Afghanistan Dutzende Tote bei Bombenanschlag in Kabul

Nahe einer Schule in Kabul sind mehrere Sprengsätze detoniert. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich inzwischen auf mehr als 50, unter den Opfern sind viele junge Mädchen. Die afghanische Regierung macht die Taliban verantwortlich. Beobachter hatten seit Langem gewarnt, der Abzug der internationalen Truppen werde die Sicherheitslage verschlechtern.

Ein verletzter Schüler wird nach der Bombenexplosion auf einer Trage in ein Krankenhaus transportiert.
Nahe einer Schule in Kabul hat es eine Explosion gegeben. Bildrechte: dpa

Bei drei Explosionen an einer Schule in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 50 Menschen getötet worden. Das Innenministerium korrigierte die Zahlen am Sonntag nach oben. Außerdem wurden Dutzende Zivilisten verletzt. Bei den Opfern handelt es sich demnach vor allem um Zivilisten, zum großen Teil junge Mädchen.

Es war ein Anschlag

Ein Ministeriumssprecher machte am Sonntag genauere Angaben zum Anschlag am Vortag. Demnach zündeten die Attentäter vor der Sajed-al-Schuhada-Schule für Mädchen zunächst eine Autobombe. Als die Schülerinnen in Panik aus dem Gebäude stürzten, seien zwei weitere Bomben hochgegangen.

Regierung beschuldigt Taliban

Ein Sprecher des Innenministeriums schrieb auf Twitter, es gebe keine Zweifel, dass das ein Anschlag der radikal-islamischen Taliban gewesen sei. Auch Präsident Aschraf Ghani beschuldigte die Taliban. Diese hätten erneut gezeigt, dass sie die Krise nicht friedlich lösen wollten, sondern vielmehr den Friedensprozess zu sabotieren versuchten. Die Taliban selbst bestritten, etwas mit der Explosion zu tun zu haben.

USA und EU verurteilen Anschlag

Der US-Botschafter in Kabul, Ross Wilson, sprach von einem abscheulichen und unverzeihlichen Angriff auf Kinder: Das sei ein Angriff auf die Zukunft Afghanistans.

Die EU verurteilte die Tat ebenfalls und sprach von einer Attacke auf alle Menschen weltweit, die für die Rechte von Frauen und Mädchen einstehen sowie für das Recht auf Bildung.

Beobachter sehen sich bestätigt

Beobachter warnten seit Langem, dass sich die Sicherheitslage im Land mit dem Abzug internationaler Truppen verschlechtere. Dieser hat rund um den 1. Mai begonnen und soll bis spätestens 11. September abgeschlossen sein. Unklar ist, ob die afghanischen Sicherheitskräfte, die jahrelang von den US- und Nato-Truppen ausgebildet und unterstützt wurden, die Regierung verteidigen und für Sicherheit im Land sorgen können.

Quelle: DPA, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Mai 2021 | 09:00 Uhr

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