Ukraine-Krieg Ticker vom Freitag: Retter haben Mariupol nicht erreicht

Der Hilfskonvoi des Roten Kreuzes ist vor der umkämpften Stadt Mariupol umgekehrt. Dutzende Busse mit Zivilisten konnten die Stadt jedoch verlassen. Die Bundesregierung hat den Verkauf von Panzerwagen aus ehemaligen NVA-Beständen an die Ukraine genehmigt. Die Ukraine hat nach russischen Angaben erstmals einen Angriff auf russischem Territorium ausgeführt. Die Ukraine bestreitet den Vorwurf. Die aktuellen Ereignisse zum Krieg in der Ukraine im Ticker.

Rotes Kreuz Ukraine
Der Hilfskonvoi des Roten Kreuzes hat es nicht nach Mariupol geschafft Bildrechte: IMAGO / NurPhoto

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist derzeit schwierig, da wegen der Kämpfe kaum noch unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

23:14 Uhr | Geheimdienstgeneral wollte aus Ukraine flüchten

Ein Generalmajor der Reserve des ukrainischen Geheimdienstes SBU ist nach Behördenangaben am illegalen Verlassen des Landes gehindert worden. An einem Grenzübergang nach Ungarn habe der General gefälschte Papiere vorgelegt, nach denen er nicht wehrpflichtig sei. Das teilte das Staatliche Ermittlungsbüro der Ukraine mit. Der Mann habe sich als Gefreiter ausgegeben und sei festgenommen worden, hieß es.

In einer Videobotschaft sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj, er habe zwei Brigadegenerälen des SBU ihre militärischen Ränge aberkannt. Weitere Details nannte er er nicht. "Ich habe keine Zeit, mich mit Verrätern zu befassen", sagte Selenskyj. Ausdrücklich lobte er den Einsatz anderer Mitarbeiter des SBU in dem von Russland ausgelösten Krieg.

23:04 Uhr | Ukraine erhält Schutzausrüstung gegen Chemieangriffe

Die USA stellen nach eigenen Angaben der Ukraine Ausrüstung und Material für den Fall eines russischen Angriffs mit chemischen oder biologischen Waffen bereit. Die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, wies auf Warnungen ihrer Regierung und anderer Staaten hin, dass Russland derartige Waffen einsetzen könnte.

22:13 Uhr | OB Jung: Großstädte können nicht alle Ukrainer aufnehmen

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung sieht weiter die gerechtere Verteilung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine als großes Problem. Als Vizepräsident des Deutschen Städtetags hatte Jung an einem Treffen im Kanzleramt teilgenommen. Dort tauschten sich Kanzler Olaf Scholz und Vertreter der kommunalen Spitzenverbände aus.

Jung sagte danach MDR AKTUELL, die Menschen aus der Ukraine wollten vor allem in Großstädten unterkommen. Sie hofften von dort schnell weiter oder auch zurück in ihre Heimat zu kommen. Man müsse die Geflüchteten besser lenken, auch ins Umland und in die Dörfer. Dazu brauche man etwa Lotsensysteme mit ukrainischen Ehrenamtlichen und auch bessere Informationen bei der ersten Registrierung in Zügen und in Erstaufnahmeeinrichtungen. Die großen Städte schafften es nicht, alle Geflüchteten aufzunehmen.

22:12 Uhr | Moskauer Bolschoi-Theater spielt zugunsten der russischen Armee

Das Moskauer Bolschoi-Theater will die russische Armee mit einer Ballettaufführung unterstützen. Am Samstag werde das Ensemble das Ballett "Spartakus" von Aram Chatschaturjan zur Unterstützung des russischen "Militäreinsatzes" in der Ukraine aufführen, teilte das Theater mit. Der Erlös gehe an die Familien der in der Ukraine gefallenen russischen Soldaten.

21:38 Uhr | Große Probleme bei Registrierung von Geflüchteten

Bei der Registrierung der Geflüchteten aus der Ukraine kommt es bundesweit zu Problemen, wie Recherchen des BR zeigen. Die technischen Systeme sind demnach überlastet und fallen häufig aus. Die Menge der unregistrierten Menschen wachse so immer weiter an.

