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Ukrainische und russische Unterhändler haben sich seit dem russischen Angriff auf die Ukraine mehrmals zu Gesprächen getroffen - allerdings ohne nennenswerte Ergebnisse. Bildrechte: dpa

Russland-Ukraine-KriegTicker vom Dienstag: Ukraine und Russland setzen Verhandlungen aus

von MDR AKTUELL

Stand: 17. Mai 2022, 22:25 Uhr

Nach Russland hat auch die Ukraine das vorläufige Ende der Friedensverhandlungen bestätigt. Schweden und das finnische Parlament stimmen einem Nato-Beitritt des Landes zu. Mehr als 260 ukrainische Kämpfer sollen in der vergangenen Nacht das von Russland belagerte Stahlwerk in Mariupol verlassen haben, darunter schwer verletzte. Für sie soll ein Gefangenaustausch geplant sein. Unterdessen meldet die Ukraine militärische Erfolge im Osten des Landes. Die aktuellen Entwicklungen im Ticker.

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, weil wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

22:25 Uhr | DB Cargo befördert Getreide aus der Ukraine

Die Deutsche Bahn hilft, Getreide aus der Ukraine zu transportieren. Wie Bundesverkehrsminister Volker Wissing mitteilte, fährt die Gütertochter DB Cargo bereits im Auftrag privater Getreide-Exporteure aus der Ukraine. Bahnchef Richard Lutz sprach von derzeit zwei bis drei Zügen pro Tag. Nach Angaben von Wissing soll die Schienenbrücke weiter ausgebaut werden. Das meiste Getreide werde zu Seehäfen an der Nordsee und am Mittelmeer gebracht. Vor allem in Nordafrika und Asien werden die Lieferungen dringend gebraucht. Wegen des Kriegs liegen in ukrainischen Häfen viele Millionen Tonnen Getreide fest.

21:45 Uhr | Selenskyj appelliert an Filmwelt in Cannes

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Filmwelt aufgefordert nicht zum russischen Angriff auf die Ukraine zu schweigen. In einer Video-Schalte zur Eröffnung des Filmfestivals in Cannes sagte er zu den Gästen: "Jeden Tag sterben Hunderte von Menschen. Sie werden nach dem Schlussapplaus nicht wieder aufstehen. Wird das Kino schweigen oder darüber reden?" In Anspielung an Charlie Chaplins Film "Der große Diktator" sagte Selenskyj, man brauche einen neuen Chaplin, der beweise, dass das Kino heutzutage nicht schweige.

21:10 Uhr | Macron verspricht Ukraine deutlich mehr Waffenlieferungen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj deutlich mehr militärische Hilfe versprochen. Macron sagte in einem gemeinsamen Telefongespräch, die Waffenlieferungen aus Paris würden in den kommenden Tagen und Wochen an Intensität gewinnen. Bereits Ende April hatte Macron der Ukraine die Lieferung von Milan-Panzerabwehrwaffen und Caesar-Haubitzen in Aussicht gestellt. Macron versprach Selenskyj zudem zusätzliche humanitäre Hilfe für die Ukraine.

20:50 Uhr | Ex-General: Vorrücken der Ukrainer bei Charkiw bedeutsam

Der frühere Bundeswehr-General Erhard Bühler hält die militärischen Erfolge der Ukrainer im Raum Charkiw für bedeutsam. Bühler sagte im Podcast "Was tun, Herr General?" von MDR AKTUELL, der ukrainischen Armee sei es gelungen, den fast geschlossenen Belagerungsring um die Großstadt Charkiw in mehrere Richtungen aufzubrechen. Des Zentrum von Charkiw sei nun nicht mehr in Reichweite der russischen Artillerie. Es gebe aber auch übergreifende Folgen dadurch, dass ukrainische Einheiten einen Korridor bis zur russischen Grenze geschaffen hätten. Russische Truppen seien nun in Gefahr, von eigenen Versorgungslinien im Raum Belgorod abgeschnitten zu werden.

