Gipfeltreffen G7-Beratungen auf Schloss Elmau eröffnet

Bundeskanzler Olaf Scholz hat am Sonntagmittag die Staats- und Regierungschefs von sieben führenden demokratischen Industriestaaten und ihre Gäste zum Gipfeltreffen in den bayerischen Alpen begrüßt. Bis Dienstag beraten sie vor allem über die Weltlage vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs.

Joe Biden und Olaf Scholz
Bundeskanzler Scholz und US-Präsident Biden vor dem Alpen-Panorama auf Schloss Elmau in Bayern Bildrechte: dpa

Bundeskanzler Olaf Scholz hat am Sonntagmittag den G7-Gipfel eröffnet. Er und US-Präsident Joe Biden beschworen kurz vor der offiziellen Begrüßung auf Schloss Elmau in Bayern die Geschlossenheit des Westens gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Russlands Präsident Wladimir Putin habe diese Geschlossenheit nicht erwartet, sagte Scholz. Biden dankte für die Rolle, die Scholz dabei spiele und sagte: "Wir müssen zusammenbleiben."

Die Staats- und Regierungschefs aus sieben führenden westlichen Industriestaaten beraten bis Dienstag auch mit Gästen aus Indonesien und Südafrika auf dem Schloss in Bayern nahe Garmisch-Partenkirchen.

Scholz beschwört Geschlossenheit

Auf dem Gipfel unterstrich Scholz die Geschlossenheit von G7, Europäischer Union und Nato angesichts des fortdauernden russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. G7, EU und Nato hätten von Anfang an eng zusammen gestanden und geschlossen und entschlossen gehandelt. Man könne sicher sagen, dass Putin nicht damit gerechnet habe und ihm das unverändert Kopfschmerzen bereite.

Olaf Scholz spricht mit Boris Johnson.
Olaf Scholz spricht mit Boris Johnson Bildrechte: dpa

Im Zentrum des Gipfels unter deutscher Präsidentschaft stehen der Ukraine-Krieg und seine Folgen. EU-Ratspräsident Charles Michel mahnte etwa eine Lösung im Konflikt um Getreidelieferungen aus der Ukraine an. "Wir brauchen keine Reden, wir brauchen Taten", sagte er. Die Blockade ukrainischer Häfen, in denen 22 Millionen Tonnen Getreide lagerten, müsse schnell enden.

Ebenfalls bereits vor dem Auftakt wurde bekannt, dass die USA, Großbritannien, Kanada und Japan ein Importverbot für russisches Gold verhängen wollen. Weiter hieß es, dass auch über einen US-Vorschlag gesprochen werde, eine Preisobergrenze für den Einkauf russischen Öls festzulegen. Bundeskanzler Scholz will aber auch seinen "Klimaclub" voranbringen, um zu verhindern, dass Unternehmen aus Ländern mit ehrgeizigeren Klimaschutz-Zielen unfaire Konkurrenz bekommen.

Den Plänen für ein Gold-Importverbot wird sich die EU voraussichtlich anschließen. Das sagte EU-Ratspräsident Charles Michel am Sonntag beim G7-Gipfel. Bei der Preisobergrenze für russisches Öl seien aber noch Gespräche nötig. Frankreich unterstütze den US-Vorschlag, hieß es aus dem Präsidialamt. Es sei aber besser, die Erdöl produzierenden Länder einzubeziehen. Hier müsse es deshalb auch noch Gespräche mit der Opec geben.

Milliarden für Entwicklungsländer

Mit einem 600 Milliarden Dollar umfassenden Investitionsprogramm wollen die Staaten der G7 dem wachsenden Einfluss Chinas in Entwicklungsländern entgegentreten. Diese Summe solle in den kommenden fünf Jahren mobilisiert werden, um Infrastrukturprojekte in ärmeren Ländern zu finanzieren, teilte das Weiße Haus auf dem Gipfel mit. Die Initiative mit dem Namen "Partnerschaft für Globale Infrastruktur" solle hochwertige und nachhaltige Infrastruktur ermöglichen.

Proteste gegen den Gipfel

Wie schon am Vortag haben sich auch am Sonntag G7-Gegner zu Protesten zusammengefunden. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf rund 900. Die Kundgebung wurde von einem massiven Aufgebot an Sicherheitskräften begleitet.

Touristen und Einheimische verfolgen die Demonstration des Bündnisses «Stop G7 Elmau» im Ortskern. Deutschland ist Gastgeber des G7-Gipfels (26. bis 28. Juni) wirtschaftsstarker Demokratien.
Proteste am Rande des Gipfels Bildrechte: dpa

Zu den zentralen Themen der Proteste gehören die Klimakrise und die Angst vor einer Eskalation des Ukraine-Krieges. Die Aktionen der G7-Gegner sollen fortgesetzt werden.

mit dpa, Reuters, AFP (ksc)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Juni 2022 | 12:00 Uhr

Mehr aus der Welt

Bei einem Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Charkiw sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. 1 min
Bildrechte: Reuters