Ukraine-NewsUkrainischer Vorstoß in russische Grenzregion Kursk abgewehrt
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Ukraine-News vom Dienstag, 6. August 2024
- Ukrainischer Vorstoß in russische Grenzregion Kursk abgewehrt
- Ukraine meldet Verletzte bei Raketenangriff auf Charkiw
- Selenskyj warnt vor Verzögerungen bei Waffenlieferungen
- Weitere Nachrichten & Podcast zum Ukraine-Krieg
20:26 Uhr | Ukrainischer Vorstoß in russische Grenzregion Kursk abgewehrt
Russische Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau einen Vorstoß ukrainischer Kräfte auf die Grenzregion Kursk abgewehrt. Artilleriebeschuss, Luftangriffe und Kampfdrohnen hätten dem Gegner erhebliche Verluste beigebracht und dazu geführt, dass sich die "Reste der Sabotagetruppe" auf das Gebiet der Ukraine zurückgezogen hätten, teilte das Ministerium mit. Zur Abwehr der Angriffe seien auch Reservetruppen herangezogen worden.
Auch der Gouverneur der Region Kursk, Alexej Smirnow, teilte bei Telegram mit, dass russische Soldaten einen Grenzübertritt des ukrainischen Militärs vereitelt hätten. Zuvor seien mindestens 18 Menschen in der Region durch ukrainische Kampfdrohnen verletzt worden. Nach Angaben des Telegramkanals Mash, der über Verbindungen in russische Sicherheitskreise verfügt, sollen bis zu 300 ukrainische Kämpfer versucht haben, bei Sudscha über die Grenze zu gelangen. Russische Medien berichteten über einen Vorstoß von mehreren hundert ukrainischen Soldaten, unterstützt von Panzern.
Bewohner der Region Kursk berichteten in sozialen Medien von schweren ukrainischen Angriffen. Von ukrainischer Seite verlautete, dass die russischen Streitkräfte "erhebliche Verluste" erlitten hätten. Die Angaben der beiden Kriegsparteien konnten nicht unabhängig überprüft werden.
Update 18:52 Uhr | Ukraine meldet Verletzte bei Raketenangriff auf Charkiw
Bei einem russischen Raketenangriff auf das Zentrum der nordostukrainischen Großstadt Charkiw sind nach Angaben ukrainischer Behörden mindestens acht Menschen verletzt worden. Die ballistische Rakete vom Typ "Iskander" habe schwere Schäden an Gebäuden verursacht, hieß es zuletzt.
Charkiws Bürgermeister Ihor Terekhov hatte zuvor von mindestens fünf Verletzten sowie von Schäden an einer Poliklinik, einer Universität, einem Wohnheim sowie weiteren Gebäuden berichtet. Am Morgen hatte die Charkiwer Regionalverwaltung auf dem Kurznachrichtendienst Telegram davon gesprochen, dass nach dem Angriff zwei Menschen wegen akuter Stressreaktionen behandelt werden mussten. Zudem war befürchtet worden, dass sich noch Menschen unter Trümmern befinden könnten.
18:28 Uhr | EU-Staaten geben grünes Licht für weitere Milliarden-Hilfen für Ukraine
Die EU-Staaten haben nach einer Mitteilung aus Brüssel grünes Licht für eine Auszahlung von rund 4,2 Milliarden Euro Finanzhilfe für die Ukraine gegeben. Mit dem Geld sollen Löhne und Renten in der Ukraine gezahlt werden. Zudem soll der Betrieb von Krankenhäusern, Schulen und Notunterkünften finanziert werden. Das Geld kann auch genutzt werden, um zerstörte Infrastruktur wiederherzustellen.
Die genehmigte Milliardenzahlung ist Teil der sogenannten Ukraine-Fazilität. Dieses EU-Hilfsprogramm wurde Anfang Februar beschlossen und soll bis Ende 2027 Finanzhilfen in Höhe von 50 Milliarden Euro ermöglichen. 33 Milliarden Euro davon sollen als Darlehen ausgezahlt werden, der Rest in Form von Zuschüssen.