Update 20:20 Uhr | Russland verhört Kämpfer aus Stahlwerk

Die aus dem Stahlwerk in Mariupol evakuierten ukrainischen Kämpfer werden in Gefangenschaft von einem russischen Ermittlungskomitee befragt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Komitee. Die Befragung sei Teil der Untersuchung von Verbrechen des ukrainischen Regimes, hieß es. Nach wochenlanger Belagerung waren nach ukrainischen und russischen Angaben in der Nacht zum Dienstag über 260 ukrainische Kämpfer, davon gut 50 Schwerverletzte, aus dem Industriekomplex Asow-Stahl gebracht worden. Von ukrainischer Seite hieß es, die Soldaten würden gegen russische Kriegsgefangene ausgetauscht. Aus Moskau kamen allerdings bereits Rufe, die Soldaten wie Kriegsverbrecher zu behandeln.

19:20 Uhr | Putin will sich Öl-Embargo der EU zunutze machen

Russlands Präsident Wladimir Putin hat das geplante Öl-Embargo der EU als wirtschaftlichen Selbstmord bezeichnet. Putin sagte bei einem Treffen mit Vertretern der russischen Energiebranche, die europäischen Länder würden sich mit ihrem chaotischen Handeln nur selbst schaden. Russland könne sich das zunutze machen und die Einnahme durch Öl-Exporte sogar steigern. Putin hofft darauf, dass andere Länder in die Bresche springen und russisches Öl abnehmen. Die EU will bis Jahresende komplett auf Importe verzichten. Allerdings gibt es in dieser Frage noch keine Einigkeit. Ungarn, Tschechien, Bulgarien und die Slowakei sehen den Vorschlag kritisch und verlangen mehr Zeit, um auf Alternativen umzusteigen.

18:42 Uhr | Militärexperte kritisiert Krieg im russischen Staatsfernsehen

Im russischen Staatsfernsehen hat ein Militärexperte die Zuschauer mit einer pessimistischen Bewertung des Ukraine-Kriegs verblüfft. Der frühere Generalstabsoffizier Michail Chodarjonok erklärte, die Motivation der Ukrainer sei hoch und ihre Streitkräfte seien weit vom Zerfall entfernt. Die Propaganda des Kremls kritisierte er als Info-Beruhigungspillen. So heiße keineswegs eine Mehrheit der ausländischen Staaten den Feldzug gut. Stattdessen habe sich Russland geopolitisch völlig isoliert. China und Indien seien keine verlässlichen Partner, sie verfolgten ihre eigenen Ziele.

In Russland sind kritische Stimmen seit Kriegsbeginn weitgehend ausgeschaltet. Ein recht neues Gesetz etwa sieht für angebliche "Falschnachrichten" über Russlands Streitkräfte bis zu 15 Jahre Haft vor. Die Sendungen des Staatsfernsehens gelten zudem als Sprachrohr des Kreml.

17:40 Uhr | Ukraine und Russland setzen Verhandlungen aus

Die Ukraine und Russland haben die Verhandlungen zur Beendigung des Krieges vorerst ausgesetzt. Das bestätigte der ukrainische Unterhändler Mychajlo Podoljak. Er erklärte, die Ukraine wende sich vor allem gegen einen Diktatfrieden vonseiten Russlands. Podoljak erklärte weiter, die Ukraine lehne auch eine gesichtswahrende Lösung für Kremlchef Wladimir Putin ab. Nur eine vollständige Befreiung aller besetzten Territorien sei akzeptabel. Die Gespräche würden nur bei konkreten Vorschlägen wieder aufgenommen.

Zuvor hatte bereits Russland das vorläufige Ende von Gesprächen bestätigt. Vize-Außenminister Andrej Rudenko hatte erklärt, die Ukraine sei aus dem Verhandlungsprozess ausgetreten.

Update 17:32 Uhr | Nato-Mitgliedsanträge von Finnland und Schweden fertiggestellt

Finnlands Außenminister Pekka Haavisto hat den Nato-Mitgliedsantrag seines Landes unterzeichnet. Zuvor hatte das finnische Parlament mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt, den Beitritt zu dem Militärbündnis zu beantragen. In Schweden hatte Außenministerin Ann Linde den Mitgliedsantrag ihres Landes bereits am Morgen unterschrieben. Beide Länder wollen ihre Anträge morgen gemeinsam bei der Nato in Brüssel einreichen.

