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NATO-Besuch: Stoltenberg ermahnt Russland

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat den Stützpunkt im polnischen Orzysz besucht. Dabei äußerte er sich besorgt über das bevorstehende Großmanöver Russlands an der Grenze zu Polen und dem Baltikum.

Stoltenberg ist seit gestern zu Besuch in Polen. In Warschau traf er dabei mit Regierungschefin Beata Szydlo und Außenminister Witold Waszczykowski zusammen, bevor er den Stützpunkt Orzysz im Nordosten des Landes besuchte. Dabei rief er Russland zu mehr Transparenz bei der bevorstehenden Militärübung "Sapad 2017" auf.

Zweifel an Angaben des russischen Militärs

"Alle Länder haben das Recht, ihre Streitkräfte zu trainieren", sagte Stoltenberg in Warschau und schloss an: "Sie sollten aber auch ihre Verpflichtungen bezüglich der Transparenz einhalten." Polen und die baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland hatten sich zuvor mehrfach besorgt über das Manöver geäußert, das vom 14. bis 20. September an der russischen Westgrenze, im benachbarten Belarus und in der russischen Exklave Kaliningrad stattfinden wird.

Offiziell werden an der alle vier Jahre stattfindenden Großübung 13.000 Soldaten teilnehmen. Damit liegt die offizielle Zahl knapp unter der Grenze, ab der Beobachter der "Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" (OSZE) vorgeschrieben sind. Militärexperten gehen aber davon aus, dass zwischen 70.000 und 100.000 Mann mobilisiert würden.

Sorge vor Kriegsübung an der nahen Grenze

"Wir werden das Manöver genau beobachten", sagte Generalsekretär Stoltenberg daher in Warschau, bevor er zu seinem Besuch des Stützpunkts Orzysz aufbrach, nahe der Grenzen zu Belarus und der russischen Exklave Kaliningrad. Dort ist ein 1.000-Mann starkes multinationales NATO-Batailion stationiert. Drei weitere stehen in den baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland.

Die rotierenden Verbände wurden Anfang des Jahres auf Bitten der vier NATO-Mitgliedsstaaten dorthin entsandt. Diese fühlen sich seit dem Beginn der Ukraine-Krise und der Annektion der Krim von Russland bedroht. Mit Blick auf das anstehende Manöver "Zapad 2017" verwiesen Vertreter der Länder wiederholt auf vergangene "Sapad"-Manöver. Diese fielen fanden kurz vor der russischen Intervention in Georgien 2008 und der Annexion der ukrainischen Krim-Halbinsel 2014 statt.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: TV | 25.08.2017 | 17:45 Uhr

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