Russland-Ukraine-Krieg Ticker vom Sonntag: Kiewer Regierung – Soldaten in Mariupol kämpfen weiter

Die ukrainischen Streitkräfte wollen Mariupol nicht aufgeben. Das teilte Ministerpräsident Schmyhal mit. Zuvor hatte Russland den verbliebenen ukrainischen Kämpfern in Mariupol ein Ultimatum gestellt. Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, hat die EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert, der Ukraine schnell Waffen zu liefern. Die aktuellen Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im Ticker.

Zerstörungen in Mariupol
Zerstörungen vor dem Eingang des Stahlwerks in Mariupol, in dem sich die verbliebenen ukrainischen Kämpfer der Stadt verschanzt haben sollen Bildrechte: IMAGO/ITAR-TASS

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, weil wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

23:08 Uhr | Selenskyj und IWF sprechen über Wiederaufbau

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj twittert, er habe mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa, über die Finanzstabilität seines Landes und den Wiederaufbau nach dem Krieg gesprochen. Es gebe klare Pläne. Er sei sich sicher, dass die Kooperation zwischen der Ukraine und dem IWF auch weiterhin fruchtbar sein werde.

22:04 Uhr | Ukrainischer Militärgeheimdienst wundert sich über "Inkompetenz" russischer Generäle

Der ukrainische Militärgeheimdienst zeigt sich verwundert über das Herangehen der russischen Militärführung an den Krieg in der Ukraine. Geheimdienstchef Kyrylo Budanow sagte dem "Spiegel", er wundere sich, "wie inkompetent und fahrlässig die russischen Befehlshaber an die Durchführung einer so großen Operation herangegangen sind. Wenn sie wirklich glaubten, dass sie in drei Tagen damit fertig sind - und nach unseren Erkenntnissen waren sie felsenfest davon überzeugt - dann muss die russische Führung sich fragen, wie kompetent ihre Generäle sind."

Zugleich betonte Budanow, nach seiner Einschätzung habe sich an den Plänen des russischen Präsidenten Wladimir Putin nichts geändert. Die Ukraine solle nach dem Willen Russlands "aufhören als Staat zu existieren".

19:30 Uhr | Ukraine meldet neue russische Angriffe auf Mariupol

Der Kampf um die belagerte südukrainische Hafenstadt Mariupol dauert auch nach dem Verstreichen eines russischen Ultimatums an. Der ukrainische Generalstab berichtete am Sonntagabend von russischen Raketen- und Bombenangriffen auf die Stadt. Dabei kämen auch Überschallbomber vom Typ Tu-22M3 zum Einsatz.

Besonders in der Nähe des Hafens sowie des Stahlwerks Asowstal gebe es Angriffsversuche russischer Truppen. Russland hatte den dort verschanzten Einheiten mit Vernichtung gedroht.

17:34 Uhr | Selenskyj kündigt harte Gegenwehr im Donbass an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angesichts des befürchteten russischen Großangriffs im Osten des Landes harte Gegenwehr angekündigt. Selenskyj sagte dem US-Nachrichtensender CNN: "Wir werden unser Territorium nicht aufgeben". Die Schlacht in der Region Donbass könne den Verlauf des gesamten Krieges beeinflussen. Die Ukraine müsse sich daher behaupten.

Wolodymyr Selenskyj
Wolodymyr Selenskyj: Wir werden unser Territorium nicht aufgeben. Bildrechte: picture alliance/dpa/Ukrainian Presidential Press Office/AP

Selenskyj fügte hinzu, es sei wichtig, wenn möglich einen Dialog mit Russland zu finden. Nach den Gräueltaten gegen Zivilisten im Kiewer Vorort Butscha und anderen Orten sei das aber schwierig. Wiederholt  forderte er vom Westen so schnell wie möglich weitere militärische Ausrüstung.

17:06 Uhr | Selenskyj bittet Biden um Besuch in Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat US-Präsident Joe Biden zu einem Besuch der Ukraine aufgerufen. Selenskyj sagte in einem CNN-Interview, es sei natürlich die Entscheidung des US-Präsidenten und hänge von der Sicherheitssituation ab. Aber Biden sollte kommen und sich das ansehen.

