Russland-Ukraine-Krieg Ticker vom Samstag: Evakuierung von Zivilisten aus Mariupol erneut gescheitert

Erneut ist ein Fluchtkorridor für Zivilisten aus dem umkämpften Mariupol nicht zustande gekommen. Ein Vertreter der Stadtverwaltung erklärte, russische Soldaten hätten die geplante Evakuierung verhindert. Der Sozialverband Deutschland warnt vor einem vollständigen Energie-Embargo gegen Russland. Die Hälfte der Deutschen ist gegen die Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine. Die aktuellen Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im Ticker.

Menschen holen Wasser vor dem beschädigten Schauspielhaus der Region Donezk in Mariupol.
Menschen holen Wasser vor dem beschädigten Schauspielhaus der Region Donezk in Mariupol. Bildrechte: dpa

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, weil wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

23:15 Uhr | Schröder: Sanktionen gegen Russland lassen sich langfristig nicht durchhalten

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hält die massiven Wirtschaftssanktionen gegen Russland auf längere Sicht nicht für durchhaltbar. Ein Land wie Russland lasse sich auf lange Sicht nicht "isolieren", weder politisch noch ökonomisch, sagte Schröder in einem Interview mit der "New York Times". Schröder bot auch erneut seine Vermittlerdienste an. Es müsse so rasch wie möglich eine Friedenslösung gefunden werden. Er tue, was er könne, und "zumindest eine Seite" traue ihm, betonte er mit Bezug auf seine engen Beziehungen zum Kreml.

Es handelt sich um das erste Interview Schröders seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor zwei Monaten. Der Altkanzler steht wegen seiner freundschaftlichen Beziehung zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und seiner Rolle bei russischen Energieunternehmen massiv in der Kritik, auch in der eigenen Partei.

Update 22:20 Uhr | Acht Tote durch Luftangriff auf Odessa

Bei dem russischen Luftangriff auf die Hafenstadt Odessa sind nach neuesten ukrainischen Angaben mindestens acht Menschen getötet worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, 18 bis 20 Menschen seien verletzt worden.

Feuerwehrleute gehen auf einem Weg vor einem Wohnhaus, das durch Beschuss des russischen Militärs beschädigt wurde.
Feuerwehrleute vor einem Wohnhaus in Odessa, das durch Beschuss des russischen Militärs beschädigt wurde. Bildrechte: dpa

Der Leiter der ukrainischen Präsidialverwaltung, Andrij Jermak, erklärte, unter den Todesopfern sei ein dreimonatiger Säugling. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe hatte die russische Armee Raketen auf Odessa abgefeuert. Zwei Raketen hätten eine militärische Einrichtung, zwei andere Wohngebäude getroffen. Zwei weitere Raketen konnten demnach von der ukrainischen Flugabwehr abgefangen werden. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die eigenen Streitkräfte hätten mit "Hochpräzisionsraketen" ein Waffendepot der ukrainischen Armee nahe Odessa zerstört. Dort sei ein "bedeutsames" Arsenal von aus den USA und europäischen Staaten gelieferten Waffen gelagert gewesen.

21:55 Uhr | Ukrainischer Pipelinebetreiber warnt vor Ausfällen bei Gaslieferungen

Der ukrainische Pipelinebetreiber Naftogaz warnt vor einer empfindlichen Beeinträchtigung russischer Gaslieferungen nach Europa infolge von Kampfhandlungen. Das Staatsunternehmen teilte mit, ein Drittel der Gasexporte aus Russland an EU-Staaten könne versiegen, wenn russische Streitkräfte den Pipelinebetrieb in besetzten Gebieten der Ukraine weiterhin störten.

20:57 Uhr | FDP für Lieferung schwerer Waffen

Die FDP hat sich für die Lieferung schwerer Waffen aus Deutschland an die Ukraine ausgesprochen. Die Delegierten des Bundesparteitages stimmten mit großer Mehrheit einem entsprechenden Antrag des Bundesvorstandes zu. Darin heißt es, die Ukraine müsse bei der Abwehr des russischen Angriffskrieges schnell und wirksam unterstützt werden. Dazu gehöre auch die Lieferung schwerer Waffen und die schnelle Bereitstellung von Rüstungsgütern durch die deutsche Industrie, für die Deutschland wie angekündigt die Finanzierung übernehme. Durch die Lieferungen dürfe aber die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands nicht beeinträchtigt und Deutschland nicht zu einer Kriegspartei werden.

