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In den vergangenen Wochen war es aufgrund russischer Angriffe auf die Infrastruktur immer wieder zu Stromausfällen in Kiew gekommen. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire

Russland-Ukraine-KriegNewsblog: Fast überall in Kiew wieder Strom

von MDR AKTUELL

Stand: 27. November 2022, 22:28 Uhr

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist das Stromnetz fast überall wiederhergestellt. Der estnische Verteidigungsminister Pevkur sieht das russische Militär trotz Verlusten in der Ukraine kaum geschwächt und sein Land unverändert bedroht. Nato-Chef Stoltenberg lobt deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine. Die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg im Newsblog.

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig überprüft werden können.

22:28 Uhr | Selenskyj schwört Ukrainer auf harten Winter ein

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Landsleute auf einen harten Winter mit heftigen russischen Angriffen eingeschworen. "Solange sie Raketen haben, werden sie nicht ruhen", sagte Selenskyj in seiner Videoansprache am Abend über die russischen Soldaten. Die ukrainische Armee bereite sich auf die Abwehr von weiterem Beschuss vor. "Russland versucht in diesem Winter, die Kälte gegen die Menschen einzusetzen", sagte Selenskyj zudem mit Blick auf die gezielten Angriffe Moskaus auf ukrainische Strom- und Wärmekraftwerke.

21:14 Uhr | Fortschritte bei Stromversorgung in Cherson

Die Ukraine meldet weitere Fortschritte bei der Stromversorgung der kürzlich befreiten Gebietshauptstadt Cherson im Süden ihres Landes. Mittlerweile seien rund 17 Prozent der Haushalte wieder ans Elektrizitätsnetz angeschlossen, teilte Gebietsgouverneur Jaroslaw Januschewytsch am Abend mit. Der Vizechef des Präsidialamtes, Kyrylo Tymoschenko, veröffentlichte auf Telegram ein im Dunkeln aufgenommenes Foto, auf dem einzelne erleuchtete Häuserfenster zu sehen sind.

Zuvor hatte die Militärverwaltung mitgeteilt, dass die Stromversorgung in der ukrainischen Hauptstadt Kiew wieder nahezu vollständig hergestellt sei.

17:07 Uhr | Russland wirft EU-Parlament "Hass" vor

Als Reaktion auf die Verurteilung Russlands als staatlichen Unterstützer von Terrorismus hat der Kreml dem Europaparlament eine "ungezügelte Russophobie und Hass auf Russland" vorgeworfen. Es gebe im EU-Parlament ein "riesiges Defizit an Professionalität", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut Agentur Itar-Tass im russischen Staatsfernsehen. Die Parlamentarier seien von Emotionen geleitet. Ohnehin sei die Resolution rechtlich nicht bindend und Moskau nehme sich die Verurteilung "nicht zu Herzen".

Eine große Mehrheit der Abgeordneten des Europaparlaments hatte am Mittwoch einer Resolution zugestimmt, die Russland als einen "terroristische Mittel einsetzenden Staat" bezeichnet. Die Resolution ist allerdings rechtlich nicht bindend.

14:54 Uhr | Stromnetz in Kiew größtenteils wiederhergestellt

Vier Tage nach schweren russischen Angriffen gibt es in der ukrainischen Hauptstadt Kiew fast überall wieder Strom. Seit dem Morgen sei die Versorgung mit Strom, Wasser, Wärme und Mobilnetz in der Drei-Millionen-Einwohner-Metropole nahezu vollständig wiederhergestellt, teilte die Militärverwaltung im Nachrichtenkanal Telegram mit. Die Reparaturarbeiten am Stromnetz befänden sich in der Endphase. Aufgrund der hohen Belastung könne es noch zu lokalen Ausfällen kommen.

Mit Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern hatte Russland am Mittwoch gezielt die Energie-Infrastruktur des Nachbarlandes beschossen und schwere Schäden angerichtet. Auch in vielen anderen Landesteilen fielen Strom, Wasser und Wärmeversorgung aus. Wegen der tagelangen Stromausfälle in Kiew kritisierte Präsident Wolodymyr Selenskyj Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko ungewöhnlich offen.

14:45 Uhr | Britische Geheimdienste: Russland mit schweren Verlusten in Donezk

Russland hat nach Einschätzung britischer Geheimdienste in der schwer umkämpften Region Donezk viele Gefallene zu beklagen. Rund um die Städte Pawliwka und Wuhledar im Süden der Region habe es in den vergangenen zwei Wochen intensive Kämpfe mit schweren Verlusten für die russische Marineinfanterie gegeben, hieß es in einem Bericht des britischen Verteidigungsministeriums. London wertet die Kämpfe auch als Zeichen dafür, dass Russland die Region als möglichen Startpunkt einer Offensive Richtung Norden sieht.

14:36 Uhr | Flughafen Leipzig kassiert Parkgebühr für Antonow-Flugzeuge

Seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine sind drei Antonow-Frachter am Flughafen Leipzig/Halle gestrandet. Sie gehören der russischen Volga-Dnepr-Gruppe. In Leipzig/Halle stören die abgestellten Frachtmaschinen aber nicht. Der Airport kassiert Gebühren, die von dem Unternehmen auch beglichen werden. Nur zur Höhe will der Flughafen keine Angaben machen. Mehr im Artikel:

11:43 Uhr | Cherson unter Dauerbeschuss

Die russische Armee hat das von ukrainischen Truppen zurückeroberte Gebiet Cherson nach Angaben der regionalen Militärverwaltung seit Samstag mehr als 50-mal beschossen. Militärgouverneur Jaroslaw Januschewitsch sprach von Terror und gezielten Angriffen auf Zivilisten. Es gebe mindestens ein Todesopfer. Mehrere Ortschaften auf der Westseite des Flusses Dnipro seien unter Beschuss. Die Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar.