Biden hatte nach den jüngsten Besuchen von EU-Politikern in Kiew erklärt, Washington erwäge ebenfalls, einen ranghohen Vertreter in die Ukraine zu schicken. Laut US-Medien wird womöglich Verteidigungsminister Lloyd Austin oder Außenminister Anthony Blinken zu einem Besuch entsandt.

Update 16:07 Uhr | Ministerpräsident bestätigt: Keine Kapitulation in Mariuopol

Die verbliebenen ukrainischen Kämpfer in Mariupol werden sich nach Angaben der Regierung in Kiew auch nach Ablauf eines russischen Ultimatums nicht ergeben. Regierungschef Denys Schmyhal sagte dem US-Fernsehsender ABC: " Nein, die Stadt ist nicht gefallen. Unsere Streitkräfte, unsere Soldaten sind noch immer dort. Sie werden bis zum Ende kämpfen." Russland hatte den ukrainischen Kämpfern eine Frist bis Sonntagmittag gestellt, um ihre Waffen niederzulegen und die Stadt zu verlassen.

14:33 Uhr | Rumänien schließt Schwarzmeerhafen für russische Schiffe

Die rumänische Seefahrtsbehörde hat seit heute den Schwarzmeerhafen Constanta für russische Schiffe gesperrt. Mit der Regelung würden EU-Wirtschaftssanktionen umgesetzt, berichtete die Zeitung "Ziua de Constanta" unter Berufung auf die Verordnung der Behörde. Ausgenommen seien lediglich Seefahrzeuge, deren Besatzungen um Asyl nachsuchen, die in lebensrettender Mission unterwegs oder in Seenot geraten seien. Constanta ist gemessen am Warenverkehr der größte Hafen am Schwarzen Meer. Er liegt am Ausgang des Donau-Schwarzmeer-Kanals und ist damit ein Bindeglied zwischen der Schwarzmeer-Region und Mitteleuropa.

Update 13:44 Uhr | Russisches Ultimatum abgelaufen – bislang keine Reaktion des ukrainischen Militärs

Das Ultimatum der russischen Armee für die in Mariupol verbliebenen ukrainischen Kämpfer ist abgelaufen. Zuvor hatte Russland die Ukrainer aufgefordert, sich zu ergeben. Allen, die bis Sonntagmittag ihre Waffen niederlegten, werde das Leben garantiert, hieß es ursprünglich. Nach russischen Angaben sollen sich etwa 2.500 ukrainische Soldaten in einem Stahlwerk verschanzt haben, unter ihnen 400 ausländische Söldner. Von ukrainische Seite gab es bislang keine Reaktion auf die Forderungen Russlands.

Update 13:20 Uhr | Papst bittet bei Ostermesse um Frieden in der Ukraine

Bei seiner traditionellen Ostermesse auf dem Petersplatz – erstmals nach zwei Jahren wieder mit Tausenden Gläubigen vor Ort – hat der Papst einen eindringlichen Appell an alle Staaten der Welt gerichtet, Kriege und Konflikte zu beenden. Franziskus sagte: "In meinem Herzen trage ich all die vielen ukrainischen Opfer, die Millionen von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen, die auseinandergerissenen Familien, die allein gelassenen alten Menschen, die zerstörten Leben und die dem Erdboden gleichgemachten Städte."

12:14 Uhr | Luftangriffe und Zerstörung in Vorort von Kiew

Russland hat nach eigenen Angaben eine Munitionsfabrik nahe Kiew zerstört. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur RIA. Der Bürgermeister des Kiewer Vororts Browary hatte zuvor von einer Zerstörung von Infrastruktur durch einen russischen Luftangriff gesprochen. In einem Video sagte der Bürgermeister, es könne Unterbrechungen bei der Wasser- und Stromversorgung geben.

