Ukraine-News Größter russischer Drohnenangriff im Krieg bisher – Ukraine trifft Elektronik-Fabrik in Russland
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09. Juni 2025, 15:13 Uhr
- Schwerste russische Luftangriffe bisher in dem Krieg
- Ukrainische Drohnen treffen Elektronik-Fabrik in Russland.
- Keine weitere Senkung des Wehralters in der Ukraine
- Selenskyj bekräftigt Willen zum Gefangenenaustausch.
- Weitere Nachrichten und Podcast zum Ukraine-Krieg
13:50 Uhr | Junge Kriegsgefangene ausgetauscht
Russland und die Ukraine haben nach Angaben aus Moskau jetzt Kriegsgefangene ausgetauscht, die unter 25 Jahren seien. Es handele sich um eine erste Gruppe, die bei dem Treffen zwischen Russland und der Ukraine am 2. Juni in der Türkei vereinbart worden sei, melden russische Agenturen unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. (Quelle: Reuters)
12:45 Uhr | Russland will "Pufferzone" in Dnipropetrowsk
Russische Truppen haben nach eigenen Angaben weitere Orte in der ukrainischen Region Dnipropetrowsk eingenommen. Außerdem sollen sie einen Flugplatz nahe Dubno angegriffen haben, melden heute russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, ein Ziel in der Region Dnipropetrowsk sei eine "Pufferzone" an der Grenze zur Region Donezk. (Quelle: Reuters)
12:07 Uhr | Details der jüngsten russischen Angriffe
Nach dem bislang größten Drohnen- und Raketenangriff seit dem russischen Einmarsch im Februar 2022 werden von ukrainischer Seite weitere Details genannt. Nach Angaben der Luftwaffe wurden neben 479 Kampfdrohnen des iranischen Typs Shahed und Attrappen auch vier Hyperschallraketen des Typs "Kinschal", 14 verschiedene Marschflugkörper und zwei Luft-Boden-Raketen des Typs Ch-31 auf die Ukraine abgeschossen. An zehn Orten im Land habe es "Einschläge" gegeben und an 17 Orten seien Trümmer niedergegangen.
Das an die Ukraine grenzende Nato-Land Polen meldete am Morgen massive russische Angriffe auf die westukrainische Region Riwne. Wie der Generalstab in Warschau mitteilte, ließen die polnische Luftwaffe und verbündete Staaten präventiv auch Kampfjets starten. Auch Luftabwehr- und Radaraufklärung am Boden seien in höchste Bereitschaft versetzt worden, ebenfalls vorsorglich.
In der Region im Westen des Landes wurde nach Angaben des dortigen Militärgouverneurs Olexander Kowal ein Zivilist verletzt. In der frontnahen Region Saporischschja soll es drei Verletzte gegeben haben. Einschläge gab es nach Behördenangaben auch in den Regionen Dnipropetrowsk und Charkiw, hier vor allem mit gelenkten Gleitbomben. (Quellen: dpa, Reuters, AFP)
11:45 Uhr | Rutte will Nato um 400 Prozent aufrüsten
Nato-Generalsekretär Mark Rutte fordert eine drastische Verstärkung der Verteidigungsfähigkeiten der Allianz. In einer Rede in London plädiert er dafür, die Luft- und Raketenabwehr um 400 Prozent zu erhöhen. "Unsere Streitkräfte benötigen zudem tausende zusätzliche gepanzerte Fahrzeuge und Panzer, Millionen weitere Artilleriegeschosse" sowie Logistik, Nachschub, Transport und medizinischer Unterstützung. (Quelle: Reuters)
11:22 Uhr | Ukraine berichtet von getroffenen Kampfjets
