Russland-Ukraine-Krieg Ticker vom Montag: Selenskyj bestätigt - Russland hat Offensive um Donbass begonnen

Der ukrainische Präsident Selenskyj berichtet, dass die russische Offensive im Osten des Landes begonnen hat. Bei Raketenangriffen auf die westukrainische Stadt Lwiw gibt es Tote und Verletzte. Präsident Selenskyj übergibt der EU den ausgefüllten Fragebogen zum Aufnahmeantrag. Die aktuellen Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im Ticker.

Wolodymyr Selenskyj
Bildrechte: picture alliance/dpa/Ukrainian Presidential Press Office/AP

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, weil wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

23:35 Uhr | Biden plant trotz Selenskyj-Appells keinen Besuch in Ukraine

US-Präsident Joe Biden plant trotz eines Appells des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj derzeit keinen Besuch in der Ukraine. Es gebe keine solchen Pläne, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, in Washington. Die US-Regierung konzentriere sich darauf, dem von Russland angegriffenen Land militärische Ausrüstung zukommen zu lassen. Falls ein Regierungsmitglied in die Ukraine reise, werde dies aus Sicherheitsgründen auch erst nach der Ankunft mitgeteilt.

22:40 Uhr | USA: Russland verstärkt Militär in Ost- und Süd-Ukraine

Nach Einschätzung der US-Regierung verstärkt Russland seine Truppen im Osten und Süden der Ukraine deutlich. In den vergangenen Tagen seien mehr als zehn sogenannte taktische Kampfverbände dorthin verlegt worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, John Kirby, in Washington. Das russische Militär fliege zudem mehr Luftangriffe im Donbass und auf die Hafenstadt Mariupol.

22:05 Uhr | Selenskyj bestätigt Beginn der russischen Offensive in Ostukraine

Russland hat seine erwartete Offensive im Osten des Landes begonnen. Das berichtete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Auf Telegram sagte er: "Wir können nun bestätigen, dass die russischen Truppen mit der Schlacht um den Donbass begonnen haben, auf die sie sich seit langem vorbereiten." Ein "sehr großer Teil der ganzen russischen Armee" werde für diese Offensive verwendet.

 Der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, erklärte: "Es ist die Hölle." Es gebe Kämpfe in Rubischne und Popasna und "unaufhörlich Kämpfe in anderen friedlichen Städten".

21:49 Uhr | Selenskyj übergibt ausgefüllten EU-Fragebogen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Fragebogen für einen EU-Beitritt seines Landes dem Botschafter der Europäischen Union in Kiew überreicht. Dies teilte Botschafter Matti Maasikas am Montagabend mit.

Selenskyj hatte den Fragebogen erst vor wenigen Tagen bei einem Besuch der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Kiew erhalten. Das Papier gilt als Grundlage für Beitrittsgespräche. Die Ukraine hatte kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs offiziell die Mitgliedschaft in der EU beantragt. Von der Leyen hatte zugesagt, den Antrag schneller als üblich zu prüfen.

21:37 Uhr | Moskau bestätigt Angriff auf Lwiw

Russland hat den Beschuss der Großstadt Lwiw (deutsch: Lemberg) im Westen der Ukraine mit Raketen bestätigt. Dabei sei ein Zentrum für die Versorgung der ukrainischen Streitkräfte getroffen worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Zerstört worden sei ein Logistikzentrum mit großen Teilen ausländischer Waffen, die aus den USA und europäischen Ländern geliefert worden seien.

21:28 Uhr | US-Regierung will Russlands "Kriegsmaschinerie zerlegen"

Die USA wollen Russlands Rüstungsindustrie weiter unter Druck setzen. Vize-Finanzminister Wally Adeyemo erklärte: "Die nächste Phase unserer Arbeit wird darin bestehen, Russlands Kriegsmaschinerie Stück für Stück zu zerlegen, indem wir den militärisch-industriellen Komplex und seine Lieferkette zerstören."