Eine Brücke, die von ukrainischen Soldaten zerstört wurde, um den Vormarsch des russischen Militärs auf die Hauptstadt Kiew zu verhindern.
Brücke bei Kiew, die ukrainische Soldaten zerstört haben, um den Vormarsch des russischen Militärs zu erschweren Bildrechte: dpa

In Kiew selbst ist es nach Behördenangaben ruhig geblieben. Anders als gestern habe es keine neuen Explosionen gegeben. Der Vizebürgermeister von Kiew, Mykola Poworosnyk, erklärte, die Luftverteidigung habe russische Angriffe abgewehrt.

11:55 Uhr | Ukraine bittet um 50 Milliarden Dollar

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben die G7-Staaten um Finanzhilfen in Höhe von 50 Milliarden Dollar gebeten. Präsidentenberater Oleh Ustenko sagte im Fernsehen, die Ukraine erwäge außerdem die Emission unverzinster Anleihen. Damit solle das kriegsbedingte Budgetdefizit in den kommenden sechs Monaten gedeckt werden.

11:48 Uhr | Verhandlungen über Fluchtkorridore offenbar gescheitert

Verhandlungen Russlands und der Ukraine über Fluchtkorridore an diesem Sonntag sind ukrainischen Angaben zufolge gescheitert. Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk teilte mit, es sei nicht gelungen, sich über Feuerpausen und Evakuierungsrouten zu verständigen. Die Ukraine habe Russland in den Gesprächen auch darum gebeten, eine Evakuierung von Zivilisten und verwundeten ukrainischen Soldaten aus Mariupol zuzulassen.

09:50 Uhr | EU stockt humanitäre Hilfe auf

Die EU stockt ihre humanitäre Hilfe für vom Krieg in der Ukraine betroffene Menschen um 50 Millionen Euro auf. Wie die EU-Kommission mitteilte, summieren sich die Zahlungen mit den Beträgen von 45 Millionen Euro für die Ukraine und fünf Millionen Euro für die Republik Moldau auf 143 Millionen Euro. Das sei ein Teil des bereits zugesagten Hilfspakets von einer Milliarde Euro.

09:16 Uhr | Özdemir: Russland greift in Ukraine gezielt landwirtschaftliche Infrastruktur an

Nach Angaben von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) greift Russland auch die Landwirtschaft der Ukraine an. Wie der Minister den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte, erreichen Deutschland alarmierende Nachrichten aus der Ukraine, wo russische Truppen offenbar gezielt auch landwirtschaftliche Infrastruktur und Lieferketten zerstörten.

Özdemir warnte, das könne sich langfristig auf die Leistungsfähigkeit der ukrainischen Landwirtschaft und damit auf die Weltversorgung auswirken: "Russlands Krieg gegen die Ukraine entpuppt sich immer mehr als ein Angriff gegen die internationale Staatengemeinschaft." Die Strategie von Russlands Präsident Wladimir Putin sei es, "Konflikte zu schüren, und sein Mittel dafür heißt: den Hunger verstärken", sagte Özdemir. Der Minister drängte deshalb auf eine Ausweitung der Waffenlieferungen in die Ukraine, um eine globale Hungerkatastrophe abzuwenden.

Die Ukraine und Russland sind wichtige Anbauländer für Getreide, Mais und zum Beispiel Sonnenblumen, die für Speiseöl wichtig sind. Durch den Krieg und Wirtschaftssanktionen gegen Russland sind Exporte und Lieferketten erheblich gestört.