Die Lage in der Stadt Cherson bleibt wegen der Zerstörungen der Stromleitungen und der Infrastruktur kritisch. Fünf Prozent der Bewohner haben laut Militärverwaltung wieder Licht, auch ein Krankenhaus habe wieder Strom.

09:20 Uhr | Luftalarm in der Großstadt Krywyj Rih

Russland hat nach ukrainischen Angaben am Sonntagmorgen die Großstadt Krywyj Rih im Süden mit Raketen beschossen. Zwei Raketen hätten Verkehrsinfrastruktur zerstört, teilte Militärgouverneur Walentyn Resnitschenko mit. Die Militärverwaltung rief die Bevölkerung auf, sich in Luftschutzkellern in Sicherheit zu bringen. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Krywyj Rih ist mit gut 600.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Oblast Dnipropetrowsk.

07:56 Uhr | Estland hält Russland kaum für geschwächt

Estlands Verteidigungsminister Hanno Pevkur sieht Russland nach neun Monaten Krieg in der Ukraine nicht entscheidend geschwächt. Die russische Marine und Luftwaffe seien im Grunde so stark wie vor dem Krieg, sagte Pevkur. Die Landstreitkräfte hätten zwar Verluste erlitten, würden aber "eher früher als später" wieder den Umfang von vor dem 24. Februar erreichen oder sogar größer sein.

Estlands Verteidigungsminister Hanno Pevkur Bildrechte: dpa

Pevkur erwartet zudem, dass Russland aus dem Kriegsverlauf lernen werde: "Wir haben keinen Grund zur Annahme, dass die Gefahr durch Russland irgendwie geringer oder die Bedrohung für die Nato reduziert ist." Estland wird nach seinen Worten im kommenden Jahr die Verteidigungsausgaben auf 2,84 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes steigern und 2024 dann auf 3,2 Prozent.

04:05 Uhr | Stoltenberg lobt Deutschlands Hilfe für die Ukraine

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die deutsche Unterstützung für die Ukraine in deren Abwehrkrieg gegen Russland gelobt. "Deutschlands starke Unterstützung macht einen entscheidenden Unterschied", sagte Stoltenberg der "Welt am Sonntag". Die deutschen Waffenlieferungen retteten Leben, sagte der frühere norwegische Regierungschef zwei Tage vor dem Treffen der Nato-Außenminister in Bukarest.

Deutschland hat der Ukraine das moderne Luftabwehrsystem Iris-T geliefert, drei weitere sollen im kommenden Jahr folgen. Angesichts der ständigen russischen Raketen- und Drohnenangriffe benötigen die ukrainischen Streitkräfte in erster Linie weitere Luftabwehr-Waffen.

03:32 Uhr | Getreide-Hilfsprogramm: 150 Millionen Euro für arme Länder

Die Ukraine will nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mithilfe internationaler Geldgeber Getreide an besonders von Hunger bedrohte Länder exportieren. Mehr als 20 Staaten und die Europäische Union hätten dafür Mittel in Höhe von 150 Millionen Euro zugesagt, erklärte Selenskyj in einer Videoansprache. Mit mindestens 60 Schiffen sollten Länder wie Äthiopien, Sudan, Südsudan, Somalia und Jemen beliefert werden. Das Programm "Getreide aus der Ukraine" präsentierte er als wichtigen Schritt zur Bekämpfung der weltweiten Lebensmittelkrise.

Das Vorhaben soll das von den Vereinten Nationen ausgehandelte Getreideexport-Abkommen ergänzen. Deutschland wird die ukrainischen Getreideexporte laut Bundeskanzler Olaf Scholz mit 15 Millionen Euro unterstützen.

02:50 Uhr | Weber: Mehr europäische Solidarität für ukrainische Flüchtlinge

Angesichts einer möglichen weiteren Zunahme der Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine im Winter fordert der Chef der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, mehr europäische Solidarität bei der Unterbringung. "Wenn jetzt über den Winter hinweg weitere Ukrainer durch die russischen Bombardements und Angriffe gezwungen werden zu fliehen, dann muss das westliche Europa mehr Verantwortung übernehmen", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Dem UNHCR zufolge haben bislang rund 7,9 Millionen Menschen aus der Ukraine wegen des Kriegs seit dem 24. Februar im Ausland Schutz gesucht. Davon sind laut Bundesinnenministerium 1.027.789 Menschen in Deutschland registriert.

00:59 Uhr | SPD-Chef fordert mehr Hilfen für die Menschen in der Ukraine

SPD-Chef Lars Klingbeil hat angesichts der verschärften Angriffe Russlands auf die Strom- und Wärmeversorgung in der Ukraine mehr Hilfen aus Deutschland gefordert. "Putin führt den Krieg mehr denn je gegen die Zivilbevölkerung", sagte er der "Bild am Sonntag". Er zerstöre Infrastruktur und wolle, dass die Menschen im Dunkeln sitzen und erfrieren. Klingbeil sagte: "Neben der militärischen Unterstützung müssen wir deswegen noch schneller und umfassender Generatoren und beheizte Zelte ins Land liefern. Einen Blackout der Ukraine müssen wir verhindern."

00:00 Uhr | Newsblog am Sonntag, 27. November 2022

Guten Morgen, in unserem Newsblog halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 27. November 2022 | 06:00 Uhr