Russland-Ukraine-Krieg Ticker vom Donnerstag: Russischer Raketenkreuzer "Moskwa" gesunken

Das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, die "Moskwa", ist untergegangen. Das bestätigte das Verteidigungsministerium in Moskau. Das ukrainische Parlament hat eine Entschließung verabschiedet, in der Russland "Völkermord" angelastet wird. Russland sieht die Zukunft seines Energiegeschäfts in Asien. Mehr dazu hier im Ticker.

Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte Moskwa
Archivaufnahme: Der russische Raketenkreuzer "Moskwa" liegt im September 2008 im Schwarzmeerhafen von Sewastopol vor Anker. Bildrechte: dpa

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, weil wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

23:21 Uhr | Kiew: Flixbus nimmt wieder Fahrten in die Ukraine auf

Der Fernbusbetreiber FlixBus nimmt nach Angaben aus Kiew wieder Verbindungen in die Ukraine auf. Die Hauptstadt Kiew sowie eine Reihe anderer ukrainischer Städte würden wieder angefahren, hieß es in einer Mitteilung des ukrainischen Regierungsportals zum Zustand der Transport-Infrastruktur im Land. Unter den wieder aufgenommenen Haltestellen seien neben Kiew noch Schytomyr, Rivne, Winnytsja, Uman, Chmelnytskyj und Ternopil. Die Routen waren mit Beginn des russischen Angriffskrieges eingestellt worden, hieß es. Auf der Website von Flixbus sind Tickets nach Kiew etwa ab Dienstag wieder buchbar.

23:09 Uhr | CIA: Russische Atomwaffendrohung nicht auf leichte Schulter nehmen

Angesichts der militärischen Rückschläge für Russland darf die mögliche Bedrohung eines Einsatzes taktischer Atombomben nach Ansicht von CIA-Chef Bill Burns nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Grund dafür sei eine mögliche Verzweiflung von Präsident Putin und der russischen Führung. Moskau habe sich mit den Äußerungen zur erhöhten Einsatzbereitschaft seiner Atomwaffen Drohgebärden bedient, bislang hätten die USA dafür aber kaum praktische Belege wie Truppenbewegungen oder militärische Vorbereitungen gesehen, sagte der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes.

Unter taktischen Atomwaffen versteht man Kernwaffen, deren Wirkungskreis und Sprengkraft deutlich geringer ist als bei strategischen Atomwaffen. Sie könnten bei Kämpfen theoretisch als wirkmächtige Alternative zu herkömmlichen Waffen eingesetzt werden.

Update 22:40 Uhr | Raketenkreuzer "Moskwa" gesunken

Der angeschlagene russische Raketenkreuzer "Moskwa" ist gesunken. Mehrere russische Nachrichtenagenturen meldeten den Untergang des Schiffs am Donnerstagabend unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Während das Schiff in Richtung eines Hafens abgeschleppt worden sei, habe es seine "Stabilität" verloren und sei bei starkem Seegang gesunken, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Das Ministerium führte den Untergang der "Moskwa" auf die Schäden am Rumpf des Schiffes zurück. Diese Schäden sollen demnach durch einen "Brand infolge der Detonation von Munition" entstanden sein. Der Gouverneur der südukrainischen Region Odessa, Maxym Martschenko, hatte hingegen erklärt, die "Moskwa" sei mit ukrainischen Raketen vom Typ "Neptun" beschossen worden.

21:40 Uhr | Gouverneur: Mehr als 500 tote Zivilisten in Region Charkiw seit Kriegsbeginn

Seit dem russischen Einmarsch sind in der Region Charkiw nach ukrainischen Angaben mehr als 500 Zivilisten getötet worden. Insgesamt seien seit dem 24. Februar 503 Zivilisten getötet worden, darunter 24 Kinder, sagte der Regionalgouverneur Oleg Synegubow am Donnerstag in einem im Messengerdienst Telegram veröffentlichten Video. 