17:51 Uhr | Tscheche wegen Plünderns beim ukrainischen Militär zu Haftstrafe verurteilt
In Prag ist ein Tscheche zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, weil er als Freiwilliger des ukrainischen Militärs Zivilisten und getötete Soldaten bestohlen haben soll. Wie ein Gerichtssprecher mitteilte, wurde der 27-Jährige der "Plünderung in einem Gebiet militärischer Einsätze" für schuldig befunden. Er war bei Kämpfen in Irpin und Butscha eingesetzt und wurde aufgrund von Videos verurteilt, die er selbst in Online-Netzwerken verbreitete. Nach tschechischen Radioberichten ist in den Videos zu sehen, wie der Verurteilte Wertgegenstände, Bargeld, Elektronikgeräte und Waffen stiehlt. Der Tscheche wurde von der ukrainischen Armee im April 2022 festgenommen und zurück nach Tschechien geschickt.
12:32 Uhr | Russland: Weiteres Dorf im Gebiet Donezk eingenommen
Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau das Dorf Tymofijiwka in der Region Donezk eingenommen. Das meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Interfax. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Berichte über das Kampfgeschehen nicht. Donezk liegt im Osten der Ukraine und bildet zusammen mit der Region Luhansk den Donbass, der durch Bergbau und Industrie geprägt ist. Russland hat die beiden Region sowie Saporischschja und Cherson weiter im Süden für annektiert erklärt.
In dem von Moskau annektierten Donezker Gebiet mussten die ukrainischen Truppen unter russischem Druck in den vergangenen Wochen etliche Positionen aufgeben. Moskaus Truppen rückten weiter in Richtung der Bergarbeiterstadt Pokrowsk und der Verbindungsstraße nach Kostjantyniwka vor.
Insgesamt haben Russlands Truppen nach Angaben des russischen Nationalen Sicherheitsrates seit 14. Juni insgesamt 420 Quadratkilometer an ukrainischem Territorium erobert. Das teilt der Sekretär des Sicherheitsrates, Sergej Schoigu, der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Schoigu, der zuvor lange Verteidigungsminister war, übernahm im Mai den einflussreichen Posten. Den Vorsitz des Gremiums hat Präsident Wladimir Putin.
09:54 Uhr | Ukraine und Russland greifen sich mit Drohnen und Raketen an
Russland und die Ukraine haben sich erneut gegenseitig mit Drohnen und Raketen angegriffen. "Heute Nacht wurde die Stadt Sudscha von der Ukraine aus beschossen", teilte der geschäftsführende Gouverneur des russischen Gebietes Kursk, Alexej Smirnow, auf Telegram mit. Es seien mehrere Wohnhäuser stark beschädigt und dabei mindestens fünf Menschen verletzt worden. Dazu veröffentlichte Smirnow Bilder der betroffenen Häuser. Auch im benachbarten Gebiet Belgorod informierten die Behörden über Schäden an Gebäuden und Autos. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge sind in der Nacht und den Morgenstunden 34 ukrainische Drohnen abgeschossen worden.
Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, dass das russische Militär vier ballistische Raketen und zwei Luft-Boden-Raketen auf Ziele in der Ukraine abgefeuert habe. Nur zwei der ballistischen Raketen seien abgeschossen worden. Ein in sozialen Netzwerken kursierendes Video zeigte, wie eine mutmaßlich beschädigte russische Rakete im östlichen Kiewer Vorort Browary herabstürzt und explodiert. Zudem hat die russische Armee den Angaben nach 15 Kampfdrohnen auf Ziele in den Gebieten Kiew, Cherson, Mykolajiw und Chmelnyzkyj eingesetzt. Alle sollen abgefangen worden sein. Dennoch gab es Behördenangaben zufolge im Kiewer Umland Schäden durch herabstürzende Trümmerteile.
