Weltklimakonferenz Studie: Weltweiter CO2-Ausstoß so hoch wie vor Corona

Beim weltweiten CO2-Ausstoß ist kein Abwärtstrend erkennbar. Einer Studie zufolge erreichen die für den Klimawandel hauptverantwortlichen Emissionen in diesem Jahr wieder das Niveau von vor der Corona-Pandemie. Hauptverantwortlich sei China, das sich schneller von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie erholte. 2020 war der Ausstoß wegen der Pandemie leicht zurückgegangen.

Eine Windenergieanlage steht neben einem Steinkohle-Kraftwerk und Hochspannungsleitungen.
Beim CO2-Ausstoß ist der gewollte Abwärtstrend nicht sichtbar. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Der weltweite CO2-Ausstoß ist fast so hoch wie vor der Coronavirus-Pandemie. Das geht aus einer Studie des Global Carbon Projects von Wissenschaftlern der USA und Großbritanniens hervor, die auf der Weltklimakonferenz in Glasgow vorgestellt wurde. Die Forscher erwarten demnach in diesem Jahr Emissionen von mehr als 36,4 Milliarden Tonnen Kohlendioxid. Das seien 4,9 Prozent mehr als 2020 und fast so viel wie im Vor-Pandemie-Jahr 2019.

CO2-Hauptverursacher ist China

China war demnach 2020 für 31 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Das Land habe sich schneller von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie erholt als der Rest der Welt. Hauptverursacher für den starken Anstieg in China seien die Energiebranche und die Industrie.

Anstieg der Emissionen 2022 befürchtet

Weiter erklärten die Forscher, wenn sich die diesjährigen Trends fortsetzten, sei ein weiterer Anstieg der weltweiten Emissionen im Jahr 2022 nicht auszuschließen. Dies gelte vor allem, wenn der Straßenverkehr und der Luftverkehr auf ihr früheres Niveau zurückkehrten und der Kohleverbrauch stabil bleibe. Die weltweiten CO2-Emissionen gelten als hauptverantwortlich für den Klimawandel.

Für die EU prognostiziert das Global Carbon Projekt im Jahr 2021 einen Anstieg der Treibhausgasemissionen um 7,6 Prozent im Vergleich zu 2020.

"Der schnelle Anstieg der Emissionen durch die Erholung der Wirtschaft von der Pandemie erhöht die Notwendigkeit sofortigen Handelns gegen den Klimawandel", sagte Pierre Friedlingstein vom Global Systems Institute in Exeter, der die aktuelle Studie des Global Carbon Projects leitete. 

AFP/kkö

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. November 2021 | 06:30 Uhr

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