In den vergangenen 24 Stunden habe es in der Region im Osten der Ukraine 34 Angriffe gegeben. Dabei seien ein Mensch getötet und acht weitere verletzt worden, fügte Synegubow hinzu. Die Angaben lassen sich nicht überprüfen.

Die Regionalhauptstadt Charkiw ist mit rund 1,5 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Ukraine und liegt nur rund 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Die Stadt ist seit Beginn der russischen Invasion umkämpft. Bisher gelang es den russischen Truppen nicht, sie einzunehmen.

21:22 Uhr | Kuleba: "Wir bezahlen den Preis mit Menschenleben"

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba fordert eine schnelle Entscheidung der Bundesregierung zu Waffenlieferungen. "Ich hoffe, dass Scholz eine positive Entscheidung treffen wird", sagt Kuleba in der ARD unter Bezug auf Bundeskanzler Olaf Scholz. In der Zeit, in der ein Konsens herbeigeführt werde, würden seine Landsleute sterben und Dörfer zerstört. "Wir bezahlen den Preis mit Menschenleben", sagte er.

21:12 Uhr | Frankreich will Botschaft wieder nach Kiew verlegen

Frankreich wird "sehr bald" seine Botschaft in der Ukraine aus Lwiw im Westen in die Hauptstadt Kiew zurückverlegen. Das teilte das Außenministerium in Paris mit.

20:22 Uhr | Ukrainisches Parlament wirft Russland Völkermord vor

Das ukrainische Parlament hat die Taten der russischen Armee offiziell als "Völkermord" eingestuft. Eine entsprechende Entschließung wurde am Donnerstag verabschiedet, wie das Parlament auf seiner Internetseite mitteilte. Der Genozid äußere sich dabei in den "massenhaften Gräueln" in den Kiewer Vororten Butscha, Borodjanka, Hostomel, Irpin und anderen Ortschaften. Darunter seien Morde, Entführungen, Folter und Vergewaltigungen von ukrainischen Bürgern. Zudem versuche Moskau, durch die komplette oder teilweise Blockade von Städten Teile der ukrainischen Bevölkerung auszulöschen. Der Kreml verhindere nicht zuletzt durch Zwangsdeportationen von Kindern und deren Adoption durch Russen deren Selbstidentifikation als Ukrainer. Als weiteren Beleg führt der Entschluss die systematische Zerstörung der wirtschaftlichen Infrastruktur an. Auch damit beabsichtige Russland eine Vernichtung des ukrainischen Volkes.

19:53 Uhr | Deutschland investiert in Flüssigerdgas

Die Bundesregierung will für vier schwimmende Flüssiggas-Terminals in den kommenden zehn Jahren bis zu 3 Milliarden Euro ausgeben. Das Finanzministerium hat demnach die Mittel bereits freigegeben, ohne den Haushaltsausschuss des Bundestags vorher hinzuzuziehen. Dies sei aus "zwingenden Gründen" geboten, hieß es in einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an Bundestagspräsidentin Bärbel Bas. An diesem Donnerstag und am 20. April sollten entsprechende Charterverträge unterzeichnet werden, hieß es. Ziel sei der Import von Flüssigerdgas (LNG) zur Sicherung der Gasversorgung für Deutschland.

18:44 Uhr | Internationaler Strafgerichtshof hat Berichte über weitere Kriegsverbrechen

Dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) liegen Berichte über weitere Verbrechen in der Ukraine vor. Chefankläger Karim Ahmad Khan sagte in Kiew, diese stammten aus mehreren Quellen. Er kündigte an, die Beweise aus der Ukraine kritisch zu beurteilen. Khan besuchte am Mittwoch Butscha. Die Ukraine und der Westen werfen russischen Soldaten vor, dort Kriegsverbrechen begangen zu haben. Die Regierung in Moskau weist dies zurück.