16:22 Uhr | Internationaler Strafgerichthof schickt Ermittler in die Ukraine

Der Internationale Strafgerichtshof hat ein Expertenteam in die Ukraine entsandt, um mutmaßliche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu untersuchen. Wie der Chefankläger Karim Ahmad Khan mitteilte, handelt es sich um 42 Ermittler, Gerichtsmediziner und weitere Mitarbeiter, die größtenteils von den Niederlanden zur Verfügung gestellt werden. Sie sollen in der Ukraine Zeugenaussagen einholen und bei der Auswertung von gerichtsmedizinischem Material helfen. Die so gesammelten Beweismittel sollen bei künftigen Verfahren vor dem Strafgerichtshof verwendet werden können. Die Ukraine gehört zwar nicht zu den Mitgliedstaaten des Gerichtshofs. Das Land machte aber von der Möglichkeit Gebrauch, dessen Zuständigkeit ausdrücklich anzuerkennen.

15:27 Uhr | Scholz nennt Nato-Erweiterung historisch

Bundeskanzler Olaf Scholz hat den gemeinsamen Nato-Beitritt von Schweden und Finnland als einen historischen Schritt für das Verteidigungsbündnis und für Europa bezeichnet. Er versicherte, Deutschland werde sich für ein zügiges Beitrittsverfahren einsetzen. Beide Länder könnten sich aber schon jetzt auf den Beistand der Bundesrepublik verlassen.

Der Leiter der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, Markus Kaim, sagte MDR AKTUELL, Russland müsse erkennen, dass Schweden und Finnland wild entschlossen seien. Ihr Nato-Kurs sei unumkehrbar und Russland habe kein Veto mehr. Nun sei es von russischem Interesse, wie die Mitgliedschaft ausgestaltet werde - zum Beispiel, ob Nato-Stützpunkte auf schwedisches oder finnisches Territorium kämen.

Update 15:00 Uhr | Finnisches Parlament für Nato-Antrag

Das finnische Parlament in Helsinki hat einem Antrag auf eine Nato-Mitgliedschaft des Landes zugestimmt.

Das Abstimmungsergebnis im finnischen Parlament. Bildrechte: dpa

188 Abgeordnete sprachen sich in Helsinki für den Beitritt zu dem Militärbündnis aus, nur acht votierten dagegen. Damit beendeten die Abgeordneten heute eine zweitägige Debatte darüber. Zuvor hatte bereits Schweden den Aufnahmenantrag für die Nato unterzeichnet.

Mit ihren Anträgen auf Aufnahme in die Nato reagieren Schweden und Finnland auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das westliche Verteidigungsbündnis hat beiden Ländern einen schnellen Aufnahmeprozess in Aussicht gestellt. Für die beiden nordischen Länder ist die Abkehr von ihrer jahrzehntelangen Bündnisneutralität eine Zäsur.

In den vergangenen 20 Jahren befürworteten in Umfragen nie mehr als 20 bis 30 Prozent der Finnen und Schweden eine Mitgliedschaft im transatlantischen Verteidigungsbündnis. In Finnland stieg der Anteil infolge des russischen Kriegs gegen die Ukraine auf über 75 Prozent.

13:57 Uhr | Luftangriff im Norden der Ukraine

Acht Menschen sind nach ukrainischen Angaben bei einem Luftangriff auf Desna in der Region Tschernihiw im Norden der Ukraine getötet worden. Weitere zwölf seien verletzt worden, teilt der Rettungsdienst mit. Zuvor hatte der regionale Gouverneur gewarnt, die Besatzer seien aus Tschernihiw zwar vertrieben, doch "ignoriert nicht die Warnungen vor Luftangriffen!".

13:17 Uhr | Ukraine: Humanitäre Operation in Mariupol

Die Bemühungen zur Rettung der letzten in Mariupol verbliebenen ukrainischen Soldaten gehen nach Angaben aus Kiew weiter. "Wir arbeiten an weiteren Etappen der humanitären Operation", schrieb die ukrainische Vize-Regierungschefin, Iryna Wereschtschuk. Verletzte, die gestern aus dem Aswo-Stahlwerk herausgebracht wurden, sollten bald gegen gefangene russische Soldaten ausgetauscht werden, sagte sie. Von russischer Seite gab es dafür weiter keine Bestätigung.

13:13 Uhr | Todesstrafe für Asow-Kämpfer gefordert

Kämpfer des Asow-Regiments haben nach Ansicht eines russischen Unterhändlers kein Recht auf Leben. Russland solle für die als nationalistisch geltenden Kämpfer die Todesstrafe in Erwägung ziehen, sagte Leonid Slutski, der für Russland mit der Ukraine verhandelt. Nach Aussagen des russischen Präsidialamts werden die aus dem Stahlwerk Mariupol nach internationalen Standards behandelt. Präsident Wladimir Putin habe dies zugesichert, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow.

