Fahrzeuge stehen auf der verschneiten Autobahn A72 im Stau
Bildrechte: dpa

Schneechaos Unfälle, Ausfälle und ein Lawinenabgang in Österreich

Vor allem in Erzgebirge und Thüringer Wald kommt es zu Behinderungen. Viele Autobahnen sind dicht. Züge, Flüge und Unterricht fallen aus. In Österreich kamen Schüler aus Halle bei einer Lawine mit dem Schrecken davon.

Fahrzeuge stehen auf der verschneiten Autobahn A72 im Stau
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Lastwagen kommen nicht weiter

Der Schnee hat große Teile Mitteldeutschland fest im Griff. Besonders betroffen ist das Bergland in Sachsen und Thüringen. Auf den Autobahnen sorgten Schneeglätte, Unfälle und liegen gebliebene Lkw vielerorts für lange Staus. Mehrere Autobahnen und Auffahrten auf Autobahnen mussten für einige Stunden gesperrt werden. Südlich des Hermsdorfer Kreuzes auf der Autobahn 9 standen am Mittwochabend nach Polizeiangaben mehrere Lastwagen quer. Dahinter habe sich der Verkehr auf zeitweise bis zu 50 Kilometern angestaut.

Auf der Bundesstraße 174 zwischen Chemnitz und Marienberg stünden mehr als 166 Lastwagen auf der Fahrbahn, weil sie nicht mehr weiterkämen, sagte ein Sprecher der Polizei Chemnitz. Ähnliche Fälle mit Dutzenden liegen gebliebenen Lkw gab es demnach in Chemnitz und auf der Bundesstraße 95. Die aktuellsten Verkehrsinformationen erhalten Sie hier.

Deutsche Bahn stellt Zugbetrieb teilweise ein

Ein Linienbus fährt durch eine verschneite Landschaft
In Carlsfeld kämpft sich ein Linienbus durch den Schnee. Bildrechte: MDR/Markus Reher

Im Erzgebirge war nach MDR-Informationen die Gemeinde Carlsfeld zeitweise vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Auch die Innenstadt von Oberwiesenthal war nicht mehr erreichbar. Laut Polizei wurde dort der Grenzübergang nach Tschechien gesperrt. Auch in den tieferen Lagen kam es zu Behinderungen. Die Autobahn 14 musste zwischen Grimma und Mutzschen wegen Bergungsarbeiten nach einem Unfall für drei Stunden gesperrt werden.

Die Deutsche Bahn stellte in weiten Teilen des Erzgebirges und des Vogtlands den Zugbetrieb ein. Nur von und nach Johanngeorgenstadt fahren noch Züge. Weil kein sicherer Schülerverkehr mehr gewährleistet werden kann, bleiben morgen einige Schulen geschlossen. Betroffen sind nach MDR-Informationen unter anderem Sebnitz, Annaberg-Buchholz, Brand-Erbisdorf und Markersbach. Auf den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden strich die Lufthansa einige Verbindungen, vor allem von und nach München.

Jugendliche aus Halle überleben Lawinenunglück in Österreich

Der heftige Schneefall hat für ein Lawinenunglück im Salzburger Land in Österreich gesorgt, an dem Schülerinnen und Schüler aus Halle beteiligt waren. Die Jugendlichen im Alter von 16 und 17 Jahren waren am Mittwochvormittag im Skigebiet Wildkogel auf einer Abfahrtspiste unterwegs, als sie vom Ausläufer der Lawine erfasst und bis zu den Hüften vergraben wurden, sagte ein Polizeisprecher MDR AKTUELL. Es sei niemand verletzt worden. Da ein Mädchen über Schmerzen in der Brust klagte, kam es zur Kontrolle für kurze Zeit in ein Krankenhaus.

Oberhofer Weltcup-Organisatoren suchen Freiwilllige

Der Schneefall macht auch den Organisatoren des Biathlon-Weltcups in Oberhof zu schaffen. Die drei Kilometer lange Laufstrecke, die zuvor nur mit Kunstschnee bedeckt gewesen war, muss neu präpariert werden. Außerdem müssen die Zuschauertribünen vom Schnee befreit werden. Die Organisatoren suchen hierfür freiwillige Helfer.

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor weiteren schweren unwetterartigen Schneefällen. Die meisten Unwetterwarnungen gelten bis zum Donnerstag.

Lok steckt weiter in Schneewehe

Eine Lok der Harzer Schmalspurbahn steckt auf der Strecke zum Brocken weiterhin in einer Schneewehe fest. Ein Sprecher erklärte, es werde versucht, die Lok und drei Waggons freizubekommen. Dafür würden mehrere Stunden eingeplant. Ein regulärer Bahnbetrieb zum Brocken sei daher am Mittwoch nicht möglich. Auf der Strecke Wernigerode - Schierke gilt zudem ein eingeschränkter Fahrplan. Wegen Schneeverwehungen fährt auch die Selketalbahn zwischen der Eisfelder Talmühle, Stiege und Hasselfelde nicht.