Adeyemo erklärte. mit Hilfe weiterer Sanktionen und Exportkontrollen solle verhindert werden, dass das russische Militär seine Vorräte aufstocke. Die Strafmaßnahmen zielten daher besonders auf Schlüsselsektoren wie Luft- und Raumfahrt und Elektrotechnik.

20:57 Uhr | Bürgermeister: 40.000 Menschen aus Mariupol zwangsumgesiedelt

Der Bürgermeister der belagerten ukrainischen Hafenstadt Mariupol, Wadym Boitschenko, erklärt, dass etwa 40.000 Zivilisten nach Russland oder in russisch kontrollierte Regionen der Ukraine zwangsumgesiedelt worden seien. Dies habe man anhand des kommunalen Registers festgestellt. Noch seien mehr als 100.000 Zivilisten in Mariupol.

20:30 Uhr | Ukraine: 100 Milliarden Dollar Schäden an Infrastruktur

Die russische Invasion hat nach ukrainischen Angaben bislang bis zu 30 Prozent der ukrainischen Infrastruktur zerstört oder beschädigt. Infrastruktur-Minister Oleksander Kubrakow sagte, die Schäden beliefen sich auf etwa 100 Milliarden Dollar.

Mehr als 300 Brücken an Nationalstraßen seien zerstört oder beschädigt, mehr als 8.000 Kilometer Straße müssten repariert oder erneuert werden. Zudem seien Dutzende Brücken des Bahnverkehrs gesprengt worden.

20:04 Uhr | UN-Nothilfekoordinator: Wenig Chancen für Waffenruhe

UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths sieht wenig Chancen für einen baldigen Waffenstillstand in der Ukraine. Griffith sagte, im Moment zeichne sich keine Waffenruhe am Horizont ab.

Derzeit gebe es zwischen beiden Seiten auch keine Verhandlungen im klassischen Sinn. "Aber die Türken sind am nächsten dran." Der UN-Nothilfekoordinator will deshalb diese Woche den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen.

18:40 Uhr | Ukraine meldet Anzeichen für russische Offensive im Osten

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Generalstabs mit der erwarteten Offensive im Osten des Nachbarlands begonnen. Der Generalsstab teilte am Abend mit, es würden Anzeichen des Beginns festgestellt. Hervorgehoben wurden dabei die Gebiete Charkiw und Donezk. Von Isjum im Gebiet Charkiw aus werden demnach Vorstöße in Richtung Barwinkowe und Slowjansk im Donezker Gebiet erwartet.

Auch der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, sprach von russischen Angriffen. Die Kontrolle über die Kleinstadt Kreminna sei verloren gegangen. Es fänden Straßenkämpfe statt. Eine Evakuierung der Kleinstadt sei nicht mehr möglich.

Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch hatte zuvor schon über russische Vorstöße in Richtung Huljajpole im Gebiet Saporischschja im Südosten informiert. Rund 10.000 russische Soldaten sollen dabei im Einsatz sein.

18:22 Uhr | Putin verleiht Einheit von Butscha Ehrentitel

Russlands Präsident Wladimir Putin hat jener Brigade, der die Ukraine massenhafte Tötungen in der Stadt Butscha vorgeworfen hat, einen Ehrentitel verliehen. Nach Angaben des Kreml unterzeichnete Putin am Montag ein Dekret, mit dem die 64. motorisierte Infanteriebrigade den Ehrentitel einer "Garde" erhält.

Verwüstete Straßen.
In Butscha wurden nach dem Rückzug der russischen Truppen zahlreiche tote Zivilisten gefunden. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire

In der Begründung heißt es, die Brigade sei durch ihr "geschicktes und entschlossenes Vorgehen" ein "Vorbild für die Ausführung der militärischen Pflichten, für Mut, Entschlossenheit und große Professionalität".

Die Ukraine hatte vor allem der 64. Brigade vorgeworfen, in Butscha ein Massaker an Zivilisten verübt zu haben. Russland weist die Vorwürfe zurück.