20:59 Uhr | IEA will weitere Ölreserven freigeben

Die Internationale Energieagentur IEA will erneut Rohölreserven freigeben. Das entschieden die 31 Mitgliedsländer bei einer Dringlichkeitssitzung in Paris. Hintergrund ist der Ukraine-Krieg, der zu einem starken Anstieg des Ölpreises geführt hat. Die IEA will Anfang kommender Woche mitteilen, welchen Umfang die zweite Freigabe der Reserven seit Ausbruch des Krieges haben wird. Vor einem Monat waren knapp 63 Millionen Barrel Rohöl freigegeben worden. Die IEA-Mitglieder haben Notvorräte von insgesamt 1,5 Milliarden Barrel.

20:01 Uhr | Konvoi des Roten Kreuzes vor Mariupol umgekehrt

Ein Konvoi des Internationalen Roten Kreuzes hat es nicht geschafft, Einwohner aus der ukranischen Stadt Mariupol herauszuholen. Wie das Rote Kreuz mitteilte, musste der Konvoi umkehren. Die Lage mache es unmöglich, den Hilfseinsatz fortzuführen. Bereits in den vergangenen Tagen waren Feuerpausen für Fluchtkorridore nicht eingehalten worden. Das russische und das ukrainische Militär machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

Mariupol ist seit Wochen von russischen Truppen eingekesselt und durch den Dauerbeschuss weitgehend zerstört. Es soll in der Stadt schon Tausende Tote geben. Die Lage der Überlebenden gilt als völlig verzweifelt.

19:18 Uhr | Ukraine berichtet weiteren Gefangenenaustausch

Mehr als fünf Wochen nach Beginn des russischen Angriffskrieges hat es ukrainischen Angaben zufolge einen weiteren Gefangenenaustausch gegeben. Die russischen Seite habe 71 ukrainische Soldaten und 15 Soldatinnen aus der Kriegsgefangenenschaft freigelassen und dafür ebenso viele eigene Leute übergeben bekommen, schrieb die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk auf Facebook. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

In den vergangenen Wochen hatte es bereits mehrere Gefangenenaustausche zwischen Ukrainern und Russen gegeben. Mitte März hatte die russische Seite etwa den zwischenzeitlich entführten Bürgermeister der Stadt Melitopol freigelassen - ukrainischen Angaben zufolge im Austausch für neun russische Wehrdienstleistende.

19:10 Uhr | Ukraine: Tanklager in Russland nicht angegriffen

Der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates in der Ukraine, Olexij Danilow, dementiert, Streitkräfte seines Landes stünden hinter dem Brand eines Treibstofflagers in der russischen Stadt Belgorod. "Aus irgendwelchen Gründen behaupten die, wir waren es", sagt er im Fernsehen mit Blick auf russische Darstellungen, Ukrainer hätten die Tanks angegriffen. "Nach den Informationen, die ich habe, entspricht das nicht der Wahrheit", erklärt Danilow.

19:07 Uhr | Insider: Luftwaffe erhält großen Teil des Bundeswehr-Sondervermögens

Die deutsche Luftwaffe soll Insidern zufolge den Löwenanteil vom geplanten 100 Milliarden Euro schweren Bundeswehr-Sondervermögen erhalten. Etwa 40 Milliarden Euro seien für die Luftwaffe vorgesehen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Rund 27 Milliarden Euro sollen in die Verbesserung der Führungsunterstützung und moderne Fluggeräte fließen. Das Heer solle 17 Milliarden Euro und die Marine zehn Milliaden Euro erhalten. Das nächste Teffen zur Beratung über den Fonds dürfte am Montag im Kanzleramt staffinden, verlautete weiter aus den Kreisen.

17:57 Uhr | EU warnt China vor Unterstützung Russlands

Die EU hat die chinesische Führung bei einem Gipfel vor Rückendeckung für Russlands Krieg gegen die Ukraine gewarnt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte nach der Videokonferenz mit Ministerpräsident Li Keqiang und Staats- und Parteichef Xi Jinping, kein europäischer Bürger würde es verstehen, wenn es irgendeine Unterstützung für Russlands Fähigkeit geben würde, Krieg zu führen. China trage auch als ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat eine besondere Verantwortung.

Der chinesische Regierungschef Li sagte, sein Land wolle zusammen mit der EU auf Frieden in der Ukraine hinarbeiten. China fördere Friedensgespräche aber auf eigene Weise, damit sich die Lage entspanne und Feindseligkeiten eingestellt würden.