18:02 Uhr | Thüringer Friedensbündnis lehnt Sondervermögen für Bundeswehr ab

Unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine haben am Donnerstag in Erfurt die diesjährigen Ostermärsche begonnen. Krieg solle nach dem Willen Gottes nicht sein, sagte Wolfgang Musigmann von der Offenen Arbeit des evangelischen Kirchenkreises Erfurt vor etwa 200 Teilnehmern auf dem Erfurter Anger. Daher müssten alle diplomatischen Mittel eingesetzt werden, um Frieden zu schaffen. Musigmann forderte, das von der Bundesregierung beschlossene Sondervermögen für die Bundeswehr in Höhe von 100 Milliarden Euro in andere Projekte zu investieren. Notwendig seien verstärkte internationale Kooperation sowie mehr Investitionen in soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und Bildung.

Mehr Waffen haben noch nie einen Krieg beendet.

Renate Licht Deutscher Gewerkschaftsbund

Die für Thüringen zuständige Regionsgeschäftsführerin des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Renate Licht, kritisierte die Lieferung von Angriffswaffen in die Ukraine. "Mehr Waffen haben noch nie einen Krieg beendet", sagte sie. Zugleich forderte sie Russlands Präsident Wladimir Putin auf, "diesen durch nichts zu rechtfertigenden Krieg sofort zu stoppen."

17:39 Uhr | Russland sieht künftige Absatzmärkte in Asien

Russland will seine Energie-Rohstoffe künftig stärker nach Asien exportieren statt nach Europa. Das kündigte Präsident Wladimir Putin bei einer Regierungsbesprechung in Moskau an. Die Lieferungen Richtung Westen würden zurückgehen. Stattdessen wolle Russland die stark wachsenden Märkte im Süden und im Osten bedienen. Dafür solle die Infrastruktur ausgebaut werden. Putin kritisierte den Schritt europäischer Länder, die Nutzung russischer Energie einzuschränken oder zu stoppen. Damit würde der Energiemarkt destabilisiert und die Preise in die Höhe getrieben. Zu einem möglichen Embargo russischer Gas- und Öllieferungen sagte Putin: "Die Folgen eines solchen Schrittes können sehr schmerzhaft werden – vor allem für die Initiatoren einer solchen Politik."

17:05 Uhr | Ukrainische Fußball-Nationalmannschaft spielt in Schottland

Die Fußball-Nationalmannschaft der Ukraine bestreitet am 1. Juni ihr wegen des russischen Angriffskrieges verschobenes WM-Qualifikationsspiel in Schottland. Das teilten der Weltverband Fifa und die Europäische Fußball-Union Uefa am Donnerstag mit. Der Gewinner des Playoff-Halbfinales spielt dann am 5. Juni gegen Wales um ein Ticket für die WM-Endrunde im Spätherbst in Katar.

16:59 Uhr | Über 18.000 Geflüchtete in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sind von den Kommunen bisher über 18.800 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen worden. Unter ihnen sind mindestens 2.132 Kinder im Kindergarten- und 4.866 Kinder im schulpflichtigen Alter, wie das Innenministerium am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte. Nicht vollständig erfasst sind den Angaben zufolge bislang Menschen, die privat bei Freunden, Verwandten oder hilfsbereiten Bürgern untergekommen sind.

16:46 Uhr | Ampel uneins über Waffenlieferungen

In der Debatte um die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine wird die Kritik aus der Ampel-Koalition an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) immer deutlicher. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, kritisierte am Donnerstag die zögerliche Haltung von Scholz. Sie wisse derzeit nicht, wo der Kanzler inhaltlich stehe, sagte die FDP-Politikerin im Deutschlandfunk. "Der Kanzler sollte sagen, was er möchte, und sollte dann auch entsprechend die Rolle übernehmen, die die Verfassung ihm zugewiesen hat, nämlich die Richtlinienkompetenz auch einzusetzen", sagte Strack-Zimmermann. Die Liberale sprach sich dafür aus, alles zu unternehmen, um die Ukraine zu unterstützen.

Bereits am Mittwoch hatte Grünen-Politiker Anton-Hofreiter Scholz scharf kritisiert und die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine gefordert. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer trat dieser Forderung entgegen.