12:28 Uhr | Schweden: Nato-Antrag unterzeichnet

Schwedens Außenministerin Ann Linde hat am Dienstag den Nato-Mitgliedsantrag ihres Landes unterzeichnet. Dieser werde nun an Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nach Brüssel übermittelt, sobald jetzt auch das benachbarte Finnland sein Beitrittsgesuch unterzeichnet habe.

12:16 Uhr | Duma könnte Gefangenen-Austausch stören

Im russischen Parlament wird angeblich erwogen, die Kämpfer des ukrainischen Asow-Regiments von einem möglichen Gefangenenaustausch auszunehmen. Die Nachrichtenagentur Tass zitierte Duma-Chef Wjatscheslaw Wolodin mit den Worten, dass "Nazi-Kriminelle" nicht ausgetauscht werden dürften. Nach ukrainischen Angaben war für die Evakuierung des Asow-Stahlwerks in Mariupol vereinbart worden, dass die ukrainischen Soldaten später gegen russische Kriegsgefangene ausgetauscht werden sollen.

12:04 Uhr | Moskau weist finnische Diplomaten aus

Russland weist zwei finnische Diplomaten aus. Das Außenministerium erklärte, man sei gegen die von Finnland eingeschlagene Konfrontation. Zuvor waren zwei russische Diplomaten von Finnland ausgewiesen worden.

11:47 Uhr | Ukraine gibt Asow-Stahlwerk auf

Nach Monaten erbitterter Kämpfe um Mariupol gibt die Ukraine jetzt ihre letzte Bastion dort auf und überlässt damit den russischen Truppen die Kontrolle über die weitgehend zerstörte Hafenstadt am Asowschen Meer im Südosten des Landes. Die Armeeführung kündigte heute an, eine komplette Evakuierung des Werks anzustreben, während Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, das Land brauche "ukrainische Helden am Leben".

11:36 Uhr | Moskau: Ukrainer haben sich ergeben

Die aus dem belagerten Stahlwerk in Mariupol geborgenen ukrainischen Soldaten haben sich nach Angaben aus Moskau "ergeben" und befinden sich in russischer Gefangenschaft. Das russische Verteidigungsministerium sprach heute von 265 Kämpfern, von denen 51 schwer verletzt zur Behandlung nach Nowoasowsk gebracht worden seien. Die ukrainische Seite hatte erklärt, 264 Soldaten seien in von Russland kontrollierte Gebiete gebracht worden und sollten später gegen russische Gefangene "ausgetauscht" werden.

11:31 Uhr | Russland: Westliche Waffen zerstört

Russland hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums im Westen der Ukraine einige Waffenlieferungen aus den USA und Europa zerstört. Raketen hätten Ziele in der Region Lwiw nahe der polnischen Grenze getroffen.

11:04 Uhr | Aktuell angeblich keine Verhandlungen

Nach russischen Angaben wird aktuell nicht über ein Ende der Kämpfe verhandelt. "Nein, die Verhandlungen gehen nicht weiter", sagte der russische Vize-Außenminister Andrej Rudenko der Nachrichtenagentur Interfax: "Die Ukraine hat sich praktisch aus dem Verhandlungsprozess zurückgezogen." Ein Kommentator der US-Zeitung "Washington Post" schrieb (englisch), wegen militärischer Erfolge der Ukraine im Osten sei "jetzt nicht der Zeitpunkt", einen Waffenstillstand auszuhandeln, "wie es Frankreich, Deutschland und Italien in den vergangenen Tagen vorgeschlagen haben".

10:41 Uhr | Selenskyj: "Produktive Gespräche" mit Scholz

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) heute telefoniert. Es sei auch um eine mögliche Verschärfung der Sanktionen gegen Russland und die Aussicht auf Frieden gegangen, schrieb er auf Twitter. Es seien "produktive Gespräche" gewesen. Kiew setze auf dem Weg in die EU weiter auf deutsche Hilfe.