17:19 Uhr | Unesco berichtet über 53 zerstörte Welterbestätten

Die Unesco hat französischen Medien zufolge eine Liste mit 53 teilweise oder ganz zerstörten Welterbestätten in der Ukraine vorgelegt. Die aufgrund des Konflikts nur vorläufige Zählung, die in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden durchgeführt wurde, listet 29 religiöse Stätten, 16 historische Gebäude, vier Museen und vier Denkmäler auf.

Um weitere Zerstörungen zu vermeiden, haben die Unesco und die ukrainische Regierung demnach ein System mit weiß-blauen Markierungen zur Kennzeichnung der Welterbestätten entwickelt.

16:56 Uhr | Kiews Atomenergiebehörde berichtet über Verstrahlungen

Russische Soldaten sollen sich nach offiziellen Angaben aus Kiew bei einem Einsatz um das frühere Atomkraftwerk Tschernobyl Strahlenschäden zugezogen haben. Die ukrainische Atomenergiebehörde Energoatom teilte mit, dass russische Truppenteile in der Sperrzone rund um den Unglücksmeiler Gräben ausgehoben und sich dabei mit radioaktivem Material verseucht hätten.

Zuvor gab es Berichte, dass das russische Militär nach mehreren Wochen Krieg das Kraftwerk wieder verlassen hätte. Die russische Seite hat sich bislang nicht zu den Berichten aus der Ukraine zu möglichen Strahlenschäden geäußert.

15:57 Uhr | Treffen zwischen Wladimir Klitschko und Kanzler Scholz

Bei seinem Besuch in Berlin hat der frühere Box-Weltmeister Wladimir Klitschko auch Bundeskanzler Olaf Scholz getroffen. Der SPD-Politiker empfing den Ukrainer Klitschko heute im Kanzleramt, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit mit.

Klitschko ist seit gestern in Berlin, um bei verschiedenen hochrangigen Politikern um Unterstützung für die Ukraine im russischen Angriffskrieg zu werben.

15:17 Uhr | Kein Statement zu möglichem Angriff auf Treibstoffdepot

Das ukrainische Verteidigungsministerium lehnt eine Stellungnahme zu russischen Vorwürfen ab, ukrainische Truppen hätten ein Treibstofflager in der russischen Stadt Belgorod angegriffen. Die Ukraine verteidige sich derzeit und könne nicht für "jede Katastrophe auf russischem Territorium" verantwortlich gemacht werden, sagt ein Ministeriumssprecher. Die Vorwürfe würden weder bestätigt noch dementiert. Russischen Angaben zufolge hatten zwei ukrainische Militärhubschrauber das Treibstofflager in der Nähe der Grenze zur Ukraine in Brand geschossen.

Wie sehr sich die russische Sicht auf den Krieg in der Ukraine von ukrainischen Angaben oder Berichten von Beobachtern unterscheidet, hören Sie im folgenden Beitrag. (Bild: Das brennende Treibstofflager in Belgorod)

14:44 Uhr | Westukraine - Deutschland fördert Wohnungsbau

Das Bundesentwicklungsministerium will die Unterbringung von Binnenflüchtlingen in der Ukraine unterstützen. Ministerin Svenja Schulze sagte nach einem Gespräch mit ihrem ukrainischen Kollegen Oleksiy Chernyshov, für die Schaffung von Wohnraum für die Betroffenen würden rund 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit solle vor allem in der Westukraine schnell Wohnraum für Familien auf der Flucht geschaffen werden. Kurzfristig gehe dies durch die Sanierung öffentlicher Gebäude und durch Wohnsysteme nach Baukastenprinzip. Inzwischen hätten über zehn Millionen Menschen ihre Wohnorte verlassen. Mit mehr als sechs Millionen seien die meisten Geflüchteten in der Ukraine geblieben.

14:00 Uhr | Kommission: EU-Staaten sollen Umtausch von Hrywnja in Euro anbieten

Die EU-Kommission will ukrainischen Flüchtlingen den Umtausch der Landeswährung Hrywnja in Euro ermöglichen. Pro Person sollten bis zu 10.000 Hrywnja in gut 300 Euro getauscht werden können, ohne dass Gebühren anfielen, heißt es in einer Empfehlung der Kommission an die EU-Mitgliedsstaaten. Der Vorstoß sei nötig, weil die ukrainische Notenbank den Umtausch einstellen musste, um die Devisenreserven zu schonen. Derzeit ist die Hrywnja in großen Teilen Europas nicht frei umtauschbar und damit praktisch wertlos.