16:41 Uhr | Update: Sieben Tote bei Luftangriff auf Lwiw

Nach den Raketenangriffen auf die westukrainische Stadt Lwiw hat sich die Zahl der Toten auf sieben erhöht. Das teilte Bürgermeister Andrij Sadowyj mit. Elf Personen seien verletzt worden. Durch eine Explosion seien die Fensterscheiben eines Hotels zerborsten, in dem Flüchtlinge aus anderen Teilen des Landes untergebracht sind.

Auch aus Kiew wird von Detonationen berichtet. Bürgermeister Vitali Klitschko erneuerte seinen Appell an westliche Länder, sofort schwere Waffen zu liefern. Bei erneuten russischen Angriffen auf Charkiw sind nach Behördenangaben am Montag mindestens drei Menschen getötet worden.

Der Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Olexander Motusjanyk, berichtete, die russischen Luftangriffe hätten um über 50 Prozent zugenommen. Immer öfter seien Teile der Infrastruktur das Ziel.

15:37 Uhr | Ukraine meldet russischen Großangriff in Region Luhansk

Die russische Armee hat nach ukrainischen Angaben einen Großangriff in der ostukrainischen Region Luhansk gestartet. In der Kleinstadt Kreminna sei die russische Armee in der Nacht zum Montag "mit einer riesigen Menge an Kriegsmaterial einmarschiert", teilte der ukrainische Gouverneur der Region, Serhij Hajdaj, mit. Die Verteidiger hätten sich auf neue Positionen zurückgezogen.

Kreminna mit 18.000 Einwohnern liegt rund 50 Kilometer nordöstlich der Großstadt Kramatorsk und in der Nähe der derzeit heftig umkämpften Stadt Rubischne.

14:20 Uhr | Italien und Spanien öffnen wieder Botschaften in Kiew

Italien und Spanien haben ihr Botschaftspersonal wieder nach Kiew verlegt. Die Botschaft Italiens wurde am Montag wieder eröffnet, nachdem sie im März aus Sicherheitsgründen ins westliche Lwiw verlegt worden war. Spanien wolle "in Kürze" seine Botschaft wieder eröffnen, kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez an – als weiteres Zeichen der Solidarität mit dem ukrainischen Volk. Italiens Außenminister Luigi Di Maio sprach von einem Symbol, an die Diplomatie zu glauben und ständig den Frieden zu suchen. Auch die Türkei hatte ihre Botschaft in der Ukraine zurück nach Kiew verlegt, Frankreich will das ebenfalls tun. Die deutsche Botschaft in Kiew ist nach Angaben des Auswärtigen Amts derzeit nicht besetzt.

13:08 Uhr | Russische Notenbank: Sanktionen belasten Realwirtschaft

Die internationalen Sanktionen treffen nach Einschätzung der russischen Zentralbank zunehmend die Realwirtschaft. "Der Zeitraum, in dem die Wirtschaft von den Reserven leben kann, ist endlich", sagte Notenbankchefin Elvira Nabiullina am Montag. Bislang hätten die Sanktionen sich vor allem auf den Finanzmarkt ausgewirkt, doch jetzt leide die Wirtschaft immer stärker.

Als Hauptprobleme sieht Nabiullina die Import- und Exportbeschränkungen sowie Logistikprobleme im Außenhandel. Russische Hersteller benötigten neue Logistikmöglichkeiten und Absatzmärkte. "All dies wird Zeit brauchen", sagte die Zentralbankerin. Vorerst sei auch keine Entspannung bei der Inflation zu erwarten. Die Teuerungsrate in Russland liegt aktuell bei 17,5 Prozent und "sollte nicht unkontrollierbar sein". Nabiullina stellte eine Senkung des Leitzinses in Aussicht, um mehr Kredite für Unternehmen und Verbraucher zu ermöglichen.

Der Kreml wird demnach auch die vom Westen verhängte Blockade russischer Gold- und Devisenreserven nicht hinnehmen. Dagegen seien rechtliche Schritte geplant, sagte Nabiullina. Durch die ausländischen Sanktionen sei knapp die Hälfte der insgesamt rund 640 Milliarden Dollar großen Gold- und Devisenreserven eingefroren.