15:15 Uhr | Russland berichtet über Angriff auf Flugplatz in Dnipro

Die russische Armee hat nach eigenen Angaben einen Flugplatz der ostukrainischen Millionenstadt Dnipro beschossen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau sagte, dabei seien in der Nacht ein Kampfflieger vom Typ MiG-29, ein Hubschrauber und eine Kampfdrohne zerstört worden. Darüber hinaus seien zwei Waffenlager in den Gebieten Odessa und Donezk attackiert worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

14:14 Uhr | Ukraine: Gefangenenaustausch vereinbart

Die Ukraine und Russland haben nach Angaben der ukrainischen Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk einen neuen Gefangenenaustausch vereinbart. Noch heute sollten demnach 30 Ukrainer zurückkehren, fünf Offiziere, 17 Soldaten und acht Zivilisten. Angaben zu russischen Heimkehrern aus der Ukraine machte Wereschtschuk in dem Zusammenhang nicht.

13:42 Uhr | Bericht über zivile Opfer in Süd-Russland

Nach Angaben des Gouverneurs der südrussischen Provinz Brjansk, Alexander Bogomas, sind bei einem Beschuss durch ukrainische Truppen auch Wohnhäuser getroffen worden. "Heute ist der Ort Klimowo von der ukrainischen Armee beschossen worden. Zwei Wohnhäuser wurden getroffen und Bewohner verletzt", schrieb Bogomas auf Telegram. Von der ukrainischen Armee und dem Verteidigungsministerium gab es noch keine Reaktion.

12:33 Uhr | Ukraine: "Moskwa" mit Rakete getroffen

Das ukrainische Militär will das russische Kriegsschiff "Moskwa" mit einer "Neptun"-Rakete getroffen haben, einer angeblich eigenen Entwiclung der Ukraine. Der Raketenkreuzer, Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, sei erheblich beschädigt, hieß es vom Militärkommando der Süd-Ukraine. Nach dem Treffer sei Feuer an Bord ausgebrochen, und das Schiff habe zu sinken begonnen. Unabhängig überprüft werden konnte das noch nicht.

12:09 Uhr | Moskau: Brand auf Kriegsschiff eingedämmt

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ist das Feuer auf der "Moskwa" eingedämmt. Es sei ausgebrochen, nachdem Munition an Bord explodiert sei. Das Kriegsschiff werde nun zum Hafen geschleppt, die rund 500 Mann starke Besatzung sei auf anderen Schiffen. Die wichtigsten Waffen der "Moskwa" seien nicht beschädigt. Die Brandursache werde untersucht.

11:47 Uhr | Zivile Tote bei Beschuss von Charkiw

Beim Beschuss der Stadt Charkiw im Osten der Ukraine sind nach Angaben des Gouverneurs der Region, Oleh Synjegubow, vier Zivilisten getötet worden. Zehn weitere seien verletzt worden. Synjegubow rief die Menschen in Städten der Region auf, sich in Sicherheit zu bringen. Es sei zu erwarten, dass es bald schwere Kämpfe im Osten der Ukraine geben werde.

11:23 Uhr | Grüne wollen Gesundheitskarte für alle

Die Grünen in Sachsen bestehen auf einer Gesundheitskarte für alle Flüchtlinge. Wie Landeschefin Christin Furtenbacher am Donnerstag sagte, wollen die Grünen damit Parallelstrukturen und die unterschiedliche Behandlung von geflüchteten Menschen aus der Ukraine und anderen Ländern verhindern. Gesundheitsverorgung gelte als Menschenrecht für alle gleich, sagte sie: "Ich hoffe, dass die sächsischen Kommunen bei der Einführung mitziehen." Die Landeshauptstadt Dresden habe bereits eine elektronische Gesundheitskarte für alle, was auch weniger Bürokratie bringe, etwa im Sozialamt bei der Ausgabe von Behandlungsscheinen wie auch bei der Abrechnung. Auch in Brandenburg und Thüringen gebe es die Karte bereits.