06:49 Uhr | Papst ruft zu Gesten des Friedens auf

Papst Franziskus (M) geht während der Messfeier zur Osternacht im Petersdom an Iwan Fedorow (2.v.r), Bürgermeister von Melitopol, und ukrainischen Gesetzgebern vorbei.
Papst Franziskus geht während der Messfeier zur Osternacht im Petersdom an Iwan Fedorow (2.v.r), Bürgermeister von Melitopol, und ukrainischen Gesetzgebern vorbei. Bildrechte: dpa

Mit einer Messe im Petersdom hat Papst Franziskus am Samstagabend die Osterfeierlichkeiten eingeläutet. Dabei mahnte das katholische Kirchenoberhaupt die Christen, nicht in Desillusion und Apathie zu verfallen. In dieser von den Schrecken des Krieges gezeichneten Zeit sei es nötig, Gesten des Friedens zu zeigen. In seiner Predigt wandte sich der Papst direkt an den Bürgermeister von Melitopol. Dieser nahm mit einer Delegation am Gottesdienst teil. Franziskus sprach den Ukrainern Mut zu, in der – so wörtlich – Dunkelheit und Grausamkeit, in der sie lebten.

Am Mittag findet mit der Messe auf dem Petersplatz der traditionelle Höhepunkt des Osterfestes statt. Um 12 Uhr wird Franziskus die Osterbotschaft verkünden und den Segen "Urbi et Orbi" spenden.

05:55 Uhr | Bericht: Weitere US-Waffenlieferungen eingetroffen

Erste Teile des jüngsten Unterstützungspakets an Waffen und Munition aus den USA sind in der Ukraine eingetroffen. Das berichtete der TV-Sender CNN unter Berufung auf einen Beamten im Weißen Haus. Washington hatte am Mittwoch Kiew weitere Waffen und Munition im Wert von bis zu 800 Millionen Dollar zugesagt – darunter auch Artillerie, gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber. Die neuen Lieferungen sollen die Ukraine demnach insbesondere angesichts des befürchteten russischen Großangriffs in der östlichen Donbass-Region unterstützen.

Die US-Regierung hat der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar damit bereits Waffen im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar zugesagt oder geliefert. Russland hatte wegen Waffenlieferungen an die Ukraine kürzlich Protestnoten an mehrere westliche Länder, darunter die USA, gesendet.

05:10 Uhr | Selenskyj: Moskau will Menschen in Mariupol "auslöschen"

Der ukrainische Präsident Wolodomir Selenskyj hat Moskau beschuldigt, bewusst zu versuchen, alle Menschen in Mariupol "auszulöschen". In einer Videobotschaft sagte er, um die Situation in der Stadt zu beeinflussen, gebe es nur zwei Möglichkeiten. Entweder die Partnerländer der Ukraine stellten sofort alle notwendigen schweren Waffen zur Verfügung, auch Flugzeuge, damit man den Druck auf Mariupol verringern und die Stadt deblockieren könne. Der zweite Weg sei ein Verhandlungspfad, bei dem auch die Partner eine maßgebliche Rolle spielen müssten.

Seit Anfang März gilt Mariupol als eingekesselt. Durch die mehr als eineinhalb Monate andauernden Kämpfe und Bombardierungen wurden die Stadt verwüstet und eine unbekannte Anzahl von Zivilisten getötet. In den vergangenen Tagen drangen russische Truppen ins Zentrum vor. Russischen Angaben zufolge verschanzen sich mittlerweile alle verbliebenen ukrainischen Kämpfer in dem Stahlwerk Asowstal. Es soll sich um bis zu 2.500 Personen handeln.

03:23 Uhr | Von der Leyen will Sanktionen auf Sberbank ausweiten

Die EU-Kommission plant die Ausweitung der Sanktionen gegen Russland. Präsidentin Ursula von der Leyen sagte der "Bild am Sonntag" mit Blick auf das anstehende sechste Sanktionspaket: "Wir sehen uns weiter den Bankensektor an, insbesondere die Sberbank, die alleine 37 Prozent des russischen Bankensektors ausmacht." Zudem entwickele man gerade Mechanismen, damit im nächsten Sanktionsschritt auch Öl einbezogen werden könne. Es müsse verhindert werden, dass Russland bei einem Öl-Embargo auf anderen Märkten noch höhere Preise erziele.

Von der Leyen betonte, die bereits geltenden Strafmaßnahmen gegen Moskau würden wirken. Der Export nach Russland sei um 70 Prozent eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt in Russland werde um elf Prozent sinken. Der Staatsbankrott sei nur noch eine Frage der Zeit.

