Russland-Ukraine-Krieg Ticker: Scholz und Putin beenden Funkstille

Nach wochenlanger Funkstille haben Bundeskanzler Scholz und Russlands Präsident Putin wieder miteinander gesprochen. Der Auftritt von Scholz vor dem Verteidigungsausschuss des Bundestages sorgte bei den Teilnehmern für gemischte Reaktionen. Die EU will der Ukraine weitere Millionen Euro für die Lieferung von Waffen zur Verfügung stellen. Die aktuellen Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im Ticker.

Olaf Scholz
Bundeskanzler Scholz hat gut 75 Minuten mit Russlands Präsident Putin telefoniert. Bildrechte: IMAGO/Bernd Elmenthaler

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, weil wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

22:39 Uhr | Baerbock: Ukraine-Unterstützung auf allen Kanälen

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat erneut die Solidarität der Bundesrepublik mit der Ukraine bekräftigt. Die Bundesregierung bemühe sich auf unterschiedlichen Wegen, die Ukraine zu unterstützen und auf ein Ende des Krieges hinzuwirken, sagte Baerbock der ARD. "Wir versuchen auf allen Kanälen, nicht nur den Ukrainern zur Seite zu stehen, dass sie sich verteidigen können, sondern den Druck auf den russischen Präsidenten maximal zu erhöhen, damit diese brutale Bombardierung eingestellt wird und die russischen Truppen sich zurückziehen."

Neben humanitärer Hilfe und militärischer Unterstützung werde auch weiter auf Diplomatie gesetzt, so Baerbock. "Es ist so richtig und wichtig, dass der Bundeskanzler heute gegenüber dem russischen Präsidenten nochmal deutlich gemacht hat, dass diese Bombardierung von unschuldigen Menschen unverzüglich aufhören muss." Die Welt habe zwar seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs am 24. Februar "auf brutale Art und Weise" erleben müssen, dass Putin all seine Versprechen nicht gehalten habe, sagte die Grünen-Politikerin. Aber: "Die Diplomatie, die stirbt nie."

22:23 Uhr | Asow-Regiment will Stellung in Stahlwerk halten

Die Verteidiger des belagerten Stahlwerks in Mariupol wollen weiter Widerstand leisten. Es fehle zwar an Munition, Wasser und Essen, aber seine Leute würden nicht aufgeben, sagte der stellvertretende Kommandeur des Asow-Regiments in dem Werk, Swjatoslaw Palamar, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Kiew-Sicherheitsforums in einer Online-Schalte. "Wir halten die Verteidigung aufrecht und kämpfen trotz allem weiter."

Palamar sagte, russische Soldaten würden weiter versuchen, das Stahlwerk zu erstürmen, in dem sich seine Truppen verschanzt haben. Er bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe bei der Evakuierung von etwa 600 verwundeten Soldaten aus dem Asow-Stahl-Werk.

21:45 Uhr | Abtrünninge georgische Region will über Anschluss an Russland abstimmen

Die Separatisten in der abtrünnigen georgischen Region Südossetien planen eine Volksbefragung über einen Beitritt zur Russischen Föderation. Der Präsident des Gebietes, Anatoli Bibilow, unterzeichnete heute ein entsprechendes Dekret. Danach soll das Referendum am 17. Juli stattfinden. Die georgische Regierung hat ein solches Votum als inakzeptabel bezeichnet.

Südossetien mit seinen rund 60.000 Einwohnern grenzt an das zu Russland gehörende Nordossetien. Nach einem kurzen Krieg gegen Georgien im Jahr 2008 hatte Russland neben Südossetien auch die Küstenregion Abchasiens als unabhängig anerkannt. Beide Regionen unterstützt Russland bereits finanziell und hat dort zudem Tausende Soldaten stationiert. Der Bevölkerung wurde die russische Staatsbürgerschaft angeboten.

Kurz vor seinem Angriff auf die Ukraine hatte Russland die pro-russischen "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk in der Ostukraine als eigenständig anerkannt.