10:58 Uhr | Litauen reagiert auf Drohung gelassen

Russlands Drohung, seine militärische Präsenz im Baltikum auch mit Atomwaffen zu verstärken, ist für Litauens Ministerpräsidentin Ingrida Simonyte "nicht Neues". Die russische Exklave Kaliningrad sei seit Jahren eine "militarisierte Zone". Russland habe dort bereits Atomwaffen positioniert, erklärte Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas. Die aktuellen Drohungen seien daher "seltsam", da man doch wisse, dass Russland schon Atomwaffen 100 Kilometer von der litauischen Grenze entfernt aufbewahre.

10:50 Uhr | Folter-Ermittlungen in Russland

In Russland werden Strafverfahren wegen der angeblicher Folterung russischer Soldaten durch ukrainische Militärs eröffnet. Das kündigte das für schwere Straftaten zuständige Investigativ-Komitee an. Demnach wurden einige russische Soldaten bei Saporischschja und Mykolajiw in der Ukraine gefangengenommen und Folter ausgesetzt, um sie zu falschen Erklärungen über ihre Inhaftierung sowie die russische "Sondermilitäroperation" zu zwingen." Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

10:00 Uhr | Ukraine verhandelt über Finanzierungen

Die Ukraine führt nach eigenen Angaben Gespräche mit ausländischen Partnern über Finanzhilfen in Höhe von rund acht Milliarden Dollar. Mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar habe das Land bereits erhalten, sagte Finanzminister Serhij Martschenko. Auf die Frage, ob die Ukraine ihre Auslandsschulden umstrukturieren müsse, antwortet er, die Ukraine habe mit diesen Schulden derzeit keine Probleme. Rund 80 Prozent der Verpflichtungen, die sie derzeit zu bedienen und zurückzahlen habe, seien inländische Schulden.

09:47 Uhr | Indonesien: Russland nimmt an Treffen teil

Indonesien hat eine Teilnahmebestätigung des russischen Finanzministers Anton Siluanow für das nächste Woche geplante Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs der 20 wirtschaftsstärksten Staaten. Siluanow habe vor, sich zu dem Treffen am 20. April in Washington virtuell zuzuschalten, teilte das Finanzministerium in Jakarta mit, dass die G-20 derzeit führt. Indonesien erwäge, auch die Ukraine einzuladen. In der Sitzung soll es um finanzielle Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und der Sanktionen gehen.

09:45 Uhr | Wieder Fluchtkorridore geplant

Heute soll es nach Angaben der ukrainischen Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk wieder neun Fluchtkorridore zur Evakuierung von Städten im Osten des Landes geben. Einer solle aus dem umkämpften Mariupol führen. Weitere seien etwa für Berdjansk, Tokmak und Enerhodar geplant. Gestern mussten Evakuierungen den Angaben zufolge abgebrochen werden, weil die Routen blockiert oder beschossen wurden. In Erwartung eines russischen Großangriffs im Osten rufen die ukrainische Behörden die Bevölkerung in der Donbass-Region seit Tagen auf, sich nach Westen abzusetzen.

09:35 Uhr | Russland warnt Schweden und Finnland

Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew warnt die Nato vor einer Aufnahme von Finnland und Schweden in das Militärbündnis. Sollte es dazu kommen, müsse Russland seine Verteidigung aufstocken. Von einem "nuklearfreien Status des Baltikums" könne dann keine Rede mehr sein, sagte der Vize-Chef des Nationalen Sicherheitsrats und Vertraute von Präsident Wladimir Putin: "Das Gleichgewicht muss hergestellt werden."

09:25 Uhr | Polen: Mehr als 2,7 Millionen Flüchtlinge

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben sich 2,73 Millionen Menschen in Polen in Sicherheit gebracht. Das teilte der dortige Grenzschutz heute mit. Rund 629.000 Menschen seien inzwischen wieder in die Ukraine zurückgereist. Wie wie viele in Polen geblieben sind, ist nicht bekannt.