20:20 Uhr | Selenskyj kündigte Treffen mit Vertretern der US-Regierung an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj empfängt am Sonntag US-Außenminister Antony Blinken und US-Verteidigungsminister Lloyd Augustin in Kiew. Selenskyj sagte, er werde mit beiden über notwendige Waffen und die Geschwindigkeit ihrer Lieferungen reden. Eine Bestätigung des Treffens durch die US-Regierung gibt es bislang nicht. Die US-Regierung hatte vor wenigen Tagen zusätzliche Waffenlieferungen im Wert von 800 Millionen US-Dollar angekündigt.

19:45 Uhr | Selenskyj droht Russland mit Verhandlungsabbruch

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut mit einem Abbruch aller Gespräche mit Russland über eine Ende des Krieges gedroht. Bei einer Pressekonferenz in einer zentralen U-Bahn-Station der Hauptstadt Kiew sagte er, wenn "unsere Leute in Mariupol vernichtet würden, wenn ein Pseudoreferendum über die Unabhängigkeit in Cherson" stattfinde, dann trete die Ukraine aus allen Verhandlungsprozessen heraus. Selenskyj erklärte aber auch, er sei weiter bereit, direkt mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu verhandeln. Die Metrostationen im Zentrum der Millionenstadt Kiew wurden von der Sowjetunion als Luftschutzkeller für den Fall eines Atomkrieges konzipiert und dienen auch heute Zivilisten als Schutzräume.

18:20 Uhr | Evakuierung von Zivilisten aus Mariupol erneut gescheitert

Die Evakuierung von Zivilisten aus der südukrainischen Hafenstadt Mariupol ist erneut gescheitert. Vize-Bürgermeister Petro Andriuschtschenko teilte mit, russische Truppen hätten den Versuch verhindert. Rund 200 Einwohner hätten sich versammelt, um aus der umkämpften Stadt gebracht zu werden. Russische Soldaten hätten sie auseinandergetrieben. Einige Menschen seien gezwungen worden, Busse zu besteigen, die sie in eine von den Russen kontrollierte Zone bringen sollte. Bereits in der Vergangenheit waren jedoch mehrere Versuche, Fluchtkorridore für Einwohner aus Mariupol zu öffnen, gescheitert.

16:50 Uhr | Tote bei russischem Raketenangriff auf Odessa

Bei einem Raketenangriff auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind nach ukrainischen Angaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Wie der Stabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, mitteilte, wurden bei dem Angriff 18 Menschen verletzt. Nach Angaben des ukrainischen Militärs hatten zwei Raketen eine Militäreinrichtung und zwei Wohngebäude getroffen. Zwei weitere Raketen seien von der Luftabwehr abgefangen worden.

Bei einem russischen Artillerieangriff auf die Stadt Solote im Osten der Ukraine starben zwei Zivilisten. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, wurden zwei Menschen verletzt.

16:00 Uhr | Fast 5,2 Millionen Ukrainer ins Ausland geflüchtet

Fast 5,2 Millionen Menschen sind seit Beginn des Ukraine-Krieges vor zwei Monaten aus dem Land geflohen. Das gab das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bekannt. 90 Prozent der ins Ausland Geflüchteten sind demnach Frauen und Kinder. Mit 2,8 Millionen Ukrainern flohen die meisten Menschen nach Polen. Viele von ihnen seien mittlerweile in andere Staaten des europäischen Schengen-Raums gelangt.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) der Vereinten Nationen sind seit Kriegsbeginn Ende Februar weitere 218.000 Bürger aus Drittländern - vor allem Studenten und Wanderarbeiter - in die Nachbarländer geflohen. Die IOM schätzt, dass mehr als 7,7 Millionen Menschen innerhalb der Ukraine auf der Flucht sind.

