäftsstellenleiter, Gunter Ebertz, sagte MDR AKTUELL, alle Gewerkschaftsmitglieder seien aufgerufen, sich an dem Warnstreik zu beteiligen. Er rechne deshalb mit flächendeckenden Beeinträchtigungen. Das Hauptaugenmerk liege auf dem Fernverkehr.

Bahn verstärkt Personal und bietet Treffen an

Auch die Bahn rechnet bundesweit mit Streikfolgen. Sie kündigte an, am Montag das Personal an den Bahnhöfen zu verstärken, um Reisende zu informieren. Sie hob am Montag für Reisende mit Flexpreis- und Sparpreistickets die Tages- und Zugbindung auf.

Die Bahn forderte zudem die EVG auf, rasch wieder zu verhandeln. Man wolle alles daran setzen, kurzfristig zu einem Tarifabschluss zu kommen. Die Bahn lud die EVG für Montagnachmittag zu neuen Gesprächen ein.

Die EVG will erst wieder verhandeln, wenn die Bahn ein neues Angebot vorlegt. Ein Sprecher sagte am Sonntagabend, man hoffe dass der Bahnvorstand die Signale verstanden habe, sonst seien weitere Warnstreiks nicht ausgeschlossen

EVG erklärt Tarifverhandlungen für gescheitert

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hatte am Sonnabend die Tarifverhandlungen mit der Bahn für gescheitert erklärt. Sie nannte ein aus ihrer Sicht zu geringes Lohnangebot der Bahn als Grund. Die EVG fordert unter anderem ein Gehaltsplus von 7,5 Prozent.

Die Bahn dagegen sprach von einer völlig überflüssigen Eskalation. Sie hatte nach eigenen Angaben eine Lohn-Erhöhung von insgesamt 5,1 Prozent in zwei Stufen und eine Einmalzahlung von 500 Euro geboten. Anstelle der zweiten Stufe der Lohnerhöhung sollte den Mitarbeitern erneut die Möglichkeit eröffnet werden, mehr Freizeit zu wählen. Dies sollte nach Darstellung der EVG aber erst ab Anfang 2021 möglich sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Dezember 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2018, 05:25 Uhr