13.27 Uhr | NVA-Panzer für die Ukraine

Deutschland hat die Lieferung weiterer Rüstungsgüter an die ukrainische Armee genehmigt. Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht habe die Erlaubnis erteilt, sagte ein Sprecher des Ministeriums der "Welt am Sonntag". Es gehe um 58 Schützenpanzer, die ursprünglich aus den Beständen der Nationalen Volksarmee der DDR stammten. Die Panzerwagen vom Typ "PbV-501" – zu DDR-Zeiten als BMP-1 bekannt – seien im Besitz einer tschechischen Firma, die sie an die Ukraine weiterverkaufen wolle. Die dafür notwendige Genehmigung aus Deutschland sei jetzt erfolgt.

13:02 Uhr | Scholz: Putin nicht umfassend informiert

Bundeskanzler Olaf Scholz geht davon aus, dass Russlands Präsident Wladimir Putin nicht umfassend über die Lage in der Ukraine informiert wird. Er sei überzeugt, "dass die eigenen Dienste ihm viele Wahrheiten auch vorenthalten", sagte der Sozialdemokrat in einem Podcast-Interview nach NDR-Angaben vom Freitag. Dabei gehe es zum Beispiel darum, "wie viele russische Soldaten gestorben sind in diesem Krieg".

Der Kreml hatte am Donnerstag westliche Geheimdienst-Berichte zurückgewiesen, wonach Putin von seinen Beratern falsch über die Lage in der Ukraine informiert werde.

Update 12:49 Uhr | Lawrow sieht Fortschritte

Der russische Außenminister Sergej Lawrow spricht von Fortschritten bei den Friedensgesprächen zwischen der Ukraine und Russland. Die Regierung in Moskau bereite derzeit ihre Antwort auf ukrainische Vorschläge vor, sagte Lawrow nach einem Gespräch mit seinem indischen Amtskollegen.

Nach Angaben der Ukraine haben beiden Parteien ihre Verhandlungen fortgesetzt. Die Gespräche seien im Online-Format fortgesetzt worden, teilte das ukrainische Präsidialamt mit, ohne Einzelheiten zu nennen.

12:35 Uhr | Internationales Rotes Kreuz auf dem Weg nach Mariupol

Teams des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz sind nach Angaben eines Sprechers auf dem Weg in die belagerte Hafenstadt Mariupol. "Wir haben die Erlaubnis, uns heute in Bewegung zu setzen, und sind unterwegs nach Mariupol", sagt er. "Wir sind hoffnungsfroh, dass die Fluchtkorridore heute geöffnet werden können." Allerdings habe man keine Erlaubnis erhalten, Hilfsgüter mit dem Konvoy in die Stadt zu bringen und sei daher ohne Vorräte losgefahren. Der Bürgermeister der Stadt hatte in dieser Woche erklärt, dass 170.000 Einwohner in Mariupol eingeschlossen seien. Sie hätten keinen Strom und die Lebensmittelvorräte gingen zur Neige.

11:20 Uhr | Aldi erhöht erneut die Preise

Infolge des Krieges steigen in Deutschland die Lebensmittelpreise weiter. Am Freitag bestätigte Aldi, dass die Preise beim Discounter erneut angehoben werden. Fleisch, Wurst und Butter werden ab Montag "deutlich teurer", sagte Aldi-Nord-Kommunikationschef Florian Scholbeck der Deutschen Presse-Agentur. Grund hierfür seien höhere Preise von Lieferanten: "Seit Beginn des Ukraine-Krieges gibt es Sprünge bei den Einkaufspreisen, die wir so noch nicht erlebt haben." Das liege an erhöhten Kosten für Futter- und Düngemittel sowie Energie. Zuvor hatte die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" über die Preiserhöhungen berichtet. Der Zeitung zufolge sieht sich auch Aldi Süd veranlasst, die Preise anzuheben.

Seit Beginn des Ukraine-Krieges gibt es Sprünge bei den Einkaufspreisen, die wir so noch nicht erlebt haben.

