Weihrauch ist das getrocknete Harz des Weihrauchbaumes. Es wurde als Räucherwerk schon im alten Ägypten verwendet. Den ätherischen Ölen wird eine heilende und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben.
Weihrauch wurde als Räucherwerk schon im alten Ägypten verwendet. Den ätherischen Ölen wird eine heilende und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Bildrechte: IMAGO

Studie Weihrauch hilft gegen Multiple Sklerose

Weihrauch kann offenbar Patienten mit der Nervenkrankheit Multiple Sklerose Linderung verschaffen. Das haben Mediziner in Norddeutschland in einer mehrjährigen Studie nachgewiesen.

Weihrauch ist das getrocknete Harz des Weihrauchbaumes. Es wurde als Räucherwerk schon im alten Ägypten verwendet. Den ätherischen Ölen wird eine heilende und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben.
Weihrauch wurde als Räucherwerk schon im alten Ägypten verwendet. Den ätherischen Ölen wird eine heilende und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Bildrechte: IMAGO

Weihrauch kann offenbar Menschen mit Multipler Sklerose helfen. Das hat die Kieler Oberärztin Klarissa Stürner gemeinsam mit dem Hamburger Oberarzt Christoph Heesen in einer mehrjährigen Untersuchung nachgewiesen. Dabei wurde Weihrauch als Therapie bei schubförmiger Multipler Sklerose (MS) eingesetzt.

Wie die Uni-Klinik in Kiel mitteilte, hat sich bei der Studie mit 28 Teilnehmern gezeigt, dass Weihrauch die entzündliche Krankheitsaktivität merklich senkt. Bereits seit längerer Zeit wird vermutet, dass die im Weihrauch enthaltenen Boswelliasäuren diesen Effekt haben.

Verwendet wurden Kapseln mit Weihrauch-Extrakt, die dreimal täglich acht Monate lang eingenommen wurden. Die Studienergebnisse hätten die eigenen Erwartungen übertroffen, sagten die beiden verantwortlichen Studienleiter.

Warnung vor Selbsttherapie!

Weihrauch könnte demnach aufgrund der geringen Nebenwirkungen insbesondere für geringbetroffene und erst kurz erkrankte MS-Patienten eine Behandlungsmöglichkeit darstellen. Dazu seien jedoch weitere Studien erforderlich, heißt es von den norddeutschen Medizinern.

Durchgeführt wurde die Studie am Uni-Klinikum Hamburg Eppendorf und der Charité Berlin. Gefördert wurde sie vom Bundesforschungsministerium. Von der eigenständigen Einnahme von frei verkäuflichen Weihrauch-Präparaten wird ausdrücklich abgeraten.

Weihrauch Weihrauch ist das getrocknete Gummiharz des Weihrauchbaumes. Er wird religiös als Räucherwerk verwendet sowie auch heilkundlich.

Weihrauchharz ist grobkörnig und von braun-gelber bis rötlich-brauner Farbe. Der beim Verbrennen entstehende Rauch heißt ebenfalls Weihrauch.

Weihrauchbäume wachsen vor allem in Ostafrika und auf der arabischen Halbinsel. Die Vorkommen sind rückläufig. Mehr als 80 Prozent der Weihrauchproduktion stammt aus Somalia.

Der Rauch und Duft beim Verbrennen von Weihrauch kommt seit Jahrtausenden bei religiösen Zeremonien zum Einsatz. Die Verwendung im Christentum wird auf Parallelen im Kult der Israeliten zurückgeführt. Symbolisch steht der Weihrauch für Reinigung, Verehrung und Gebet.

Im indischen Ayurveda wird Weihrauch seit 5.000 Jahren volksheilkundlich bei Arthritis, Rheuma oder Gelenk- und Muskelbeschwerden verwendet, in Europa seit dem 19. Jahrhundet bei Rheuma und Arthritis. Inzwischen gibt es auch Studien zur Wirksamkeit bei Morbus Crohn, Asthma und Krebs.

Zuletzt aktualisiert: 28. Dezember 2017, 06:55 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

28.12.2017 13:28 Renate Schwarz 2

Meine Enkeltochter ist an MS erkrankt. Jede Nachricht über Heilungs- oder auch nur Linderungsmöglichkeiten löst neue Hoffnungen aus. Wie kann es sein, dass eine solche Nachricht nur einen Tag im MDR-Text, und nur dort, zu lesen und sie heute schon wieder gelöscht ist. Andere, weit weniger wichtige, sind manchmal tagelang zu ertragen. Oder ist diese Nachricht gar keine solche Erfolgsmeldung? Eine verstörte Omi

28.12.2017 11:54 Klare Worte 1

Die Warnung vor Selbsttherapie ist doch chizopfren,denn eine Alternative gibt es nicht,was kommt, wissen alle.Wenn solche Erfolgsmeldungen auftauchen, sollten sofort Gelder für Forschung und Studien freigemacht werden,leider wird mehr in Aufrüstung undTötungswerkzeuge als in unser Gesundheitswesen investiert!