Roundup
Ist das Unkrautvernichtungsmittel "Roundup" verantwortlich für die Krebserkrankung des Klägers? Das ist nur eine Frage, die sich in dem aktuellen Prozess stellt. Bildrechte: imago/Reporters

Streitfall Glyphosat Prozessmarathon gegen Bayer-Tochter Monsanto beginnt

Wegen der umstrittenen Geschäfte der US-Tochter Monsanto ist der deutsche Pharmariese Bayer in Amerika mit Tausenden Klagen konfrontiert. Nun beginnt der zweite Prozess - und für Bayer steht viel auf dem Spiel.

Roundup
Ist das Unkrautvernichtungsmittel "Roundup" verantwortlich für die Krebserkrankung des Klägers? Das ist nur eine Frage, die sich in dem aktuellen Prozess stellt. Bildrechte: imago/Reporters

In den USA hat ein weiterer Prozess um mögliche Krebsgefahren glyphosathaltiger Produkte der Bayer-Tochter Monsanto begonnen. Die Anwältin des Klägers Edwin Hardeman erklärte in San Francisco, dass das glyphosathaltige Herbizid namens "Roundup" Grund für die Lymphdrüsen-Krebserkrankung ihres Mandanten sei. Bayer wies die Vorwürfe zurück.

Brisanter Rechtsstreit

Für die Leverkusener Bayer AG, die Monsanto vergangenes Jahr für rund 55 Milliarden Euro übernommen hatte, ist der Rechtsstreit hochbrisant. Denn es handelt sich um einen Musterfall in einem Massenverfahren, der richtungweisend für viele weitere Klagen ist. Insgesamt ist Bayer mit rund 9.300 US-Klägern konfrontiert. Die Aktie des Unternehmens hat bereits massiv an Wert verloren.

Vertuschung von Gefahren?

Kläger Hardeman beschuldigt Monsanto nicht nur, mit dessen Verkaufsschlager "Roundup" seine Krebserkrankung verursacht zu haben. Er wirft dem Saatgutriesen auch vor, die Gefahren des Produkts vertuscht zu haben. Der Konzern hatte bereits im vergangenen September eine Niederlage in einem anderen Fall vor US-Gericht erlitten, legte dagegen aber Berufung ein und weist die Anschuldigungen zurück.

Widersprüchliche Studien

"Während wir großes Mitgefühl mit Herrn Hardeman haben, unterstützt die umfangreiche wissenschaftliche Forschung zu glyphosat-basierten Herbiziden über vier Jahrzehnte hinweg die Schlussfolgerung, dass "Roundup" nicht für seine Krankheit verantwortlich ist", teilte Bayer in einer Stellungnahme zum Prozessauftakt mit. Der Konzern beruft sich auf über 800 Studien, die belegen sollen, dass der Unkrautvernichter sicher ist - bei vorschriftsgemäßer Anwendung.

Die US-Kläger stützen sich ebenfalls auf diverse Studien, zuvorderst auf die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation, die Monsantos Unkrautvernichter 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" für Menschen einstufte. Jetzt sollen etliche Experten zum Thema gehört werden. Es steht ein regelrechter Anhörungsmarathon an - in den nächsten Wochen soll an je vier Tagen pro Woche rund sechs Stunden lang verhandelt werden. Insgesamt geht das Gericht davon aus, dass der Prozess vier bis fünf Wochen dauern wird.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Februar 2019 | 01:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2019, 06:55 Uhr

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1 Kommentar

26.02.2019 12:25 Rumsdibums 1

Da hat sich Bayer ein Riesen Kuckucksei ins Nest gelegt. Ohne Not meiner Meinung nach, und schon für Laien absehbar das die Glyphosat-Klagen kommen werden.
Macht Gier dumm oder was ist der eigentliche Plan?