21:31 Uhr | Ukraine: Verhandlungen über Asow-Kämpfer sehr schwierig

Die Verhandlungen mit Russland über eine Befreiung der ukrainischen Soldaten im eingekesselten Stahlwerk Asowstal in der Hafenstadt Mariupol gestalten sich nach Angaben der stellvertretenden ukrainischen Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk sehr schwierig. Details nannte Wereschtschuk nicht. "Das Ergebnis gefällt vielleicht nicht jedem, aber unsere Aufgabe besteht darin, unsere Soldaten zu evakuieren. Alle von ihnen. Lebendig", schrieb sie in einem Online-Post.

21:05 Uhr | Spanien deckelt Preis für Gas zur Stromerzeugung

Die spanische Regierung die Deckelung des Preises von Gas beschlossen, das zur Stromerzeugung benutzt wird. Der Gaspreises darf sechs Monate lang nicht mehr als 40 Euro pro Megawattstunde kosten, danach soll der Höchstpreis sechs Monate lang schrittweise angehoben werden. Die Ministerin für Ökologischen Übergang, Teresa Ribera, erklärte, diese Maßnahme werde auf dem Stromgroßmarkt zu einem Rückgang des Durchschnittspreises von Elektrizität um knapp 40 Prozent führen. Im Zuge der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energiekrise hatte die Europäische Union Spanien und auch Portugal einen Eingriff in den Strommarkt für zwölf Monate erlaubt.

20:41 Uhr | Inflation in Russland auf Höchststand

Angesichts der Sanktionen des Westens wegen der Militäroffensive in der Ukraine ist Russlands Inflation auf den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten gestiegen. Die jährliche Inflationsrate habe im April 17,8 Prozent erreicht, teilte die russische Statistikbehörde Rosstat mit. Bei den Lebensmittelpreisen lag die Teuerungsrate demnach sogar bei 20,5 Prozent. Vor allem für Haushalte mit niedrigem Einkommen gibt die Entwicklung Grund zur Sorge.

20:15 Uhr | Verteidigungspolitischer FDP-Sprecher bietet Rücktritt an

Der FDP-Verteidigungspolitiker Markus Faber hat den Rücktritt von seinem Sprecherposten im Verteidigungsausschuss angeboten. Damit reagierte er auf den Eklat vom Vormittag, als er eine Sitzung des Gremiums mit Bundeskanzler Olaf Scholz vorzeitig verlassen hatte. Faber erklärte, er wolle seinen Posten bei der nächsten Fraktionssitzung zur Verfügung stellen. Die Kommentierung des heutigen Verteidigungsausschusses sei unangemessen gewesen und dem Ernst der Lage nicht gerecht geworden. Dafür entschuldige er sich. Faber hatte die Sitzung nach etwa einer Stunde verlassen und Kanzler Scholz vorgeworfen, keine ausreichenden Antworten zum Ukraine-Krieg gegeben zu haben.

19:25 Uhr | Schweden und Finnland wollen mit Türkei über Nato-Beitritt beraten

Schweden und Finnland wollen Einwände der Türkei gegen einen Nato-Beitritt beider Länder morgen in Berlin ausräumen. Schwedens Außenministerin Ann Linde erklärte, sie werde beim Treffen der Nato-Außenminister Gelegenheit zum Gespräch mit ihrem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu haben. Ähnlich äußerte sich der finnische Außenminister Pekka Haavisto. Zuvor hatte mit der Türkei ein erster Nato-Staat Einwände gegen einen Beitritt von Schweden und Finnland zu dem Militärbündnis erhoben.

18:25 Uhr | Russland stellt Stromlieferungen nach Finnland ein

Russland stellt seine Stromlieferungen ins Nachbarland Finnland ein. Das teilte das Energieunternehmen RAO Nordic Oy mit. Das in Helsinki ansässige Tochterunternehmen des russischen Konzerns InterRAO erklärte, es habe für im Mai verkaufte Strommengen noch keine Zahlung erhalten. Es könne daher die Rechnungen für die Stromimporte nicht begleichen. Der finnische Netzbetreiber Fingrid erklärte, dass die Stromversorgung in Finnland nicht gefährdet sei. Die Energie aus Russland mache rund zehn Prozent des gesamten Verbrauchs aus und könne durch Importe aus Schweden und zum Teil durch heimische Stromerzeugung ausgeglichen werden.

