Eine Schülerin mit Kopftuch meldet sich in einer Unterrichtsstunde zum Thema Islam.
55.000 Schüler besuchen an öffentlichen Schulen islamischen Religionsunterricht. Bildrechte: dpa

Bedarf wohl noch nicht gedeckt 55.000 Schüler besuchen islamischen Religionsunterricht

Katholischer oder evangelischer Religionsunterricht ist in Deutschland weitgehend Standard. Immer mehr Schüler besuchen aber auch islamische Angebote. Der Bedarf ist aber dennoch nicht gedeckt.

Eine Schülerin mit Kopftuch meldet sich in einer Unterrichtsstunde zum Thema Islam.
55.000 Schüler besuchen an öffentlichen Schulen islamischen Religionsunterricht. Bildrechte: dpa

Knapp 55.000 Schüler besuchen an mehr als 800 Schulen in Deutschland islamischen Religionsunterricht. Das ergab eine Umfrage des Mediendienstes Integration bei den Kultusministerien der 16 Bundesländer. Vor zwei Jahren besuchten nach einer Auswertung der Kultusministerkonferenz noch rund 42.000 Kinder und Jugendliche solchen Unterricht.

Eine frühere Untersuchung im Auftrag der Deutschen Islam-Konferenz legt aber nahe, dass die Nachfrage auch mit dem Anstieg noch nicht gedeckt sein dürfte. 2008 wünschten sich demnach 76 Prozent der Muslime ab 16 Jahren islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen. Etwa 650.000 Schüler zwischen 6 und 18 Jahren hätten damals einen solchen Unterricht besucht, wenn es entsprechende Angebote gegeben hätte.

Diskussion um Einfluss der Verbände

Der Einfluss der mehrheitlich sunnitischen Islam-Verbände auf die Lehrinhalte ist in den verschiedenen Bundesländern mehr oder weniger stark ausgeprägt. Gegen mehr Einfluss für die mehrheitlich konservativen Verbände wenden sich sowohl liberale Muslime als auch Politiker aus dem rechtskonservativen Spektrum, die Vorbehalte gegen den Islam haben.

Muslimische Eltern, die ihren Kindern eine streng-religiöse Erziehung angedeihen lassen wollen, schicken sie aber ohnehin nicht unbedingt in den Islam-Unterricht der Schule, sondern eher in den Koranunterricht der örtlichen Moschee.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. April 2018 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. April 2018, 10:37 Uhr

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14 Kommentare

29.04.2018 20:59 Diddy 14

@ Fragender Rentner 7:
Ihr Kommentar: "Der Islamunterricht ist bestimmt besser als ein Deutschunterricht.

Kann man sich mit deutsch Weltweit unterhalten, bestimmt eher nein."

Aber auf arabisch. Wenn das Ihr Ernst ist, würde ich sagen: Thema verfehlt, setzen 6.

29.04.2018 19:47 Sabine Sonntag 13

Würde man einem Verein, der Menschen die austreten wollen, mit dem Tode bedroht, Zugang zu den Schulen gewähren wollen?

29.04.2018 19:30 Atze 12

Wenn ihr mich fragt, warum hofieren wir die Araber in D.? Wir lesen Ihnen ja fast alles von den Augen ab....MfG

29.04.2018 18:53 gerd 11

Vielleicht kann den Kindern vermittelt werden das das Judentum zu Deutschland gehört und diese auch in Ruhe gelassen werden müssen ich bezweifele nämlich das diese Aufklärung im Elternhaus oder der Moschee stattfindet.

29.04.2018 18:47 Bernd L. 10

Ich finde, Schulen sind Orte der Wissensvermittlung und der weltanschaulichen Neutralität. Religionsunterricht hat mit diesem Ziel nichts gemein und gehört nicht in staatliche Schulen. Soll unser Land wirklich zurückgehen ins geistige Mittelalter?
Die Chinesen machen gewaltige Fortschritte in Wissenschaft und technik, erobern den Weltmarkt, und im Land der Dichter und Denker lehrt man Religionen in der Schule. Was für ein Unsinn!

29.04.2018 17:26 Fragesteller 9

Strikte Trennung von Staat, Schule, Bildung und Kirche! Dann braucht man darüber nicht zu jammern. Aber zur Zeit geht es rückwärts. Die Zahl der kirchlichen Kindereinrichtungen, Schulen, Krankenhäuser, Sozialdiensten, Pflegeheimen nimmt immer mehr zu. Bei gleichzeitigem Rückgang der bekennenden Gläubigen. Wie passt das zusammen? Jetzt in Bayern noch des Pflichtkreuz in allen öffentlichen Amtsgebäuden?

29.04.2018 17:14 Uwe 8

Wie wäre es wenn die Politiker endlich damit aufhören den Muslimen irgendwelche Extrawürste zu braten ? Islamunterricht hat es genau so wenig zu geben wie kotolischer evangelischer, budistischer Religionsunterricht. Kann den Muslimen mal weiter klar gemacht werden das deren Religion deren absolute Privatsache ist welche niemand etwas an geht und Muslime genau so wenig Forderungen zu stellen haben wie alle anderen Religionen auch ?

29.04.2018 16:18 Fragender Rentner 7

Der Islamunterricht ist bestimmt besser als ein Deutschunterricht.

Kann man sich mit deutsch Weltweit unterhalten, bestimmt eher nein.

29.04.2018 13:30 Diddy 6

Bei unserem Lehrermangel muss man die Zeit, die sowieso schon für den Unterricht fehlt nicht noch mit Islamunterricht verplempern. Eine Informationsstunde über den Islam würde vollkommen reichen (was ist der Islam und welche Ziele verfolgt der Islam). Es gibt in Deutschland genug Moscheen und Gebetshäuser, wo die in Deutschland lebenden Islamisten ihren Unterricht abhalten können. Wir sind in Deutschland nicht verpflichtet Islamunterricht zu erteilen. Ich möchte nicht wissen, wenn es umgekehrt währe. Versucht mal in einem arabischen Land, wo der Islam seine Wurzeln hat in den Schulen eine Christenlehre durchzuführen , da möchte ich kein Lehrer sein oder versucht dort mal eine Kirche zu bauen. Das ist dort bestimmt nicht so einfach, wie in Deutschland eine Moschee zu bauen. Langsam ist es zu viel des Guten und man sollte schon abstecken für was die Gelder ausgegeben werden.

29.04.2018 13:24 Gerd Schulz 5

Wir wollen keinen Islam in Deutschland !