In Deutschland waren nach Zahlen des Bundesinnenministeriums bis Mittwoch mindestens 340.000 aus der Ukraine geflüchtetete Menschen angekommen, überwiegend Frauen, Kinder und alte Menschen. Es ist demnach aber davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl höher ist, da es an den deutschen Grenzen keine festen Kontrollen gibt und sich Menschen mit ukrainischem Pass auch ohne Visum in der EU aufhalten dürfen.

09:00 Uhr | ESA beendet Zusammenarbeit mit Russland

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat die Zusammenarbeit mit Russland bei drei Mond-Missionen beendet. Die Behörde in Paris begründete dies gestern Abend mit der russischen Aggression gegen die Ukraine und den Sanktionen. Diese machten die geplante Mond-Kooperation unmöglich. Die ESA wollte dabei neue Ausrüstung und Technik testen, im Sommer etwa eine neue Navigationskamera. Nun werden Alternativen gesucht. Im März hatte die ESA bereits ihre Beteiligung an einer Mars-Mission abgesagt.

08:25 Uhr | Österreich darf Gas weiter in Euro zahlen

Österreichs Kanzler Karl Nehammer hat nach eigenen Angaben die Zusage von Russlands Präsident Wladimir Putin erhalten, dass die Versorgung seines Landes mit russischem Gas sicher sei. Laut Meldung der österreichischen Nachrichtenagentur APA soll Putin bei dem Treffen mit Nehammer am Montag bei Moskau auch gesagt haben, dass Österreich seine Gasrechnungen weiter in Euro begleichen könne. Das Land bezieht etwa 80 Prozent seines Erdgases aus Russland. Der Anteil ist höher als der in Deutschland.

Vor gut drei Wochen hatte Putin angekündigt, dass aus den "unfreundlichen", also an den Sanktionen gegen Russland beteiligten Ländern russisches Erdgas demnächst in Rubel bezahlt werden solle.

07:45 Uhr | Schweiz schützt wichtige Stromunternehmen

Die Schweiz reagiert auf hohe Preisausschläge an den Energiemärkten als Folge des Kriegs in der Ukraine. Die Regierung plant nach eigenen Angaben einen Rettungsschirm für systemrelevante Stromunternehmen. Der solle sicherstellen, dass die Stromversorgung in der Schweiz sich auch bei einer weiteren Verschärfung der Situation gewährleisten lasse.

06:21 Uhr | Prien: Viele neue Lehrkräfte nötig

Zur Integration ukrainischer Flüchtlingskinder in deutschen Schulen werden nach Einschätzung der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien, tausende zusätzliche Lehrkräfte benötigt. Deutschland müsse sich auf bis zu 400.000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler einstellen, sagte die schleswig-holsteinische Bildungsministerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es brauche also etwa 24.000 neue Lehrkäfte, wenn Willkommensklassen klein bleiben sollten. Wichtig sei es auch, "Deutsch als Bildungssprache" zu lehren, sagte die CDU-Politikerin. Niemand wisse schließlich, wie lange die Menschen bleiben: "Wenn wir Fehler der Vergangenheit vermeiden wollen, müssen wir es von Anfang an so angehen, als blieben sie länger hier.

05:15 Uhr | Arbeitsagenturen: Angebote für Ukrainer

Die Bundesagentur für Arbeit und die Bahn bauen die Beratung und Vermittlung für aus der Ukraine geflüchteten Menschen aus. Die Deutsche Bahn und die Arbeitsagenturen haben in Köln, Berlin und Frankfurt/Main jetzt Beratungszentren in Bahnhofsnähe eingerichtet. Wie die Kooperationspartner mitteilten, wurde außerdem eine kostenfreie bundesweite Hotline aufgebaut, bei der allein in Nordrhein-Westfalen mehr als 20 Mitarbeiter auf Ukrainisch und Russisch informieren könnten. Dabei gehe es um erste Informationen zu Jobvermittlung, zu Ausbildungen und Qualifizierung wie auch zu Fragen zur Anerkennung von Berufsabschlüssen und möglichen Deutsch-Kursen.