Die finnische Staatsspitze hatte gestern erklärt, Finnland solle angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine den Nato-Beitritt beantragen. Die russische Führung erklärte daraufhin, man würde eine finnische Nato-Mitgliedschaft als Bedrohung ansehen, auf die man militärisch-technisch und auf andere Weise reagieren werde.

18:15 Uhr | US-Verteidigungsminister telefoniert mit russischem Amtskollegen

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Schoigu aus Russland gesprochen. Das Pentagon erklärte, Austin habe in dem Gespräch auf einen sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine gedrängt. Zudem habe er die Notwendigkeit betont, Kommunikationskanäle offenzuhalten. Zuletzt hatten die beiden Minister am 18. Februar miteinander gesprochen - eine knappe Woche vor Beginn des russischen Einmarschs in das Nachbarland.

17:50 Uhr | Ex-General Bühler hält Nato-Erweiterung für den richtigen Schritt

Der frühere General Erhard Bühler hält einen Nato-Beitritt von Finnland und Schweden für richtig. Er sagte MDR AKTUELL, das mache Europa sicherer. Er sehe kein Risiko, auch wenn in Russland andere Töne angeschlagen würden. Bühler erklärte, natürlich werde es da Provokationen geben. Aber Russlands Präsident Putin werde es nicht wagen, die Nato in irgendeiner Art und Weise anzugreifen. Die Nato mit 30 demokratischen Mitgliedsstaaten könne auch keine Bedrohung für Russland sein. Es gebe hier aus militärischer Sicht keinerlei Absichten. Um eine Eskalation zu vermeiden kann sich Bühler allerdings vorstellen, dass darauf verzichtet wird, in Finnland oder Schweden Waffen oder Truppenteile zu stationieren.

17:20 Uhr | Ukraine warnt vor Scheitern von Öl-Embargo gegen Russland

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat die EU vor einem Scheitern der Verhandlungen über ein Ölembargo gegen Russland gewarnt. Beim Treffen mit den Außenministern der G7-Gruppe in Weißenhaus sagte er, ein neues Sanktionspaket ohne Ölembargo wäre für Russlands Präsident Wladimir Putin ein Grund zum Feiern. Dann wäre die Einheit der EU zerbrochen. Das sei seit vielen Jahren Putins Ziel. Die Embargo-Pläne stehen derzeit auf der Kippe, weil Ungarn nicht mitmachen möchte. Das Land begründet dies mit seiner großen Abhängigkeit von russischen Öllieferungen und den hohen Kosten für eine Umstellung auf andere Lieferanten. Es verlangt von der EU milliardenschere Beihilfen oder weitreichende Ausnahmeregelungen, wenn es dem Embargo zustimmen soll. Dies wollen jedoch andere EU-Staaten nicht akzeptieren.

16:40 Uhr | BKA setzt Oligarchen-Jacht in Hamburg fest

Das Bundeskriminalamt hat im Zuge der EU-Sanktionen gegen Russland eine weitere Luxusjacht festgesetzt. Wie das BKA mitteilte, handelt es sich um die "Luna", die im Hamburger Hafen liege. Man habe die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse der Jacht ermittelt. Der Eigner befinde sich seit dem 8. April auf der EU-Sanktionsliste. Bei ihm soll es sich um Farkhad Akhmedov handeln. Der 66-jährige russische Geschäftsmann ist laut EU-Sanktionsliste im Energiesektor und der russischen Kommunalpolitik tätig und soll dem Kreml nahestehen. Die Jacht darf nach Angaben des BKA nicht auslaufen. Dazu sei sie derzeit aus technischen Gründen auch nicht in der Lage. Mitte April hatten die Behörden bereits die ebenfalls im Hamburger Hafen liegende Luxusjacht "Dilbar" festgesetzt.

16:00 Uhr | Einfuhrpreis für Getreide um mehr als 50 Prozent gestiegen

Der Import von Getreide nach Deutschland hat sich März um fast 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmontag verteuert. Wie das Statistische Bundesamt mittteilte, hat es zuletzt im Mai 2011 einen mit damals 74 Prozent stärkeren Anstieg gegeben. Nach Angaben des Verbandes der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft war Getreide bereits vor dem Krieg in der Ukraine teurer geworden. Der Krieg habe die Situation weiter drastisch verschärft. Für ein deutsches Unternehmen sei es egal, ob es Getreide aus deutscher, polnischer oder ukrainischer Produktion kaufe. Der Preis dafür werde an der Terminbörse Matif in Paris festgelegt.  

Bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ist der Preisanstieg längst angekommen. Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes mussten sie im April für Brot und Getreideerzeugnisse insgesamt 8,7 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Dabei verteuerte sich Weizenmehl deutlich um 21,4 Prozent. Brot und Brötchen kosteten 9,6 Prozent mehr als im April 2021.

15:20 Uhr | Fehlende Gasmengen aus dem Osten werden weiter ausgeglichen

Deutschland wird nach Angaben der Bundesnetzagentur weiterhin stabil mit Gas versorgt. Die Behörde erklärte in ihrem täglichen Lagebericht, zwar bliebe Gas aus dem Osten aus, das über die Ukraine geliefert werde. Die fehlenden Mengen würden aber über höhere Flüsse insbesondere aus Norwegen und den Niederlanden kompensiert. Die deutschen Gasspeicher seien zu gut 39 Prozent gefüllt und damit höher als im Frühjahr 2021. Die Ukraine hatte diese Woche den Gastransit aus Russland über sein Territorium gestoppt. Zudem hat Regierung in Moskau Sanktionen gegen westliche Energiefirmen darunter Gazprom Deutschland verhängt. Dadurch bleiben Teile der Gaslieferungen aus Russland aus.

14:50 Uhr | Erdogan gegen Nato-Aufnahme von Schweden und Finnland

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich kritisch über einen möglichen Nato-Beitritt von Schweden und Finnland geäußert. Erdogan sagte, er habe zu einer Aufnahme beider Länder keine positive Meinung. Er warf ihnen vor, dass sie sich wie ein Gästehaus für Terrororganisationen verhielten. Sie böten Mitgliedern der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans Unterschlupf. Die Aufnahme neuer Mitglieder muss von den Nato-Mitgliedstaaten einstimmig gebilligt werden. Die Türkei könnte die Aufnahmen von Schweden und Finnland blockieren. Die finnische Staatsspitze hatte sich gestern für einen unverzüglichen Aufnahme-Antrag ausgesprochen. In Schweden soll die Entscheidung am Sonntag bekannt gegeben werden.

14:10 Uhr | Scholz ruft Putin zum Einlenken auf

Bundeskanzler Olaf Scholz hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem Telefonat aufgefordert, den Krieg in der Ukraine sofort zu beenden. Wie Scholz auf Twitter mitteilte, habe er zugleich der russischen Darstellung widersprochen, dass in Kiew Nazis herrschten. Ferner habe er die kriegsbedingte angespannte globale Lebensmittellage angesprochen. Nach Angaben eines deutschen Regierungssprechers dauerte das Telefonat am Vormittag 75 Minuten. Aus Moskau hieß es, Scholz sei mitgeteilt worden, dass die ukrainische Führung die Verhandlungen über ein Ende des Krieges blockiere.

13:24 Uhr | Diesel wieder billiger als Benzin

Zum ersten Mal seit März ist Diesel wieder billiger als Superbenzin der Sorte E10. Nach ADAC-Angaben kostete Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Donnerstag 2,029 Euro pro Liter und E10 im Schnitt 2,030 Euro. Noch vor einer Woche hatte Diesel pro Liter 7,3 Cent mehr als E10 gekostet. Normalerweise ist Diesel deutlich günstiger als Ottokraftstoff, da Benzin höher besteuert wird. Vom Preisniveau vor Beginn des Ukraine-Kriegs sind beide Kraftstoffe noch weit entfernt.

12:55 Uhr | Scholz telefoniert mit Putin

Nach wochenlanger Funkstille haben Bundeskanzler Olaf Scholz und Russlands Präsident Wladimir Putin wieder miteinander gesprochen. Wie der Kreml mitteilte, fand das Gespräch per Telefon statt. Es sei um die Lage in der Ukraine gegangen. Die Initiative sei von deutscher Seite ausgegangen.

