Russland Mindestens neun Tote bei Schusswaffen-Angriff auf Schule in Kasan

Bei einem Schusswaffen-Angriff auf eine Schule in Kasan in Russland sind mindestens neun Menschen getötet und rund 20 verletzt worden. Die meisten Opfer waren Schüler. Der mutmaßliche Täter soll ein 19-jähriger Ex-Schüler sein. Einen terroristischen Hintergrund schlossen die Ermittlungsbehörden vorerst aus.

Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdiensten stehen vor einem dem Gymnasium in Kasan
Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdiensten stehen vor der betroffenen Schule in Kasan. Bildrechte: dpa

Bei einem Schusswaffen-Angriff auf eine Schule in der zentralrussischen Großstadt Kasan sind nach Angaben der Behörden der betroffenen Republik Tartastan mindestens neun Menschen getötet worden. Demnach habe es sich bei den meisten der Opfer um Schüler einer achten Klasse gehandelt. Mehrere russische Nachrichtenagenturen hatten zuvor von elf Toten gesprochen, was sich nicht bestätigte.

Rund 20 Menschen verletzt

Rund 20 Menschen wurden den Angaben zufolge außerdem teils schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht. Unter ihnen sind laut regionalem Bildungsministerium 18 Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren. Sechs Kinder befänden sich in einem lebensbedrohlichen Zustand und würden auf der Intensivstation behandelt, hieß es. Die Bürger in Tatarstan wurden zu zusätzlichen Blutspenden aufgerufen. Nach den Worten von Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa wurde medizinisches Fachpersonal in die muslimisch geprägte Republik geflogen.

Terroristischer Hintergrund ausgeschlossen

Bewaffnete Einsatzkräfte vor einem Gymnasium in Kasan
Bewaffnete Einsatzkräfte stürmen das Gymnasium, in dem ein Schütze mindestens neun Menschen getötet hat. Bildrechte: dpa

Die Ermittler schlossen einen terroristischen Hintergrund am Nachmittag aus, nachdem am Vormittag noch ein Anti-Terror-Einsatz ausgerufen worden war. Den Angaben zufolge wurde ein 19-Jähriger festgenommen. Bei ihm soll es sich um einen Einzeltäter handeln. Wie das Ermittlungskomitee mitteilte, wurde gegen den jungen Mann ein Strafverfahren wegen Mordes eingeleitet. Zwischenzeitliche Berichte über einen zweiten Angreifer wiesen die regionalen Behörden zurück.

Waffe war offiziell zugelassen

Die bei dem Angriff genutzte Waffe ist den Behörden zufolge auf den 19-Jährigen registriert. Den Waffenschein soll er erst im April bekommen haben. Das Motiv der Amoktat war zunächst unklar.

Medienberichten zufolge wurde er erst kürzlich wegen Schulden von einer Berufsschule verwiesen. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass schrieb unter Berufung auf Sicherheitskreise von "Hass" als möglichem Motiv. Medien berichteten, er habe seine Tat kurz zuvor auf Telegram angekündigt. Er sei der Polizei vorher nie aufgefallen.

Putin will Waffengesetze verschärfen

Russlands Präsident Wladimir Putin drückte den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. "Der Präsident spricht den Angehörigen der Kinder, die durch die Hand des Schützen gestorben sind, sein tiefes Beileid aus und wünscht den Schulkindern, die verletzt wurden, baldige Genesung", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Putin wies demnach außerdem an, eine verschärfte Regelung für zivilen Waffenbesitz auszuarbeiten. Es sollten schnell neue Vorgaben zu den Typen von Waffen geben, die die Bevölkerung besitzen dürfe, sagte Peskow. Die Waffengesetze in Russland gelten im Vergleich zu anderen Ländern als strikt. So dürfen etwa nur bestimmte Waffen erst nach vorheriger Prüfung in den Besitz von Bürgern.

Die Stadt Kasan hat 1,2 Millionen Einwohner und ist die Hauptstadt der russischen Republik Tatarstan. Die tatarischen Behörden kündigten an, die Sicherheitsvorkehrungen an den anderen Schulen in der Stadt zu verschärfen.

Quelle: dpa/AFP/Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Mai 2021 | 10:00 Uhr

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