11:29 Uhr | Polen meldet mehr Ausreisen in die Ukraine als Geflüchtete

Polens Grenzschutz hat erneut mehr Ausreisen in die Ukraine als Einreisen aus dem östlichen Nachbarland gezählt. Demnach überquerten am Sonntag rund 19.300 Menschen die Grenze Richtung Ukraine. 17.300 Menschen seien aus dem Nachbarland eingereist, zehn Prozent weniger als am Vortag. Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine sind nach UN-Angaben mehr als 2,81 Millionen Menschen vor dem Krieg nach Polen geflohen.

10:54 Uhr | Tote bei Raketenangriff auf Lwiw

Bei russischen Raketenangriffen auf die westukrainische Stadt Lwiw sind nach Behördenangaben mindestens sechs Menschen getötet worden, darunter auch ein Kind. Mindestens acht weitere Menschen seien bei den Angriffen verletzt worden, erklärte der Gouverneur der Region Lwiw, Maxym Kosyzky. Die Stadt nahe der polnischen Grenze wurde demnach am Montagmorgen von fünf russischen Raketen getroffen. Mychailo Podoljak, Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, twitterte: "Die Russen greifen weiterhin barbarisch ukrainische Städte aus der Luft an."

Lwiw (Lemberg) liegt weit von der Front entfernt und wurde seit dem Beginn der russischen Invasion am 24. Februar nur selten bombardiert. Die Stadt nahe der polnischen Grenze hat sich zu einem Sammelpunkt für Kriegsflüchtlinge entwickelt.  Am 26. März attackierte Russland unter anderem ein Treibstofflager. Fünf Menschen wurden dabei nach Behördenangaben verletzt.

Rauch steigt in Lwiw im Westen der Ukraine auf
Schwarzer Rauch über Lemberg nach einem russischen Raketenangriff. Bildrechte: dpa

10:20 Uhr | EKD unterstützt Waffenlieferungen

EKD-Präses Anna-Nicole Heinrich
Anna-Nicole Heinrich ist 26 Jahre alt und seit 2021 Präses der EKD Bildrechte: dpa

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anna-Nicole Heinrich, hält Waffenlieferungen an die Ukraine für gerechtfertigt. Das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine sei unbestritten, sagte Heinrich im Deutschlandfunk. Gerade ihrer Generation falle es schwer in Worte zu fassen, was derzeit in der Ukraine passiere. Auch die christliche Friedensethik stehe nun vor Diskussionen.

Ähnlich sieht es Kristin Jahn, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Sie sagte MDR KULTUR, man könne nicht einfach den pazifistischen Slogan "Frieden schaffen ohne Waffen" aus dem Kalten Krieg eins zu eins auf heute übertragen. In den 80er-Jahren sei das in der DDR und Westdeutschland der Spruch von Menschen gewesen, die mit Blick auf ihre eigenen Regierungen für den Frieden eingetreten seien. Es sei etwas vollkommen anderes, wenn DDR-Bürger damals gegen Honecker protestiert haben. Diese Haltung könne man nicht jetzt einfach auf eine neue Situation übertragen.

09:26 Uhr | Serbien beklagt Behinderung von Flugverkehr nach Russland

Serbien beschuldigt die Ukraine und einen EU-Staat, den Flugverkehr zwischen Belgrad und Moskau mit falschen Bombenalarmen zu behindern. Das erklärte der serbische Präsident Aleksandar Vučić, nannte aber nicht das beschuldigte EU-Land und legte auch keine Belege vor. In den vergangenen Wochen mussten Passagiermaschinen der Air Serbia nach Bombendrohungen wiederholt umkehren. Der Flughafen von Belgrad wurde mehrmals evakuiert. Serbien bemüht sich um gute Beziehungen mit Russland und der EU, es beteiligt sich nicht an den westlichen Sanktionen.