15:05 Uhr | Moskauer Patriarch Kyrill ruft zum orthodoxen Osterfest zum Frieden auf

Der Moskauer Patriarch Kyrill hat angesichts des bevorstehenden orthodoxen Osterfestes zum Frieden aufgerufen. Kritik am russischen Angriff auf die Ukraine vermied er aber. Das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche sagte bei einem Gottesdienst in Moskau, er bete darum, dass die Kämpfe so bald wie möglich beendet würden und der ersehnte Frieden einkehre. Papst Franziskus hatte zum westlichen Osterfest Russlands Angriff auf die Ukraine kritisiert und später ein geplantes Treffen mit Kyrill abgesagt. Dieser hat das Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin öffentlich unterstützt und damit Irritationen auch in Teilen der orthodoxen Kirchen ausgelöst.

13:41 Uhr | Lindner nimmt Scholz in Schutz

FDP-Chef Christian Lindner hat Bundeskanzler Olaf Scholz gegen Kritik an seiner Ukraine-Politik in Schutz genommen. In seiner Rede vor dem Bundesparteitag der FDP sicherte der Bundesfinanzminister dem Kanzler die Unterstützung seiner Partei zu. Scholz sei eine verantwortungsvolle Führungspersönlichkeit, die sorgsam abwäge und auf dieser Basis Entscheidungen treffe.

Lindner kritisierte die Union, die in der Frage der Waffenlieferungen an die Ukraine einen Antrag im Bundestag einbringen will. Der CDU/CSU gehe es offenkundig darum, die Regierungskoalition zu destabilisieren. In Zeiten von Krieg in Europa habe er für diese Form von parteipolitischen Manövern kein Verständnis. Lindner ging in seiner Rede nicht darauf ein, dass die Kritik an Scholz' Ukraine-Politik auch von Politikern der FDP und der Grünen geäußert wurde.

13:34 Uhr | Ukraine spricht von erneuten Angriffen auf Azovstal

Nach ukrainischen Angaben haben die russischen Streitkräfte ihre Angriffe gegen das Gelände des Azovstal-Metallurgiewerks in Mariupol wieder aufgenommen. Wie Selenskyj-Berater Olexij Arestowytsch im ukrainischen Fernsehen mitteilte, griffen sie das Werksgelände aus der Luft an. Zudem hätten sie versucht, die von ukrainischen Kräften kontrollierten Anlagen zu stürmen.

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag erklärt, eine Erstürmung des Stahlwerkses solle auf Rücksicht auf die eigenen Soldaten unterbleiben und stattdessen eine Blockade eingerichtet werden.

12:35 Uhr | Lindner: "Die Ukraine wird diesen Krieg gewinnen"

FDP-Chef Christian Lindner hat einen Sieg der Ukraine im Krieg gegen Russland vorhergesagt. In einer wegen einer Corona-Infektion aus Washington zugeschalteten Rede an den FDP-Parteitag sagte der Bundesfinanzminister, die ukrainischen Streitkräfte setzten sich gegen die russische Aggression zur Wehr und kämpften damit auch für die westlichen Werte: "Und deshalb muss die Ukraine diesen Krieg gewinnen, und die Ukraine wird diesen Krieg gewinnen."

Erst am Donnerstag hatte der ehemalige Sicherheitsberater von Angela Merkel, Brigadegeneral a.D. Erich Vad, in der ZDF-Sendung "maybrit illner" unter Verweis auf die Kriegsrhetorik der Grünen "militärische Lösungen als ultimatives Ziel" als "verrückt" bezeichnet. Vad warnte: "Wir müssen vorsichtig sein mit unserer Militärrhetorik und mit Waffenlieferungen. Davon auszugehen, dass nur eine Seite am Ende gewinnen kann, ist ein Fehler."