Der Generalstab in Kiew hat heute auch mitgeteilt, erneut auch einen Militärflugplatz in der Region Nischni Nowgorod angegriffen zu haben. Nach ersten Informationen seien zwei Kampfjets getroffen. (Quelle: dpa)
11:02 Uhr | Atomkraftgegner gegen Rosatom
Atomkraftgegner im Emsland haben die Bundesregierung erneut aufgefordert, die Geschäfte der Brennelemente-Fabrik in Lingen mit dem russischen Staatskonzernen Rosatom zu beenden. Anlass der Forderung von Anti-Atomkraft-Initiativen ist eine erwartete Uran-Lieferung, nachdem der russische Frachter "Baltiyskiy 202" gestern in Rotterdam vor Anker gegangen sei. Die Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF), eine Tochter des französischen Framatome-Konzerns, will in Lingen die Brennelemente für russische Reaktortypen herstellen, die in Bulgarien, Tschechien, Finnland, Ungarn und der Slowakei laufen. Dazu hat Framatome bereits 2021 eine Kooperation mit Rosatom geschlossen. Anfang 2025 forderte aber auch Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne), diese Russland-Geschäfte gerade im sensiblen Atombereich zu unterlassen. Es gebe Alternativen. (Quelle: dpa)
10:17 Uhr | Größter russischer Drohnenangriff bisher
Russland hat die Ukraine nach deren Angaben mit dem bislang größten Drohnenangriff seit Kriegsbeginn überzogen. Insgesamt seien 479 Drohnen und 20 Marschflugkörper auf die Ukraine abgefeuert worden, erklärte die ukrainische Luftwaffe in Kiew heute. Davon seien 460 Drohnen und 19 der russischen Marschflugkörper abgefangen worden. (Quelle: AFP)
09:46 Uhr | Ukrainische Drohnen treffen Elektronik-Fabrik
In Tscheboksary in der russischen Region Tschuwaschien ist nach Behördenangaben nach einem ukrainischen Drohnenangriff eine Fabrik für elektronische Komponenten zeitweise geschlossen worden. Gouverneur Oleg Nikolajew erklärte heute auf Telegram, zwei Drohnen seien auf das Gelände der VNIIR-Fabrik "gestürzt", rund 1.300 Kilometer direkter Luftlinie von der ukrainischen Grenze entfernt und östlich von Moskau. Zwei weitere seien auf Felder gefallen. Die Lage sei "unter Kontrolle", niemand verletzt.
Ein von Reuters verbreitetes Video zeigte Drohnen am Himmel und aufsteigenden Rauch und hörbare Explosionen. Die Fabrik in Tscheboksary gilt als eine der wichtigsten zur Herstellung und Entwicklung elektronischer Komponenten in Russland. Der ukrainische Generalstab reklamierte den Angriff auf die "militärische Einrichtung" für sich, da sie auch Antennen für Schahed-Drohnen iranischer Bauart herstelle. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht insgesamt 49 ukrainische Drohnen über Russland abgefangen. (Quellen: AFP, Reuters)
08:48 Uhr | Ex-Außenminister Fischer für Wehrpflicht
Der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer ist für eine Rückkehr zur Wehrpflicht in Deutschland. Dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" sagte er, sein einstiges Eintreten dagegen sei "aus heutiger Sicht" ein Fehler.
"Für die eigene Freiheit muss man einstehen, wenn es darauf ankommt, auch kämpfen", wird der Grünen-Politiker zitiert. Die neue Bundesregierung aus Union und SPD plant bisher einen zunächst allein auf Freiwilligkeit basierenden Wehrdienst.