Florian Scholbeck Sprecher von Aldi Nord

Aldi hatte bereits vor zwei Wochen die Preise für etwa 160 Artikel erhöht, eine Woche später verteuerten sich 20 weitere Artikel. Wettbewerber zogen nach. Aufgrund der Situation ließen "sich steigende Verkaufspreise in der gesamten Branche [...] nicht immer vermeiden", teilte Edeka bereits vergangene Woche mit. Nach einer kürzlich veröffentlichten Befragung des Ifo-Instituts planen fast alle Supermarkt-Ketten Preiserhöhungen. Aldi gilt traditionell als Taktgeber dafür.

10:26 Uhr | Australien sagt Ukraine Panzerfahrzeuge zu

Der australische Premierminister Scott Morrison hat der Ukraine die Lieferung weiterer militärischer Ausrüstung zugesagt. Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Donnerstag in einer Ansprache an das australische Parlament speziell um Bushmaster-Panzerfahrzeuge gebeten, die die australische Armee benutzt. Morrison erklärte am Freitag, Australien werde der Bitte nachkommen: "Wir schicken unsere Waffen, Munition, humanitäre Hilfe, unsere Schutzwesten. Und wir werden auch unsere gepanzerten Fahrzeuge – unsere Bushmaster – schicken." Die Ausrüstung werde mit Militärtransportflugzeugen in die Ukraine geflogen.

Die elf Tonnen schweren Bushmaster, die Australien unter anderem in Afghanistan eingesetzt hatte, sollen ihre zehn Insassen vor Landminen und anderen Sprengkörpern schützen.

09:55 Uhr | Britischer Geheimdienst: Ukraine mit erfolgreichen Gegenangriffen

Den ukrainischen Streitkräften sind nach Angaben des britischen Militärgeheimdiensts Geländegewinne an den Hauptversorgungsrouten zwischen der Hauptstadt Kiew und der umkämpften Großstadt Tschernihiw im Norden des Landes gelungen. Sie hätten entlang dieser Routen die Dörfer Sloboda und Lukaschiwka südlich von Tschernihiw zurückerobert, teilte der Geheimdienst mit. "Die Ukraine hat auch weiterhin erfolgreiche, aber begrenzte Gegenangriffe im Osten und Nordosten von Kiew durchgeführt", erklärte das britische Verteidigungsministerium. Tschernihiw und Kiew würden aber trotz der russischen Ankündigung reduzierter Angriffe in diesen Gebieten weiterhin aus der Luft und mit Raketen attackiert.

09:50 Uhr | Hohe Nachfrage nach Speiseöl und Mehl

Die Nachfrage nach Speiseöl und Mehl in Deutschland ist nach Beginn des Krieges zeitweise stark gestiegen. Nach Daten des Statistischen Bundesamts war der Absatz von Speiseöl im Lebensmitteleinzelhandel in der Woche vom 7. bis 13. März mehr als doppelt so hoch (plus 123 Prozent) wie im September 2021. Bei Mehl wurde im selben Zeitraum sogar eine Verdreifachung der Nachfrage festgestellt (plus 206 Prozent).

Russland und die Ukraine gehören zu den wichtigsten Getreideexporteuren der Welt. Die Ukraine ist zudem ein bedeutender Produzent von Speiseöl, insbesondere von Sonnenblumenöl. Dennoch appellierten Bundesregierung, Produzenten, Handel und Fachleute, von Hamsterkäufen abzusehen. Die Versorgung mit Lebensmitteln in Europa sei gesichert.

Update 09:05 Uhr | Ukraine greift angeblich Treibstofflager in Russland an

Zwei ukrainische Militärhubschrauber haben nach russischen Angaben ein Treibstofflager im russischen Belgorod nahe der Grenze angegriffen. Dadurch sei ein Brand in dem Lager ausgebrochen, teilte Regionalgouverneur Wjatscheslaw Gladkow mit. Zwei Menschen seien verletzt worden. Einige nahe gelegene Gebiete der Stadt seien evakuiert worden.

Eine Bestätigung des Angriffs durch die Ukraine steht aus. In sozialen Netzwerken waren Videos von einem angeblichen Angriff durch ukrainische Lufteinheiten zu sehen. Die Echtheit der Aufnahmen kann momentan nicht überprüft werden.

Belgorod liegt rund 40 Kilometer von der ukrainischen Grenze und etwa 80 Kilometer von der ukrainischen Stadt Charkiw entfernt. Die Stadt wurde seit dem Beginn der russischen Offensive massiv attackiert.