12:15 Uhr | Analyse empfiehlt Schweden Nato-Beitritt

Eine umfassende Sicherheitsanalyse in Schweden sieht deutlich mehr Vorteile bei einem Beitritt des Landes zur Nato als Nachteile. Demnach würde die Schwelle für militärische Konflikte und die Sicherheit für Nordeuropa erhöht. Außenministerin Ann Linde bilanzierte bei der Vorlage des von der Regierung mit allen Parlamentsparteien verfassten Berichts, dass die Russland-Krise systematisch und langwierig sei. Schweden würde im Bündnis von der kollektiven Beistandsverpflichtung profitieren.

Die Analyse gilt als Grundlage für einen Antrag zur Aufnahme in die Nato. Als Nachteil wird genannt, dass Russland negativ reagieren dürfte. Schweden ist traditionell bündnisfrei, könnte aber angesichts des Ukraine-Krieges wie das benachbarte Finnland umschwenken. Die in einer Minderheitsregierung regierenden Sozialdemokraten wollen am Sonntag einen Beschluss in der Nato-Frage fassen. Bei einem Ja könnte ein schwedischer Antrag umgehend folgen.

11:21 Uhr | Konaschenkow: Ukrainische Ölraffinerie bombardiert

Russlands Militär hat eigenen Angaben zufolge eine Ölraffinerie im zentralukrainischen Gebiet Poltawa angegriffen. Dabei seien Produktionsanlagen sowie Tanks mit Benzin und Diesel zerstört worden. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, erklärte, insgesamt seien in der Nacht zum Freitag mehr als 150 Ziele in der Ukraine aus der Luft angegriffen worden.

10:50 Uhr | FDP-Kritik an Scholz

FDP-Verteidigungspolitiker haben nach einer Sitzung mit Bundeskanzler Olaf Scholz demonstrativ eine weitere Klärung offener Fragen bei Waffenlieferungen an die Ukraine gefordert. Eine Gruppe um den verteidigungspolitischen Sprecher der FDP-Fraktion, Marcus Faber, verließ die einstündige Sitzung vorzeitig. Faber schrieb danach auf Twitter, Scholz habe eine Chance gehabt, sich im Verteidigungsausschuss zur Ukraine zu erklären, aber "leider viele Antworten nicht gegeben". Dagegen sah Ausschusschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) ein sehr konstruktives Gespräch. Scholz habe "angeboten, nochmal wiederzukommen".

Von SPD-Seite wurde angekündigt, dass Scholz das Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin suche. Der SPD-Verteidigungspolitiker Wolfgang Hellmich sagte, man müsse einen neuen Anlauf nehmen: "Ohne Gesprächskanäle könne man nicht zu einer Lösung in dem Konflikt kommen."

09:55 Uhr | EU kündigt 500 Millionen Euro für Waffen für Ukraine an

Die Europäische Union will weitere 500 Millionen Euro für die Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die ukrainischen Streitkräfte zur Verfügung stellen. Das kündigte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Rande des G7-Außenministertreffens nahe dem Weißenhäuser Strand an der Ostsee an. Damit würden sich die für die Ukraine zur Verfügung stehenden EU-Mittel für Militärhilfe auf zwei Milliarden Euro erhöhen.

09:20 Uhr | FDP will Koordinator für Waffenlieferungen

Die FDP hat einen Koordinator für Waffenlieferungen in die Ukraine gefordert. Die Vorsitzende im Verteidigungsausschuss des Bundestages, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, sagte: "Es muss eine Person geben, die das macht." Es gebe derzeit "eine Menge Missverständnisse" innerhalb der Bundesregierung bei dem Thema. Da könne man einiges "geschmeidiger machen, damit die Waffen auch sehr schnell geliefert werden können".

08:45 Uhr | Getreidepreise auf höchstem Stand seit 2011

Der Krieg in der Ukraine hat die Importpreise für Getreide so stark hochgetrieben wie zuletzt im Jahr 2011. Die Preise kletterten im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 53,6 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sind alle Getreidearten betroffen. Weizen verteuerte sich im März 2022 um fast zwei Drittel, Gerste, Roggen, Hafer um gut 37 Prozent. Die Weltmarktpreise hatten allerdings schon vor dem Ukraine-Krieg deutlich angezogen.