Bayern kämpft mit Schneemassen

Angespannt bleibt die Lage in Bayern. Dort geht auf vielen Straßen und Schienen nichts mehr, an vielen Schulen fällt der Unterricht aus. Meteorologen haben wieder teils ergiebige Schneefälle vorhergesagt, vor allem in den Alpen. Weil die Räumdienste schon Anfang der Woche nicht hinterherkamen, fällt in mehreren Regionen der Unterricht an den Schulen aus. Der Zugverkehr zum Münchner Flughafen war am Mittwochmorgen unterbrochen.

In vielen Regionen Bayerns gilt die zweithöchste Lawinenwarnstufe. In mehrere Skigebieten wurde der Liftbetrieb eingestellt. Das Forstministerium warnte vor Bäumen, die unter der Last des oftmals nassen Schnees jederzeit umkippen oder abbrechen könnten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Januar 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2019, 08:27 Uhr

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13 Kommentare

09.01.2019 22:53 Markus 13

Endlich Winter. Skier ran und los geht´s. Einfach genießen. Hoffentlich bleibt der Schnee bis Ende Februar liegen.

09.01.2019 20:56 Jan 12

@2 Ekkehard Kohfeld.
Sie kennen aber schon den Unterschied zwischen Klima und Wetter?

09.01.2019 20:38 Spottdrossel 11

Die Eiszeit ist zurück! Zivilisation von vorrückenden Gletscher zermalmt ...

09.01.2019 18:39 Leonardo di Caprio 10

Vor 20 Jahren hätte der Wetterbericht gelautet: "Ganz normaler Wintertage mit stärkerem Schneefall im Bergland und leichtem Schneefall bis ins Flachland." Nix Sondermeldung oder Wetterwarnung... Da wird zum ersten mal in diesem Winter richtig Schnee geschoben und schon drehen alle durch. Klimawandel ja aber ich denke, dass sich auch die Wahrnehmung solcher Witterungsereignisse durch das Internet verändert hat. Wo man hinklickt muss jeder über jede Schneeflocke berichten. Bei der feststeckenden Brockenbahn hört es sich schon fast so an, als wäre sie mit einem Eisberg kollidiert.

09.01.2019 16:50 Fragender Rentner 9

Der schöne nasse Schnee schiebt sich sooooooo prima. :-))))

09.01.2019 16:18 Ekkehard Kohfeld 8

@ AufmerksamerBeobachter 5
Vereinfacht gesagt, das Klima geht vom Trab in den Galopp über.##
Komisch bei einer Klimaerwärmung würde ich eher von Regen statt von Schnee ausgehen,oder ist der Schnee heute wärmer also bei mehr Schnee würde ich eher von einer Abkühlung ausgehen?Aber träumt ihr ruhig weiter.

09.01.2019 15:19 Schneemann 7

Und was machen nun die GRÜNEN „Klimaretter“? Stecken sie etwa mit ihren Elektro-Karossen im Schnee fest, hoffen, dass die E-Heizung nicht versagt, weil die nächste E-Zapfsäule noch 300 Km weit weg ist ? Oder sitzen sie daheim an Voltaik-Bullerjan und Windmühlen-Kamin? Wie kann Frau Holle den Grünen nur in den Rücken fallen?
Fragen über Fragen...

09.01.2019 13:44 Spottdrossel 6

Der Winter ist da- rauf auf die Skier, den ewigen Nörglern empfehle ich einen Winterschlaf.

09.01.2019 13:25 AufmerksamerBeobachter 5

@2 Sie werden staunen, aber auch intensive Schneemassen, die in kurzer Zeit herunterkommen, sind Auswirkungen des KW. Gerade hörte ich aus Österreich, das die Schneehöhen seit den Daten von 1970 seit den 90er Jahren steigen und heuer Rekordwerte erreichen, die so noch nicht beobachtet wurden.

Vereinfacht gesagt, das Klima geht vom Trab in den Galopp über.

09.01.2019 12:53 Ekkehard Kohfeld 4

@ Thomas 3 Ich verstehe zwar was Sie meinen, aber Ihr Satzaufbau und Kommasetzung sind sehr kritisch zu betrachten.##Ach ja sonst haben sie zu dem Thema nichts zu sagen ich weiß ich bin kein Experte in Deutsch,nicht jeder kann alles beherrschen wir sind nur Menschen ich brauchte in meinem Beruf kein fehlerfreies Deutsch oder Schreibmaschinenkenntnisse dafür gibt es eine Sekretärin aber wir haben millionen Umsätze gemacht,aber können sie eine Elektronische Schaltung fehlerfrei berechnen oder in Matte eine 1,0 vorweisen?

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