02:20 Uhr | Russland veröffentlicht Video mit mutmaßlichen Besatzungsmitgliedern der "Moskwa"

Das russische Verteidigungsministerium hat ein Video veröffentlicht, das angeblich ein Treffen zwischen dem Chef der Marine und den Überlebenden des im Schwarzen Meer gesunkenen Kriegsschiffs "Moskwa" zeigt. In dem etwa 30 Sekunden langen Video sind einige Dutzend Männer in Marineuniform zu sehen, die stramm vor dem Chef der Marine, Nikolaj Jewmenow, aufgereiht sind. Das Treffen soll in Sewastopol auf der annektierten Krim-Halbinsel stattgefunden haben. Es handelt sich um die ersten Bilder, auf denen mutmaßliche Besatzungsmitglieder der "Moskwa" seit dem Untergang des Schiffes am Donnerstag zu sehen sind.

01:14 Uhr | Agentur: Russland stellt ukrainischen Kämpfern in Mariupol Ultimatum

Das russische Verteidigungsministerium gewährt der Nachrichtenagentur Tass zufolge ukrainischen Streitkräften in Mariupol das Leben, wenn sie sich ergeben. "Wir garantieren, dass das Leben all derer, die ihre Waffen niederlegen, verschont wird", zitiert die Agentur den russischen Generaloberst Michail Mizintsev. Angesprochen sind die noch verbleibenden Kämpfer in der belagerten Fabrik Asowstal. Gemäß der vorgeschlagenen Vereinbarung müssen sie das Kraftwerk ohne Waffen zwischen 6 und 13 Uhr Moskauer Zeit (5/12 Uhr MEZ) verlassen. Aus Kiew gab es keine unmittelbare Reaktion darauf.

00:34 Uhr | Kiew: Etwa 1.450 Menschen aus umkämpften Gebieten gebracht

Etwa 1.450 Menschen sind ukrainischen Angaben zufolge am Samstag aus umkämpften Gebieten des Landes in Sicherheit gebracht worden. Etwa 1.380 Menschen seien in der Stadt Saporischschja aus mehreren Städten im Süden und Osten des Landes angekommen, darunter 170 aus der schwer umkämpften Hafenstadt Mariupol, teilte das Büro des Präsidenten auf Telegram mit. Aus drei Städten der Region Luhansk seien "unter andauerndem Beschuss" 68 Menschen geholt worden. Eine Evakuierung aus der Stadt Lyssytschansk in dem Gebiet sei aufgrund "massiven Beschusses" vereitelt worden.

Fluchtmöglichkeiten gibt es auch nach Russland. Aus Moskau hieß es, "trotz von Kiew verursachter Hindernisse" seien binnen 24 Stunden ohne Beteiligung der ukrainischen Behörden rund 15.800 Menschen aus gefährlichen Regionen der Ukraine und den Gebieten Donezk und Luhansk nach Russland evakuiert worden.

00:12 Uhr | Von der Leyen ruft EU zu schnellen Waffenlieferungen auf

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat an die EU-Länder appelliert, der Ukraine schnell Waffen zu liefern. "Für alle Mitgliedstaaten gilt, wer kann, sollte schnell liefern, denn nur dann kann die Ukraine in ihrem akuten Abwehrkampf gegen Russland bestehen", sagte von der Leyen der "Bild am Sonntag". Sie unterscheide nicht zwischen schweren und leichten Waffen. Die Ukraine müsse das bekommen, was sie zur Verteidigung brauche und was sie handhaben könne. Die Bürger in Europa bereitete von der Leyen auf einen langen militärischen Konflikt vor: "Wir müssen alles tun, dass er so schnell wie möglich endet. Und wir müssen uns zugleich darauf vorbereiten, dass der Krieg schlimmstenfalls noch Monate, gar Jahre dauern kann."

00:00 Uhr | Ticker am Sonntag, 17. April 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Übersichtskarte Ukraine
Bildrechte: MDR

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. April 2022 | 06:00 Uhr

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