04:35 Uhr | Experten diskutieren über weitere Kampfflugzeuge
Nach dem Eintreffen der ersten F-16-Kampfflugzeuge aus amerikanischer Produktion in der Ukraine spekulieren Experten über die Beschaffung weiterer Flugzeugtypen. Valerij Rjabych, Leiter der Consulting-Firma "Defense Express", erwähnte mögliche zusätzliche Typen wie die französische Mirage 2000/5 und die schwedische Saab Gripen. Langfristig sei auch die Ausrüstung mit Kampfjets der fünften Generation wie der F-35 denkbar. "Denn bei Flugzeugen geht es nicht um Taktik - es geht um Strategie", so Rjabych.
Präsident Selenskyj präsentierte am Sonntag die ersten F-16-Kampfflugzeuge in Diensten der ukrainischen Luftwaffe. Kiew hat zunächst zwischen sechs und zehn dieser Kampfflugzeuge erhalten. Die Niederlande, Dänemark, Norwegen und Belgien haben der Ukraine insgesamt mehr als 60 F-16-Kampfjets zugesagt. Die Ausrüstung und Bewaffnung der Maschinen kommt aus den USA. Piloten und Bodenpersonal wurden in den letzten Monaten im Westen ausgebildet.
03:11 Uhr | Selenskyj warnt vor Verzögerungen bei Waffenlieferungen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor Verzögerungen bei den zugesagten Waffen- und Munitionslieferungen aus dem Westen. "Für uns ist es wichtig, dass zwischen der Ankündigung der Pakete und ihrem Einsatz an der Front ein Minimum an Zeit vergeht", sagte er in seinem abendlichen Videobeitrag. Er dankte allen Partnern, die ihre Zusagen pünktlich einhalten und arbeitet bereits an neuen Paketen zur Stärkung der Ukraine im Herbst.
02:00 Uhr | Strack-Zimmermann fordert zusätzliche Unterstützung für die Ukraine
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, ruft die Bundesregierung und andere EU-Staaten auf, die Schlagkraft der an die Ukraine gelieferten F-16-Kampfjets zu erhöhen. Sie betont die Notwendigkeit von Luftabwehreinheiten und fordert erneut die Lieferung von Marschflugkörpern des Typs Taurus. "Europa darf nicht nachlassen", betont die FDP-Politikerin in der "Rheinischen Post".
01:27 Uhr | Schwere Kämpfe im Osten der Ukraine
Im Osten der Ukraine dauern die heftigen Gefechte zwischen russischen und ukrainischen Truppen an. Besonders betroffen ist die Stadt Pokrowsk, wo russische Einheiten seit Tagen unter schweren Verlusten versuchen, ukrainische Stellungen zu durchbrechen. Aufgrund der erhöhten Gefahrenstufe hat der regionale Krisenstab die Evakuierung von Kindern und ihren Familien aus über einem Dutzend bedrohter Dörfer angeordnet.
Nach Angaben des Generalstabs in Kiew wurden zudem wiederholte russische Angriffe aus Torezk gemeldet. Dabei setzten russische Kampfflugzeuge zehn Gleitbomben gegen die Stadt ein.
00:05 Uhr | Luftalarm und Explosionen in Kiew
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist am späten Montagabend Luftalarm ausgelöst worden. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von lauten Explosionen im Stadtzentrum. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte auf Telegram, dass die Luftabwehrsysteme aktiviert wurden und forderte die Bevölkerung auf, in den Schutzräumen zu bleiben. Ein AFP-Reporter hörte fünf starke Explosionen im Osten der Stadt.
00:00 Uhr | Ukraine-News am Dienstag, 6. August 2024
Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen sind. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. All das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.
Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR
Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 06. August 2024 | 06:00 Uhr