08:34 Uhr | Ukraine meldet Luftangriffe auf mehrere Städte

Mehrere Detonationen haben Kiew erschüttert. Das berichtete ein Reuters-Reporter. Auch in den Regionen Lwiw im Westen der Ukraine und Dnipropetrowsk im östlichen Landesteil gab es nach Angaben örtlicher Behörden mehrere Explosionen. Der Bürgermeister von Lwiw, Andrij Sadowyj, teilt mit, in der Stadt seien fünf Raketen eingeschlagen. Der Sender Suspilne berichtet, bei Luftangriffen in der Region Dnipropetrowsk seien zwei Menschen verletzt worden.

07:55 Uhr | Linke: Auch zweiter Irak-Krieg war illegal

Sachsens Linke-Chef Stefan Hartmann hat vor einer Doppelmoral bei der Einschätzung internationaler Konflikte gewarnt. Der Politiker sieht in der westlichen Politik doppelte Standards als großes Defizit. Der Krieg Russlands in der Ukraine werde zu Recht als völkerrechtswidrig eingestuft, die Verantwortlichen gehörten vor ein Gericht. Das gelte aber auch für jene, die seinerzeit den zweiten Irak-Krieg zu verantworten hatten. Selbst der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan habe den Angriff der US-geführten Alliierten 2003 als illegal bezeichnet.

07:03 Uhr | Selenskyj beklagt zögerliche Waffenhilfe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Verzögerungen bei Waffenlieferungen an sein Land kritisiert. In einer nächtlichen Videoansprache sagte er, angesichts der drohenden neuen russischen Offensive bedeute das eine Erlaubnis für Russland, Ukrainern das Leben zu nehmen. So, wie die russischen Truppen Mariupol zerstörten, wollten sie auch andere Städte und Gemeinden in den Gebieten Donezk und Luhansk dem Erdboden gleichmachen. Die Ukraine stehe in ständigem Kontakt mit Partnern, betonte Selenskyj, um die Verteidigung im Osten zu gewährleisten. Diejenigen, die ihre Hilfe zurückhielten, müssten wissen, dass das Schicksal der Schlacht auch von ihnen abhänge. In manchen Fällen warte man seit Beginn des russischen Überfalls vor 53 Tagen auf Antwort.

06:40 Uhr | Arbeitgeber und Gewerkschaften gegen Gas-Embargo

Der Arbeitgeberverband BDA und der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB haben gemeinschaftlich vor einem Importstopp von russischem Gas nach Deutschland gewarnt. Sanktionen müssten die Gegenseite unter Druck setzen und möglichst Schaden von der eigenen Wirtschaft abhalten, mahnten BDA-Chef Rainer Dulger und der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann: "Ein schnelles Gas-Embargo hätte in Deutschland Produktionsausfälle, Produktionsstillstand, eine weitere Deindustrialisierung und nachhaltige Arbeitsplatzverluste zur Folge."

Um die Ukraine weiter zu unterstützen und den Druck auf Russland aufrechtzuhalten, brauche man eine stabile Wirtschaft. Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine hat die EU einen Importstopp für russische Kohle beschlossen und weitere Sanktionen verhängt. Zudem wird über einen sofortigen Ausstieg aus russischem Gas oder Öl diskutiert. Die Bundesregierung hatte jedoch wiederholt erklärt, das gefährde den sozialen Frieden, man müsse besonnen agieren.

04:12 Uhr | Mariupols Polizeichef: Auch viele Zivilisten in Stahlwerk

Auf dem umkämpften Gelände des Stahlwerks Asowstal in Mariupol befinden sich nach Angaben örtlicher Behörden neben ukrainischen Soldaten auch zahlreiche Zivilisten. Die Menschen hätten sich dort vor Beschuss während der wochenlangem Belagerung der Stadt durch das russische Militär versteckt, sagte der Chef der Streifenpolizei von Mariupol, Michajlo Werschinin, im Lokalfernsehen. In dem riesigen Stahlwerk, zu dem auch unterirdische Anlagen gehören, sollen sich mehrere Tausend ukrainische Verteidiger der Stadt verschanzt haben. Große Teile von Mariupol befinden sich inzwischen unter Kontrolle des russischen Militärs. In Mariupol hielten sich von der ursprünglich etwa 400.000 Einwohnern noch rund 100.000 auf, sagte Werschinin. Die russischen Truppen ließen sie für Essen Trümmer räumen sowie Leichen bergen und in Massengräbern beerdigen, sagte er.