12:04 Uhr | Russland meldet Zerstörung von über 20 Waffendepots

Die russischen Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge mehr als 20 Waffen- und Munitionsdepots in der Ukraine zerstört. Laut Verteidigungsministerium vernichtete die Luftwaffe insgesamt sechs solche Lager. Weitere 16 Waffen- und Ausrüstungsdepots seien durch die Raketenstreitkräfte zerstört worden. Außerdem hätten die russischen Luftabwehrsysteme ein ukrainisches Kampfflugzeug vom Typ Su-25 sowie drei Mi-8-Hubschrauber abgeschossen. Zudem seien 15 ukrainische Drohnen vernichtet worden. Unabhängig lassen sich die Berichte nicht überprüfen.

10:04 Uhr | Neuer Versuch für Fluchtkorridor für Mariupol bestätigt

Die ukrainischen Behörden haben das Zustandekommen eines Fluchtkorridors für die Hafenstadt Mariupol bestätigt. Nach Angaben der Stadt sollen die Zivilisten ab 12 Uhr Ortszeit mit Bussen in die von der Ukraine kontrollierte Großstadt Saporischschja gebracht werden. In den vergangenen Tagen waren solche Evakuierungsversuche immer wieder gescheitert. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

09:26 Uhr | Flughäfen in Südrussland bleiben bis zum 1. Mai gesperrt

Wegen des Ukraine-Krieges haben die russischen Behörden die Flugverbote im Süden Russlands bis zum 1. Mai verlängert. Wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilte, bleiben insgesamt elf Flughäfen weiter gesperrt. Von den Luftraumbeschränkungen betroffen sind die Flugplätze in den Schwarzmeer-Kurorten Anapa und Gelendschik, in den Millionenstädten Rostow am Don, Woronesch und Krasnodar sowie in Belgorod unweit der ukrainischen Grenze. Darüber hinaus haben die Flughäfen von Brjansk, Elista, Kursk und Lipezk im Westen Russlands sowie in Simferopol auf der Krim ihren Betrieb für den Passagierverkehr zeitweise eingestellt.

09:07 Uhr | Klingbeil wirft Union "Krawallkurs" bei Waffenlieferungen vor

SPD-Chef Lars Klingbeil hat das Vorgehen der Union in der Diskussion um Waffenlieferungen an die Ukraine scharf kritisiert. "Ich glaube, dass dieser Krawallkurs der Union schaden wird", sagte Klingbeil mit Blick auf den von der CDU/CSU-Fraktion geplanten Antrag für Waffenlieferungen im Bundestag. Die Union will darüber möglichst schon nächste Woche abstimmen lassen und hofft auf Zustimmung auch von Koalitionspolitikern der Grünen und der FDP, die sich für Waffenlieferungen ausgesprochen haben. In der SPD sieht man das als taktisches Manöver.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte der Lieferung schwerer Waffen aus Beständen der Bundeswehr zunächst eine Absage erteilt. Stattdessen will die Bundesregierung Waffenlieferungen der Industrie finanzieren und Abgaben von Bündnispartnern unterstützen.

08:35 Uhr | Russische Truppen setzen Offensive in Ostukraine fort

Die russischen Streitkräfte setzen nach ukrainischen Angaben ihre Offensive im Osten der Ukraine fort. Dem ukrainischen Generalstab zufolge sollen sie unter anderem einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt in der Region Charkiw unter ihre Kontrolle gebracht haben. Für Charkiw selbst gebe es eine Teilblockade. In den Regionen Donezk und Luhansk hätten sie ihre Position gefestigt.

Die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk stellte für den heutigen Tag neue Fluchtkorridore für die umkämpfte Hafenstadt Mariupol in Aussicht. Nach russischen Angaben gibt es nur noch im Metallurgie-Kombinat Azovstal ukrainische Kämpfer. Der britische Militärgeheimdienst spricht für Mariupol hingegen immer noch von schweren Kämpfen. Alle Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

07:16 Uhr | Geywitz sieht Bedarf an neuen Flüchtlingsunterkünften

Bundesbauministerin Klara Geywitz sieht einen großen Bedarf an neuen Flüchtlingsunterkünften. Die SPD-Politikerin verwies in der "Welt am Sonntag" auf die Bilder aus den zerstörten ukrainischen Städten. Wenn man das sehe, könne man nicht davon ausgehen, dass der Großteil der Geflüchteten schnell zurückkehre. Man müsse deshalb in Deutschland zusätzliche Unterbringungskapazitäten schaffen. Geywitz betonte, die Bundesregierung habe für solche Bauvorhaben bereits ein vereinfachtes Planungsrecht geschaffen.