07:56 Uhr | DTrend: Viele Deutsche haben Kriegsangst

Eine Mehrheit von 63 Prozent der Deutschen macht sich Sorgen, dass Deutschland in den Krieg in der Ukraine hineingezogen wird. Diese Angst ist laut dem neuen ARD-Deutschlandtrend bei Frauen mit 73 Prozent stärker ausgeprägt als bei Männern mit 51 Prozent. Am größten sind die Sorgen demnach bei den Anhängern der AfD (77 Prozent), am geringsten bei Grünen-Sympathisanten (41 Prozent). Trotz der Befürchtungen ist eine Mehrheit von 55 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland der Meinung, die Bundesregierung sollte sich bei den Unterstützungsleistungen nicht zurückhalten.

07:15 Uhr | Kiew: Mehr als eine Million Menschen nach Russland verschleppt

Die USA gehen davon aus, dass Russland seit Beginn seines Kriegs Zehntausende Ukrainerinnen und Ukrainer gewaltsam verschleppt hat. Allein aus der belagerten Hafenstadt Mariupol seien Tausende Menschen nach Russland oder in russisch kontrolliertes Gebiet gebracht worden, sagte der US-Botschafter bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Die ukrainische Regierung schätzt die Zahl der verschleppten Menschen aus der Ukraine sogar auf knapp 1,2 Millionen, darunter mindestens 200.000 Kinder. Nach Angaben Kiews betreibt Moskau zudem sogenannte Filtrationslager, in denen festgenommene Ukrainer verhört und misshandelt werden.

06:10 Uhr | Satellitenbilder zeigen getroffenes russisches Schiff

Satellitenbilder des US-Unternehmens Maxar zeigen ein vermutlich durch einen ukrainischen Raketenangriff getroffenes russisches Versorgungsschiff im Schwarzen Meer. Demnach befindet sich das beschädigte Landungsschiff der Serna-Klasse unweit der Schlangeninsel nahe der ukrainischen Seegrenze zu Rumänien. Die ukrainischen Streitkräfte hatten bereits gemeldet, dass das Schiff "Wsewolod Bobrow" getroffen und in Brand gesetzt worden sei.

04:03 Uhr | Scholz im Verteidigungsausschuss

Bundeskanzler Olaf Scholz steht heute vor dem Verteidigungsausschuss des Bundestags zu seiner Ukraine-Politik Rede und Antwort. Anlass ist eine Einladung der Ausschussvorsitzenden Marie-Agnes Strack-Zimmermann vom April. Die FDP-Politikerin hatte vehement für die Lieferung auch schwerer Waffen an die Ukraine geworben und Scholz in der Frage Zögerlichkeit vorgeworfen. Mittlerweile hat die Bundesregierung grünes Licht für die Bereitstellung ausgemusterter Gepard-Flugabwehrpanzer sowie von sieben Panzerhaubitzen 2000 gegeben.

03:14 Uhr | Ukraine verstaatlicht Filialen russischer Banken

In der Ukraine werden mit sofortiger Wirkung alle Filialen der russischen Sberbank und der VEB.RF, der ehemaligen Wnjeschekonombank, verstaatlicht. Das beschloss das Parlament in Kiew am Donnerstagabend, wie Präsidentensprecher Andryj Jermak nach Angaben der Online-Zeitung "Dumskaja" mitteilte. Nach dem nunmehr verabschiedeten Gesetz werden alle Gesellschafterrechte der betroffenen Banken sowie deren bei anderen ukrainischen Finanzinstituten platzierten Finanzeinlagen in Staatseigentum überführt.

02:20 Uhr | Angehörige ukrainischer Soldaten im Asow-Werk bitten um Hilfe

Die Angehörigen der ukrainischen Kämpfer im Werk Asow-Stahl in Mariupol haben die Regierung in Kiew darum gebeten, die Soldatinnen und Soldaten zu retten. "Wir haben eine neue Verhandlungsrunde über einen Fahrplan für eine Evakuierungsoperation begonnen und wir werden mit den Schwerverletzten beginnen", sagte Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk dem Fernsehsender 1+1. Man arbeite eng mit dem Roten Kreuz sowie den Vereinten Nationen zusammen. Die Türkei habe angeboten, als Vermittler zu agieren.

In dem Industriekomplex haben sich nach ukrainischen Angaben noch mehr als 1.000 Kämpfer verschanzt. Sie sind die letzten ukrainischen Verteidiger in Mariupol, ansonsten ist die strategisch wichtige Hafenstadt unter russischer Kontrolle.