02:45 Uhr | Ukraine hat Fragebogen für EU-Mitgliedschaft ausgefüllt

Die Ukraine hat den Fragebogen der EU-Kommission für den Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union nach Regierungsangaben vollständig ausgefüllt.

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen besucht den ukrainischen Präsidenten Selenskyj
Von der Leyen hatte Selenskyj einen Fragenkatalog zum angestrebten EU-Beitritt überreicht. Bildrechte: dpa

Wie der Vize-Büroleiter von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Ihor Zhovkva, in einem Interview des ukrainischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens mitteilte, muss die Europäische Kommission nun klären, ob die Ukraine die notwendigen Beitrittskriterien erfüllt: "Wir erwarten, dass die Empfehlung positiv ausfallen wird." Die Ukraine gehe davon aus, während der geplanten Sitzung des Europäischen Rates Ende Juni den Status eines Beitrittskandidaten zu erhalten. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte Selenskyj bei ihrem Besuch in Kiew am 8. April eine beschleunigte Entscheidung über die Aufnahme des Landes in die Staatengemeinschaft versprochen.

01:38 Uhr | 140 Verfahren gegen Unterstützer des russischen Einmarsches

Seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine haben die deutschen Behörden einem Medienbericht zufolge mehr als 140 Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit der russischen Invasion eingeleitet. In der Mehrheit der Fälle gehe es um die Verwendung des "Z"-Symbols, mit dem die russische Armee in der Ukraine unter anderem ihre Panzer und Fahrzeuge kennzeichne, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf eine Abfrage bei den Innen- und Justizministerien und Landeskriminalämtern der Bundesländer. Allein in Sachsen-Anhalt wurden demnach seit dem 24. Februar mindestens 19 Verstöße gegen Paragraf 140 des Strafgesetzbuchs erfasst, der das Belohnen und Billigen von Straftaten unter Strafe stellt. In 17 dieser Fälle ging es dem Innenministerium in Magdeburg zufolge um die Verwendung des "Z"-Symbols.

00:44 Uhr | Selenskyj: Fünf Tote und 15 Verletzte bei Anschlag auf Charkiw

Bei der Bombardierung der Innenstadt von Charkiw hat es nach Aussage des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj fünf Tote und 15 Verletzte gegeben. Wie Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache erklärte, wurden in der Stadt allein in den vergangenen vier Tagen 18 Menschen getötet und 106 Personen verletzt. Das sei "nichts anderes als vorsätzlicher Terror – Mörser, Artillerie gegen gewöhnliche Wohnviertel und Zivilisten".

Feuerwehrleute löschen mehrere Brände nach einem russischen Angriff in Charkiw
Feuerwehrleute in Trümmern in Charkiw Bildrechte: dpa

Der Präsident erklärte außerdem, dass sich russische Truppen weiterhin auf eine Offensive im Osten des Landes vorbereiteten. Man selbst tue alles, um die Verteidigung zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang kritisierte er Verzögerungen bei Waffenlieferungen an die Ukraine. Bestimmte Länder nannte er nicht.

00:12 Uhr | Mehr als 1.100 Mediziner melden sich für Ukraine-Einsatz

Mehr als 1.100 Ärztinnen und Ärzte aus Deutschland haben sich nach Angaben der Bundesärztekammer für einen Einsatz in der Ukraine oder den Nachbarländern gemeldet. "Die Zahl zeigt, wie groß die Solidarität in der Ärzteschaft mit den Menschen in der Ukraine ist. Ein Einsatz dort kann schließlich lebensgefährlich werden", sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Mediziner hätten sich auf einen entsprechenden Aufruf der Bundesärztekammer über ein Online-Portal registriert, um bei der Behandlung von Kranken und Kriegsverletzten zu helfen.

00:00 Uhr | Ticker am Montag, 18. April 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Übersichtskarte Ukraine
Bildrechte: MDR

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. April 2022 | 06:00 Uhr

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