Slowakei Nach Journalistenmord: Tatverdächtige angeklagt

In der Slowakei sind sieben Monate nach dem Mord an einem Journalisten mehrere Tatverdächtige gefasst und wegen Mordes angeklagt worden.

Trauer um ermordeten Journalist Jan Kuciak
Bildrechte: dpa

Im Zusammenhang mit dem Mord an dem Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten vor sieben Monaten, wurden drei Personen angeklagt. Ihnen wird Mord vorgeworfen, das gab die Sprecherin der slowakischen Generalstaatsanwaltschaft bekannt. Die Staatsanwaltschaft will für sie beim Haftrichter Untersuchungshaft beantragen.

Bei einer Razzia am Donnerstag sind ursprünglich acht Tatverdächtige festgenommen worden. Fünf befinden sich mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Reaktionen der Regierung

Innenministerin Denisa Sakova nannte die Festnahmen einen "bedeutenden Fortschritt" in den Ermittlungen, in deren Rahmen bisher rund 200 Personen vernommen worden seien. Der slowakische Ministerpräsident Peter Pellegrini schrieb am Donnerstag auf Facebook, er sei erfreut, die Nachricht von den Festnahmen erhalten zu haben.

Mord nach Recherchen über Korruption

Der Journalist Jan Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova waren am 21. Februar 2018 in ihrem Haus im westslowakischen Dorf Velka Maca erschossen worden. Die slowakischen Behörden gehen von einem Auftragsmord aus, da er zuletzt zu Korruption in Politik und Wirtschaft recherchiert hatte.

Seine unvollendete Reportage über mögliche Verbindungen italienischer Mafia-Clans zu slowakischen Regierungsmitarbeitern wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht.

Massendemos und Regierungskrise

Sein Tod löste Massendemonstrationen gegen Korruption und den Missbrauch von EU-Förderungen aus. Zehntausende Menschen gingen auf die Straße. Als Folge der Proteste traten in der Slowakei die Regierung und der Polizeipräsident zurück.

(me/dpa/afp)

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL im Radio: MDR | 27.09.2018 | 10:00 Uhr

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