09:30 Uhr | Bericht: Deutschland liefert weitere Waffen   

Deutschland hat der Ukraine laut einem "Spiegel"-Bericht weitere Waffen geliefert. In den vergangenen beiden Wochen seien 2.450 Panzerabwehr-Handwaffen vom Typ RGW 90 "Matador", 1.600 DM22-Panzerabwehr-Richtminen und 3.000 DM31-Panzerabwehrminen in der Ukraine eingetroffen in der Armee verteilt worden, berichtet das Magazin unter Berufung auf ukrainische Regierungskreise. Demnach kaufte und bezahlte die Ukraine die Panzerabwehrwaffen direkt beim deutschen Hersteller. Die Minen hingegen stammten "offenbar" aus Beständen der Bundeswehr.

08:41 Uhr | Scholz gegen Kiew-Reise als "Fototermin"

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will keine nur symbolische Reise in die ukrainische Hauptstadt Kiew machen. Es komme darauf an, "dass konkret was vorangebracht wird", sagte Scholz gestern Abend in der Sendung "RTL Direkt". Er werde sich "nicht einreihen in eine Gruppe von Leuten, die für ein kurzes Rein und Raus mit einem Fototermin was machen. Sondern wenn, dann geht es immer um ganz konkrete Dinge." Er habe schon viele Stunden mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert.

08:40 Uhr | Asselborn: Türkei will US-Kampfjets

Die Türkei will im Ringen um den Nato-Beitritt von Schweden und Finnland laut Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn eigentlich US-Kampfjets. Im ZDF erklärte Asselborn, es gehe Präsident Recep Tayyip Erdogan nicht wirklich um die von ihm vorgebrachte angebliche Unterstützung kurdischer terroristischer Gruppen durch die beiden Länder. Er wolle vielmehr, dass ein Kauf von US-Kampfjets doch noch zustande komme, der nach dem Kauf eines russischen Luftabwehrsystems durch die Türkei von Washington gestoppt worden war. Das werde jetzt wieder debattiert.

08:18 Uhr | Ukraine meldet Erfolge im Osten

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben russische Truppen bei Syrotyne, vier Kilometer südlich von Sjewjerodonezk im Osten des Landes zurückgeworfen. Das teilte der Generalstab im Lagebericht (ukrainisch) mit. Auch der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, berichtete von schweren Gefechten in den Vororten Girske und Solotoje der Stadt Luhansk. "Die Russen" hätten sich auch dort zurückziehen müssen, schrieb Hajdaj heute in seinem Telegram-Kanal (englisch und ukrainisch).

Von unabhängiger Seite sind derartige Angaben nicht ohne weiteres zu überprüfen. Das Gebiet von Sjewjerodonezk ist die letzte Region in der Ost-Ukraine, die noch von Regierungstruppen kontrolliert wird. Pro-Russische Separatisten und die russische Armee halten die übrigen rund 90 Prozent.

08:10 Uhr | Polen erleichtert Getreide-Export

Polen lockert Grenzkontrollen, um der Ukraine höhere Getreide-Experte zu ermöglichen. Es solle auch das dafür zuständige Personal aufgestockt werden, teilte das ukrainische Landwirtschaftsministerium nach dem Abschluss einer Vereinbarung beider Länder mit. Weil ukrainische Häfen am Schwarzen Meer von Russland blockiert werden, muss Getreide über die westlichen Grenzen gebracht werden. Die Ukraine gehört zu den weltgrößten Getreidelieferanten. Die Ausfälle ihres Exports sind ein Grund für Warnungen vor Hunger.

08:08 Uhr | USA testen eigene Hyperschall-Waffe

Die USA haben eine neue Hyperschall-Waffe getestet, die mit fünffacher Schallgeschwindigkeit präzise Angriffe ermöglichen soll. Die AGM-183A Rapid Response Weapon (ARRW) wurde nach US-Angaben (englisch) am Samstag vor der US-Westküste Südkaliforniens von einem Langstreckenbomber Boeing B-52H ausgeklinkt. "Wir tun alles, was wir können, um diese bahnbrechende Waffe so schnell wie möglich für den Kampfeinsatz bereitzustellen", hieß es in der Mitteilung. Russland hatte im Krieg gegen die Ukraine nach eigenen Angaben schon mehrmals seine Hyperschall-Rakete "Kinschal" eingesetzt. Die extrem schnell und hoch fliegenden Raketen sind nur schwer abzufangen.