Riesige Flammen über einer Art Industriegelände 1 min
Russland meldet ukrainischen Luftangriff auf Treibstofflager in Belgorod Bildrechte: Reuters

07:17 Uhr | Forderung nach unbefristeten Schutzstatus für ukrainische Kriegsdienstverweigerer

Der Verein Connection fordert einen sofortigen unbefristeten Schutzstatus für alle Kriegsdienstverweigerer aus der Ukraine, Belarus und Russland. Der Verein setzt sich weltweit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure ein. Mitglied Rudi Friedrich sagte MDR AKTUELL, es helfe den Menschen nichts, wenn sie nach einem Jahr in ihre Heimat zurückkehren müssten und dann der Verfolgung ausgesetzt seien.

Die stellvertretende Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Andrea Lindholz, sieht keinen Bedarf, den Schutzstatus von Kriegsdienstverweigerern anzupassen. Sie sagte, ukrainische Flüchtlinge fielen ohnehin unter den Schutz der Richtlinie. Dazu gehörten selbstverständlich auch Kriegsdienstverweigerer. Bei allen anderen Flüchtlingen müsse eine Prüfung im regulären Asylverfahren erfolgen.

03:15 Uhr | Gas aus Russland: Expertin warnt vor "Triage" in deutscher Wirtschaft

Die Bau- und Energie-Expertin Lamia Messari-Becker warnt für den Fall eines Stopps von russischen Gaslieferungen nach Deutschland vor "verheerenden Folgen" für die deutsche Wirtschaft. Wenn Grundstoff-Industrien zum Erliegen kämen, könnte ein Dominoeffekt entstehen, der nicht mehr aufzuhalten und nur schwer reparabel wäre, sagte Messari-Becker der Deutschen Presse-Agentur.

Oberstes Ziel müsse es sein, "mit allen Mitteln eine drohende Wirtschaftstriage zu verhindern", sagte Messari-Becker. Damit meint die Expertin ein Szenario, bei dem im Falle von Versorgungsengpässen gewisse Unternehmen und Einrichtungen bevorzugt mit Gas versorgt würden – in Anlehung an den medizinischen Begriff "Triage".

Solch eine Priorisierung würde etwa greifen, wenn in Deutschland die Notfallstufe des Notfallplans Gas ausgerufen würde. Die Bundesregierung hatte in dieser Woche vorsorglich bereits die Frühwarnstufe dieses Plans aktiviert.

03:00 Uhr | Gaszahlungen nur noch an Gazprom-Bank

Auf Anordnung von Russlands Präsident Wladimir Putin müssen westliche Staaten Konten bei der Gazprombank eröffnen, um weiter russisches Erdgas zu bekommen. Andernfalls würden die Lieferungen eingestellt, drohte Putin am Donnerstag in Moskau an. Dazu unterzeichnete der Kremlchef ein Dekret, das an diesem Freitag in Kraft tritt. Demnach kann auf das russische Konto weiter in Euro oder Dollar eingezahlt werden. Die Gazprombank konvertiert das Geld in Rubel und überweist den Betrag an Gazprom.

Deutschland und andere westliche Staaten hatten darauf gepocht, weiter in Euro und Dollar zu zahlen. "Verträge sind Verträge. Die Verträge lauten auf Euro und Dollar", sagte etwa Bundesfinanzminister Christian Lindner am Donnerstagabend im ZDF. Jegliche Form von "politischer Erpressung" durch den russischen Präsidenten sei "nicht akzeptabel".

Experten zufolge ist noch unklar, was dies für Folgen haben wird. So ist zum Beispiel fraglich, zu welchem Wechselkurs die russische Bank in Rubel umrechnet und was dies für den Gaspreis bedeutet.

02:50 Uhr | Vize-Regierungschefin: Russen lassen 45 Busse für Evakuierung von Mariupol nicht durch

Die russischen Streitkräfte lassen offenbar 45 Busse zur Rettung von Zivilisten aus Mariupol nicht durch. Wie die stellvertretende ukrainische Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk in einem Online-Posting sagte, sind die Busse außerhalb von Berdjansk, etwa 75 Kilometer westlich von Mariupol, aufgehalten worden. "Morgen werden wir weiter versuchen, einen humanitären Korridor nach Mariupol durchzusetzen, um unsere Leute nicht allein zu lassen", kündigte Wereschtschuk an.