Für Fischer reicht das jedoch nicht aus: "Wenn wir abschreckungsfähig werden wollen, wird das ohne eine Wehrpflicht nicht gehen" und sie solle auch für Frauen gelten: "Entweder wir haben die Gleichstellung, oder wir haben sie nicht." (Quelle: AFP)
08:25 Uhr | Opernsänger Gorai in Odessa gestorben
Der Tenor Wladislaw Gorai ist nach Angaben der ukrainischen Nationalen Oper von Odessa bei einem Freiwilligeneinsatz in der an Russland grenzenden Region Sumy gestorben. Wie er umkam, ist noch unklar. Nach Angaben des Theaters sang Gorai seit 1993 in Odessa und auch international an Opern in Paris, Rom, Amsterdam, Lyon, Straßburg und Zürich. (Quelle: Reuters)
08:05 Uhr | Russland will seine Marine modernisieren
Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine neue Strategie zur Modernisierung der Marine genehmigt. Ziel sei es, ihre Position als eine führende Seemacht der Welt vollständig wiederherzustellen, sagte Kreml-Berater Nikolai Patruschew in einem Interview. Details dieser "Strategie für die Entwicklung der russischen Marine bis 2050" nannte er nicht. Russland verfügt nach allgemeiner Einschätzung über die drittmächtigste Marine der Welt, nach der von China und den USA. Die russische hatte im Ukraine-Krieg jedoch schon schwere Verluste hinnehmen müssen. (Quelle: Reuters)
06:47 Uhr | Keine Senkung des Wehralters in der Ukraine
Die Ukraine lehnt eine Senkung des Alters zur Mobilisierung ukrainischer Männer für den Krieg auf 18 Jahre weiterhin ab. Das bekräftigte Yevheniia Kravchuk am Rande einer Konferenz in Litauens Hauptstadt Vilnius.
Laut Bericht der Zeitung "Münchner Merkur" sagte die Vize-Fraktionschefin der Partei "Diener des Volkes" des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der habe sich klar positioniert. Und das gelte: "Wir haben immer noch Brigaden, die keine ordentliche Ausrüstung besitzen", wird die Rada-Abgeordnete zitiert. Und nach ihren Worten braucht es so auch keine "Brigade aus Schulabsolventen" ohne Munition.
Im Frühjahr 2024 war das Mobilisierungsalter in der Ukraine von 27 auf 25 Jahre herabgesetzt worden. Schon im November 2024 gab es jedoch in dieser Frage auch Druck aus den USA. Mit Blick auf tägliche Angriffe Russlands auch auf zivile Ziele forderte Kravchuk laut dem Bericht erneut auch Lieferungen von Taurus-Marschflugkörpern etwa aus Deutschland.
03:59 Uhr | Auch Luftabwehr in Polen alarmiert
Nach russischen Luftangriffen auf die West-Ukraine ist auch die polnische Luftabwehr im Einsatz. "Maßnahmen zielen darauf ab, die Sicherheit in den an die gefährdeten Gebiete angrenzenden Regionen zu gewährleisten", schreibt das polnische Militär auf X. (Quelle: Reuters)
02:17 Uhr | Gefangenenaustausch ist weiter geplant
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Willen bekräftigt, den Austausch von Kriegsgefangenen mit Russland fortzusetzen. In seiner abendlichen Video-Botschaft sagte er, die Ukraine habe noch nicht die vollständige Liste der Gefangenen erhalten, die bei Verhandlungen in Istanbul vereinbart worden sei. Russland versuche, ein "schmutziges politisches Spiel" zu spielen. Die Ukraine werde aber alles dafür tun, dass der Austausch weitergehe. Moskau hatte Kiew zuletzt vorgeworfen, den Austausch auf unbestimmte Zeit verschoben zu haben. (Quelle: Reuters)
01:04 Uhr | Neuer russischer Angriff auf Kiew
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist am späten Abend erneut Ziel massiver russischer Drohnen-Angriffe geworden. Wie die regionale Militärverwaltung mitteilte, war die Flugabwehr aktiv. Es sei Luftalarm ausgelöst worden. Zudem sei für eine Reihe anderer Gebiete wieder Luftalarm ausgelöst worden, unter anderem für Sumy, Charkiw und Dnipropetrowsk. (Quelle: Reuters)
00:05 Uhr | Die Ereignisse von gestern – 8. Juni 2025
Inmitten stagnierender Friedensverhandlungen hat Russland erstmals seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs einen Vormarsch am Boden in die Region Dnipropetrowsk gemeldet. Die Ukraine widersprach jedoch der russischen Darstellung. Außerdem waren die ukrainische Hauptstadt Kiew und weitere Städte am späten Abend wieder Ziele massiver russischer Drohnenangriffe. Nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj strebt Russlands Präsident Wladimir Putin die totale Niederlage der Ukraine an.
00:00 Uhr | Ukraine-News von Montag, 9. Juni 2025
Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. All das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.
Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 09. Juni 2025 | 12:07 Uhr