06:45 Uhr | Sozialverband warnt vor Energie-Embargo gegen Russland

Blick auf Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 und der Übernahmestation der Ferngasleitung OPAL
Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1. Bildrechte: dpa

Der Sozialverband Deutschland warnt vor einem vollständigen Energie-Embargo gegen Russland. Präsident Adolf Bauer sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", ein Import-Stopp hätte "dramatische Folgen" für den deutschen Arbeitsmarkt. Dieses Risiko solle man nicht eingehen. Aus der Versorgung durch russische Energie könne man erst aussteigen, wenn große Verwerfungen in Deutschland ausgeschlossen seien. Bauer betonte, der Preisanstieg durch den Ukraine-Krieg habe schon jetzt dramatische Folgen für die ärmere Bevölkerung. Das betreffe nicht nur die Energie, sondern auch Mieten und Nahrungsmittel. Leidtragende seien vor allem jene, bei denen es gar nicht um Wohlstandsverlust gehe, weil sie ohnehin kaum über die Runden kämen.

05:00 Uhr | Hälfte der Deutschen gegen Lieferung schwerer Waffen

50 Prozent der Deutschen sind laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA gegen die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine, 43 Prozent sind dafür. Das berichtet die "Bild". 55 Prozent der SPD-Wähler sprachen sich demnach gegen, 41 Prozent für die Lieferung aus. Bei den Unionswählern stimmten 55 Prozent für die Lieferung schwerer Waffen, 40 Prozent dagegen. 72 Prozent der Grünen-Wähler sprachen sich laut Umfrage für die Lieferung aus, 25 Prozent dagegen. Befragt wurden laut "Bild" 1.001 Personen.

03:00 Uhr | Guterres trifft Putin und Selenskyj

UN-Generalsekretär António Guterres wird kommende Woche Russland und die Ukraine besuchen. Nach einem Empfang durch Russlands Präsident Wladimir Putin am Dienstag in Moskau wird Guterres in die Ukraine weiterreisen und dort am Donnerstag unter anderem Präsident Wolodymyr Selenskyj treffen, teilten die Vereinten Nationen mit. Es sind jeweils auch Arbeitstreffen mit den beiden Außenministern Sergej Lawrow und Dmytro Kuleba geplant. Der UN-Chef hatte zuvor um die Treffen gebeten, um in dem Konflikt zu vermitteln.

01:40 Uhr | Weiteres mutmaßliches Massengrab in Mariupol entdeckt

Unweit der von russischen Truppen belagerten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol deuten Satellitenbilder auf ein mögliches weiteres Massengrab hin. "Dieses Mal im linksufrigen Stadtbezirk beim Friedhof von Wynohradne", teilte der Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko mit. Russland würde so versuchen, Kriegsverbrechen zu verschleiern. Die vom US-Satellitenfotodienst Maxar verbreiteten Aufnahmen aus dem Zeitraum vom 22. März bis 15. April sollen einen Friedhof bei Wynohradne vor, während und nach einer Erweiterung der Gräber zeigen. Unabhängig überprüft werden konnten die ukrainischen Angaben nicht.

00:20 Uhr | Selenskyj ruft zum zivilen Widerstand auf

Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj: "Sich bei jeder Gelegenheit gegen die Besetzung wehren." Bildrechte: dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bürger seines Landes zum Widerstand gegen Russland aufgerufen. "Jeder muss sich bei jeder Gelegenheit gegen die Besetzung wehren", sagte Selenskyj in seiner allabendlichen Videobotschaft. Die Menschen sollten nicht mit den Russen kooperieren. Jene, die in von russischen Einheiten kontrollierten Gebieten lebten, sollten diesen "so viele Probleme wie möglich machen".

00:00 Uhr | Ticker am Samstag, 23. April 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Übersichtskarte Ukraine
Bildrechte: MDR

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. April 2022 | 06:00 Uhr

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