Das Verteidigungsministerium in Moskau kündigte am späten Abend eine Feuerpause für den Morgen an. Man folge damit einer Bitte von Bundeskanzler Olaf Scholz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Der russische Generalmajor Michail Misinzew erklärte, die Menschen sollten unter Beteiligung des Roten Kreuzes und des UN-Flüchtlingshilfswerks aus der Stadt herausgebracht werden.

01:02 Uhr | Handel erwartet "zweite Welle" des Preisanstiegs

Der deutsche Handel erwartet wegen des Kriegs noch einmal kräftige Preissprünge. Handels-Präsident Josef Sanktjohanser sprach von einer zweiten Welle des Anstiegs, die bevorstehe. Das werde bald überall in den Supermärkten sichtbar, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Was die Versorgung angehe, müsse sich aber niemand Sorgen machen, sie sei gesichert.

01:01 Uhr | Bundesregierung stockt Hilfen für ukrainische Binnenvertriebene auf

Die Bundesregierung will ihre Hilfen für ukrainische Binnenflüchtlinge auf 50 Millionen Euro erhöhen. Das kündigte Entwicklungsministerin Svenja Schulze in den Zeitungen der Funke Mediengruppe an. Fast vier Millionen Menschen hätten die Ukraine verlassen, aber die meisten Geflüchteten – sechs Millionen – seien als Binnenvertriebene im Land geblieben, sagte die Ministerin. In dieser dramatischen Lage komme es darauf an, die Gemeinden in der Westukraine dabei zu unterstützen, Menschen auf der Flucht aufzunehmen und zu versorgen – wenn es sein muss, auch über mehrere Jahre.

Bisher umfassen die deutschen Hilfen für die Schaffung von Wohnraum in der Westukraine rund 20 Millionen Euro, wie es hieß. Das Angebot ist laut den Funke-Zeitungen Teil eines Sofortprogramms, über das Schulze heute in einer Videokonferenz mit dem ukrainischen Minister für die Entwicklung der Gemeinden und Territorien, Oleksiy Chernyshov, sprechen wird.

00:55 Uhr | Kanada lehnt Teilnahme Putins an G20-Gipfel ab

Kanada hat sich dafür ausgesprochen, Russland wegen seines Kriegs gegen die Ukraine vom diesjährigen Gipfel der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer auszuschließen. Der kanadische Regierungschef Justin Trudeau sagte, er sei sich mit dem diesjährigen Gipfel-Gastgeber, Indonesiens Präsident Joko Widodo, einig, dass eine Gipfel-Teilnahme von Kreml-Chef Wladimir Putin "außergewöhnlich schwierig für uns und unproduktiv für die G20" sei.

00:41 Uhr | Britisches Verteidigungsministerium: Russland verlegt Truppenteile aus Georgien in Ukraine

Russland verlegt nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums Truppenteile aus Georgien in die Ukraine. "Diese zwischen 1.200 und 2.000 Mann starken russischen Truppen werden zu taktischen Gruppen mit drei Bataillonen umorganisiert", postete das Ministerium auf Twitter. Mit der Truppenverlegung wolle Russland offenbar seine Invasion in der Ukraine verstärken. Dem Ministerium zufolge ist es unwahrscheinlich, dass Russland geplant habe, auf diese Weise Verstärkung zu generieren. Die Verlegung werde als Hinweis auf die unerwarteten Verluste Russlands gesehen.

00:15 Uhr | EU-Parlamentspräsidentin auf dem Weg nach Kiew

EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola ist zu einer Reise in die ukrainische Hauptstadt aufgebrochen. "Auf dem Weg nach Kiew", schrieb die Christdemokratin bei Twitter. Dazu veröffentlichte die 43-Jährige ein Foto, das sie vor einem ukrainischen Eisenbahnwaggon zeigt.

Details zur Reise der aus Malta stammenden Parlamentspräsidentin gab es aus Sicherheitsgründen zunächst nicht. Ihr Sprecher teilte lediglich mit, Metsola werde im Namen des Europäischen Parlaments in Kiew eine Botschaft der Unterstützung und Hoffnung überbringen. Von Abgeordneten kamen umgehend Anerkennung und Lob.

00:00 Uhr | Ticker am Freitag, 1. April 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Übersichtskarte Ukraine
Bildrechte: MDR

AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. April 2022 | 06:00 Uhr

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