Tschetschenien Grosny - Bilder aus einer verwundeten Stadt

Eine Frau mit einem Kind auf dem Arm
Das Leben von Männern und Frauen spielt sich in Grosny größtenteils getrennt voneinander ab - eine Folge der strengen Auslegung des Islam durch Machthaber Kadyrow. Das mag nicht allen gefallen, ist im Buch beschrieben, doch die vorherrschende Meinung der Menschen hier sei: "Lasst sie all die Macht nehmen, all das Öl, lasst uns einfach in Frieden leben."
(Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell auch im TV: 13.05.2018 | 21:45 Uhr.)
Bildrechte: Oksana Yushko/Dewi Lewis Publishing
Grosny, Menschen laufen auf einer Straße.
Die autonome russische Kaukasus-Republik Tschetschenien hat eine lange Geschichte von Kriegen hinter sich. Im Dezember 1994 erteilte der damalige russische Präsident Boris Jelzin den Befehl, Grosny anzugreifen. Grund waren die Unabhängigkeitsbestrebungen des tschetschenischen Präsidenten Dschochar Dudajew. Der erste Tschetschenien-Krieg dauerte zwei Jahre. Bildrechte: imago/ITAR-TASS
Mutter mit Kind in einer Ruine.
1999 griff der Kreml erneut militärisch in Tschetschenien ein, um die Separatisten in den Griff zu kriegen, die immer wieder Anschläge in Russland verübten. 2002 bezeichneten die UN Grosny als die am meisten zerstörte Stadt der Welt. 2009 erklärte Russland den Krieg offiziell für beendet. Bildrechte: imago/ITAR-TASS
Ein Junge neben Sicherheitskräften in Grosny
Die Fotografinnen unterteilen Grosny darin in neun Kapitel, zum Beispiel Stadt der Religion, Stadt des Krieges, der Frauen und der Männer. Im Kapitel "Stadt der normalen Menschen" zeigen sie Szenen wie diese: ein kleiner Junge, umgeben von Sicherheitskräften. Alltag in Grosny. Bildrechte: Oksana Yushko/Dewi Lewis Publishing
Eine Frau putz ein Bild von Ahmad Kadyrow
Allgegenwärtig in Grosny: der ehemalige tschetschenische Präsident Ahmad Kadyrow. Er galt als Zögling Putins, war aber nur sieben Monate im Amt. 2004 wurde er bei einem Bombenanschlag getötet. Bildrechte: Oksana Yushko/Dewi Lewis Publishing
Eine Frau mit einem Kind auf dem Arm
Das Leben von Männern und Frauen spielt sich in Grosny größtenteils getrennt voneinander ab - eine Folge der strengen Auslegung des Islam durch Machthaber Kadyrow. Das mag nicht allen gefallen, ist im Buch beschrieben, doch die vorherrschende Meinung der Menschen hier sei: "Lasst sie all die Macht nehmen, all das Öl, lasst uns einfach in Frieden leben."
(Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell auch im TV: 13.05.2018 | 21:45 Uhr.)
Bildrechte: Oksana Yushko/Dewi Lewis Publishing
Straßenszene aus Grosny
Kurz danach beschlossen die drei russsichen Fotografinnen Oksana Yushko, Maria Morina und Olga Kravets, nach Grosny zu fahren und sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Sie machten daraus das Multimedia-Projekt "Grosny – 9 Städte" und besuchten die tschetschenische Hauptstadt bis 2017 dutzende Male. Ihre Fotos, Interviews und Erzählungen haben sie in einem Buch veröffentlicht. Bildrechte: Oksana Yushko/Dewi Lewis Publishing
Ramsan Kadyrow
Seit 2007 ist sein Sohn Ramsan an der Macht und betreibt einen Personenkult um sich und seinen verstorbenen Vater. Er regiert Tschetschenien mit harter Hand. Bildrechte: Oksana Yushko/Dewi Lewis Publishing
Spuren eines Attentats werden beseitigt
"Als wir 2009 nach Grosny kamen, war die Region immer noch sehr instabil. Es gab sehr viele Probleme mit Untergrund-Rebellen und dafür wurde Kadyrow ja auch eingesetzt, um das in den Griff zu bekommen. Objektiv gesehen ist ihm das natürlich gelungen, es gibt weniger Anschläge. Als wir 2009 in der Stadt waren, sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft", erzählt Yushko. Ihre Aufnahme zeigt, wie Frauen das Blut des Attentäters beseitigen. Bildrechte: Oksana Yushko/Dewi Lewis Publishing
Soldaten vor einer Moschee
Ramsan Kadyrow hat versprochen, Tschetschenien islamischer zu machen, als die Islamisten es wollen. Für ihn heißt das, die größte Moschee Europas zu bauen, Frauen zu verbieten, sich unverschleiert in der Öffentlichkeit zu zeigen, und den Verkauf von Alkohol einzuschränken. Bildrechte: Oksana Yushko/Dewi Lewis Publishing
Männer stehen zusammen
Offiziell liegt die Arbeitslosenquote in Tschetschenien bei 20 Prozent – die höchste in Russland. Nicht-staatliche-Stellen sprechen sogar von 60 Prozent. "Vor allem für viele Männer ist die Arbeitslosigkeit ein sozialer Makel, denn was heute in Grosny zählt ist, welches Auto du fährst, welchem Clan du angehörst und ob du es dir leisten kannst, eine Waffe an deinem Gürtel zu tragen", heißt es in dem Buch. Bildrechte: Oksana Yushko/Dewi Lewis Publishing
Betende Menschen
Der Islam ist in Tschetschenien eine Art Staatsreligion. Kadyrow vertritt den Sufismus, an sich eine sehr spirituelle und friedliche Ausrichtung des Islam. Das Foto zeigt ein gemeinsames Gebet. Kadyrow spaltet die Gesellschaft in Sufis und Salafisten - ebenfalls Muslime, die nach Ansicht Kadyrows jedoch Dschihadisten und damit auf Krieg aus sind. Bildrechte: Oksana Yushko/Dewi Lewis Publishing
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Eine Frau putz ein Bild von Ahmad Kadyrow
Allgegenwärtig in Grosny: der ehemalige tschetschenische Präsident Ahmad Kadyrow. Er galt als Zögling Putins, war aber nur sieben Monate im Amt. 2004 wurde er bei einem Bombenanschlag getötet. Bildrechte: Oksana Yushko/Dewi Lewis Publishing

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