04:10 Uhr | Habeck kritisiert Ausladung von Steinmeier

Die Kritik an der Ablehung eines Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Ukraine reißt vorerst nicht ab. "Der Bundespräsident ist Deutschland. Und deswegen ist seine Ausladung durch Präsident Wolodymyr Selenskyi eine Ausladung Deutschlands", sagte jetzt der Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Selenskyj erklärte am Mittwochabend, es habe gar keine Anfrage des Bundespräsidenten zu einem Besuch gegeben.

02:50 Uhr | Moskau: Raketenkreuzer "Moskwa" evakuiert

Der russische Raketenkreuzers "Moskwa" ist nach Angaben aus Moskau vollständig evakuiert worden. Das Schiff der Schwarzmeerflotte mit einer Besatzung von mehr als 500 Matrosen sei durch die "Detonation von Munition infolge eines Brandes" schwer beschädigt, berichtete die russische Agentur Tass in der Nacht unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Die Brandursache werde untersucht. Wenige Stunden zuvor hatte die ukrainische Seite gemeldet, man habe das Schiff mit einer Rakete getroffen worden.

02:19 Uhr | Kretschmer gegen Lieferung schwerer Waffen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich gegen die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine ausgesprochen. "Wir würden eine Linie überschreiten, wenn wir Panzer oder Flugzeuge liefern oder gar eine Flugverbotszone einrichten. Diese Linie gilt es zu halten", sagte Kretschmer der "Rheinischen Post". Deutschland leiste enorm viel, es dürfe aber nicht passieren, dass man in einen Krieg hineingezogen werde.

Ich sehe mit großer Sorge, dass momentan stabile Leitplanken der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik sehr schnell eingerissen werden. Deutschland hat es bislang aus gutem Grund abgelehnt, Waffen in Kriegsregionen zu liefern.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer RND

Europa müsse vielmehr gemeinsam mit den USA den Druck auf Russland so erhöhen, sagte Kretschmer weiter, "dass die Diplomatie die Chance bekommt, den Konflikt am Verhandlungstisch zu beenden".

00:38 Uhr | Ukraine: Viele Minen im Norden entdeckt

Russische Truppen sollen ukrainischen Angaben zufolge große Mengen an nicht explodierten Sprengvorrichtungen im Norden des Landes hinterlassen haben. Zehntausende nicht detonierte Granaten oder Minen seien in dem Gebiet, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Die Räumung dauere an. Zurückkehrende Menschen müssten aber sehr vorsichtig sein.

00:25 Uhr | UN-Chef: Waffenruhe scheint derzeit unmöglich

Eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg scheint nach Einschätzung von UN-Generalsekretär António Guterres derzeit nicht realistisch. "Im jetzigen Moment scheint eine globale Waffenruhe in der Ukraine nicht möglich", sagte Guterres am Mittwoch in New York bei einer Pressekonferenz. "Das war unser Appell aus humanitären Gründen, aber es scheint nicht möglich."

Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, der während einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zur Situation in der Ukraine spricht.
Bildrechte: dpa

Guterres hatte zuvor unter anderem den UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths beauftragt, die Möglichkeit eines "humanitären Waffenstillstands" im Ukraine-Krieg auszuloten. Griffiths reiste daraufhin nach Moskau und Kiew.

00:11 Uhr | Polen und Balten sichern Beistand zu

Polens Präsident Andrzej Duda sowie die Staatschefs der drei baltischen Länder Litauen, Lettland und Estland haben der Ukraine bei einem Besuch ihre Solidarität zugesichert. Die Staatsoberhäupter der vier EU- und Nato-Staaten sagten Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Treffen in Kiew weitere Militärhilfe und humanitäre Unterstützung zu. Auch versprachen sie, sich für eine Aufnahme der Ukraine in die Europäische Union einzusetzen.

00:00 Uhr | Ticker am Donnerstag, 14. April 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Übersichtskarte Ukraine
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. April 2022 | 06:00 Uhr

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