01:53 Uhr | Pussy Riot gibt Konzert in Berlin

Die Kreml-kritische Band Pussy Riot hat am Donnerstagabend mit einem Konzert im Berliner Funkhaus ihre "Riot Days"-Tournee begonnen. Mit der Tournee will die russische Punkrock-Band Geld für die Ukraine sammeln. Die Einnahmen sollen unter anderem an minderjährige Flüchtlinge und ein Krankenhaus gehen.

Pussy Riot war vor zehn Jahren durch ein Konzert in einer Moskauer Kirche gegen Machthaber Wladimir Putin schlagartig weltweit bekannt geworden. Die Sängerinnen Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa wurden deswegen zu zwei Jahren Straflager verurteilt. Ende 2013 wurden sie begnadigt und kamen frei. Aljochina geriet aber immer wieder ins Visier der russischen Strafverfolgungsbehörden, etwa im Zusammenhang mit Demonstrationen für den eingesperrten Kremlgegner Alexej Nawalny. Zuletzt stand sie unter Hausarrest. Zum Konzert in Berlin war sie heimlich angereist.

01:01 Uhr | Welthungerhilfe appelliert an G7-Agrarminister

Vor dem G7-Agrarministertreffen am heutigen Freitag hat die Welthungerhilfe vor einem "noch drastischeren Anstieg" der Zahl der Hungernden infolge des Ukraine-Krieges gewarnt. Die Agrarminister müssten "schnellstmöglich angemessene Akuthilfen auf den Weg bringen", sagte Welthungerhilfe-Vizepolitikchef Rafael Schneider der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Preisanstieg für Lebensmittel durch den Ukraine-Krieg verstärke die Probleme. Derzeit litten weltweit 800 Millionen Menschen unter Hunger, sagte Schneider.

00:22 Uhr | Ukrainischer Botschafter verlangt mehr Einsatz für EU-Beitritt

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk erwartet von der Bundesregierung einen stärkeren Einsatz für den EU-Beitritt der Ukraine. "Neben Waffenlieferungen und der Verschärfung von Sanktionen ist unser Hauptziel, Unterstützung zu bekommen für einen Beitritt zur EU", sagt Melnyk dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Da die Entscheidung über den Kandidatenstatus seitens der EU bis Ende Juni getroffen werde, sei es wichtig, wenn die Deutschen dabei helfen würden, andere Skeptiker zu überzeugen. Dies sei schließlich im Interesse Deutschlands und der EU, so Melnyk.

00:02 Uhr | Ukrainisches Crowdfunding-Projekt bringt Millionen ein

Ein von der ukrainischen Führung ins Leben gerufenes Crowdfunding-Projekt zur Unterstützung des Landes hat innerhalb einer Woche bereits Millionen eingebracht. Wie Digitalminister Mychajlo Fjodorow mitteilte, seien Spenden im Umfang von 25,8 Millionen Dollar (24,4 Mio Euro) aus aller Welt über die Website United24 eingegangen. "Die Unterstützung kam aus 72 Länder der Welt."

Das Geld aus der Spendenplattform werde nun unter den Ministerien aufgeteilt, um die aktuell notwendigsten Projekte zu finanzieren. Die Ukraine hat diese staatliche Spendenplattform wegen des russischen Angriffskriegs geschaffen. Über die Website United24 kann nun gesondert für die Armee, humanitäre Zwecke oder den Wiederaufbau nach dem Krieg gespendet werden. Möglich sind der Webseite zufolge Banktransfers, Zahlungen per Kreditkarte, aber auch mit Cryptogeld.

Die Verwendung des Gelds soll vierteljährlich extern überprüft werden. Die Ukraine gilt nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Transparency International als eines der korruptesten Länder Europas.

00:00 Uhr | Ticker am Freitag, 13. Mai 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Übersichtskarte Ukraine
Bildrechte: MDR

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Mai 2022 | 06:00 Uhr

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Heute vor drei Monaten hat die russische Armee die Ukraine angegriffen. Seither sind Menschen auf der Flucht. Doch es gibt bereits Rückkehrer. ARD-Kollege Florian Kellermann beschreibt die Lage.

MDR AKTUELL Di 24.05.2022 12:36Uhr 05:06 min

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