07:20 Uhr | Papier-Probleme bei Hartz-IV für Geflüchtete

Die Landkreise sehen beim Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen für aus der Ukraine geflüchtete Menschen bürokratischen Probleme bei der Umsetzung. Landkreistags-Präsident Reinhard Sager sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, der Start am 1. Juni könne scheitern, weil Spezialpapier fehle, Die Bundesdruckerei könne derzeit nicht genügend fälschungssichere Dokumentenvorlagen liefern. Die Jobcenter sollten deshalb vorübergehend andere Bescheinigungen der Ausländerämter anerkennen können.

06:45 Uhr | Beschuss aus Region der Kursk gemeldet

In der westrussischen Provinz Kursk an der Grenze zur Ukraine ist nach Angaben der Behörden ein Dorf beschossen worden. Drei Häuser und eine Schule in Alexejewka seien von ukrainischem Beschuss getroffen worden, schrieb Gouverneur Roman Starowoit auf Telegram. Es sei aber niemand verletzt worden. Russische Soldaten hätten das Feuer erwidert.

06:00 Uhr | EU-Verteidigungsminister beraten

Die Verteidigungsminister der EU beraten heute über den Ukraine-Krieg. Bei dem Treffen in Brüssel ab dem Vormittag wollen sie sich per Videokonferenz mit dem ukrainischen Verteidigungsminister Oleksij Resnikow und mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg austauschen.

05:00 Uhr | Russischer Angriff nahe der Grenze zu Polen

Das Gebiet um die Großstadt Lwiw im Westen der Ukraine ist nach ukrainischen Angaben erneut Ziel eines Luftangriffs geworden. Die Attacke habe einer Militäreinrichtung an der Grenze zu Polen gegolten.

04:30 Uhr | Unicef: Kinder von Hunger betroffen

Der Ukraine-Krieg verschärft nach Unicef-Angaben das Problem schwerer Mangelernährung bei Kindern, da die Ukraine als wichtigster Getreideproduzent Europas weniger exportieren könne. "Bereits vor dem Krieg in der Ukraine hatten viele Familien aufgrund von Konflikten, Klimaschocks und den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie Schwierigkeiten, ihre Kinder zu ernähren", sagte die Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell. Jetzt gebe es durch den Krieg zusätzliche Probleme. Ein am Dienstag veröffentlichter Unicef-Bericht warnt, dass sowohl die Zahl der von Mangelernährung betroffenen Kinder als auch die Kosten für von ihnen benötigte Zusatznahrung steigen werden.

01:10 Uhr | Selenskyj: Ukraine braucht lebendige Helden

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Evakuierung erster ukrainischer Kämpfer aus dem Stahlwerk in Mariupol in russisch kontrolliertes Gebiet gelobt. "Wir hoffen, dass wir das Leben unserer Leute retten können", sagte Selenskyj in einer Ansprache am späten Montagabend. "Es gibt Schwerverletzte unter ihnen. Sie werden versorgt. Die Ukraine braucht ukrainische Helden am Leben. Das ist unser Prinzip."

00:40 Uhr | Hilfsorganisationen kritisieren "Doppelmoral"

Der Präsident der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), Francesco Rocca, hat den Europäern die Ungleichbehandlung ukrainischer und afrikanischer Flüchtlinge vorgeworfen. "Ja, es wird mit zweierlei Maß gemessen", sagte Rocca bei einer Pressekonferenz der Vereinten Nationen in New York. Während Millionen Menschen aus der Ukraine mit offenen Armen empfangen würden, gelte dies nicht für Menschen aus Afrika.

00:05 Uhr | Soldaten haben Asow-Stahlwerk verlassen

Nach Angaben der Armee haben 264 ukrainische Soldaten das Asow-Stahlwerk in Mariupol verlassen. Sie sollen in von russischen Truppen besetzte Gebiete gebracht worden sein und später per Gefangenenaustausch zurückkehren, teilte der ukrainische Generalstab auf Facebook mit. Demnach sollen 53 schwer verletzte Soldaten in der russisch kontrollierten Stadt Nowoasowsk behandelt werden, die übrigen 211 in die ebenfalls von russischen Truppen besetzte Ortschaft Oleniwka gebracht worden sein. An weiteren Evakuierungen werde gearbeitet, hieß es.

00:00 Uhr | Ticker am Dienstag, 17. Mai 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Bildrechte: MDR

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 18. Mai 2022 | 06:00 Uhr