Adidas und Olympique Marseille Skandalumwitterter Manager und Politiker Bernard Tapie gestorben

Der französische Manager und Politiker Bernard Tapie ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Tapie sorgte vor allem in den 90er-Jahren für Schlagzeilen und Skandale, unter anderem als Besitzer des deutschen Sportartikel-Konzerns Adidas. Wegen einer Schmiergeldaffäre landete er sogar im Gefängnis.

Bernard Tapie
Bernard Tapie: 26. Januar 1943 - 3. Oktober 2021 Bildrechte: dpa

Der französische Manager und Politiker Bernard Tapie ist tot. Wie seine Familie am Sonntag mitteilte, starb der ehemalige Chef des Fußball-Erstligisten Olympique Marseille im Alter von 78 Jahren nach langer Krebserkrankung. Tapie war in der französischen Öffentlichkeit über Jahrzehnte hinweg eine schillernde, aber auch höchst umstrittene Figur.

Große Erfolge mit Olympique Marseille

In Deutschland war Tapie vor allem als zwischenzeitlicher Besitzer des Sportartikel-Konzerns Adidas bekannt.

Bernard Tapie, 1990
Tapie war von 1990 bis 1995 Mehrheitseigner des Adidas-Konzerns. Bildrechte: dpa

Der Verkauf seiner Anteile an Adidas beschäftigte jahrelang Gerichte. 2019 wurde der Franzose in der Adidas-Affäre vom Vorwurf des Betrugs und der Hinterziehung öffentlicher Gelder freigesprochen.

Als Chef von Olympique Marseille sorgte Tapie für einen der größten Skandale der Fußballgeschichte. Wegen einer Schmiergeldaffäre wurde er 1995 zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Unter Tapie gewann "OM" viermal den Meistertitel und 1993 die Champions League.

Absturz nach Schmiergeldskandal

Bernard Tapie, 1993
Tapie bejubelt 1993 mit seinen OM-Spielern den Gewinn der Champions League nach einem 1:0 im Finale gegen den AC Mailand. Bildrechte: dpa

Tapie holte Franz Beckenbauer 1990 nach dem deutschen WM-Triumph nach Marseille, erst als Trainer, dann als Direktor. Auch DFB-Stürmerstar Rudi Völler wurde engagiert. Doch der Finanzskandal bei "OM" führte dann zum Absturz des Klubs und zu einer Haftstrafe für Tapie.

Tapie, der unter Staatspräsident Francois Mitterrand in den 90er-Jahren auch französischer Städtebauminister war, musste Privatinsolvenz anmelden.

Quelle: SID, (ans)

Diese Prominenten starben 2021

Auch im Jahr 2021 trauern wir um prominente Persönlichkeiten, die gestorben sind. Unsere Galerie zeigt, von welchen Schauspielern, Musikern, Künstlern, Politikern oder Sportlern wir dieses Jahr Abschied nehmen mussten.

Tanya Roberts, 2011
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Prinz Philip, Duke of Edinburgh: 10. Juni 1921 - 9. April 2021. Prinz Philip, Ehemann der britischen Queen Elizabeth II., starb auf Schloss Windsor. Er war zuvor am Herzen operiert worden. Der Herzog von Edinburgh war seit 1947 mit Elizabeth verheiratet, sie haben vier Kinder. Bildrechte: imago images/PA Images
Endlich kann der Prinz (Pavel Travnicek) sein Aschenbrödel (Libuse Safrankova) in die Arme schließen
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Herbert Köfer
Herbert Köfer: 17. Februar 1921 - 24. Juli 2021 Der Schauspieler und Moderator war mehr als 80 Jahre lang auf der Bühne und vor der Kamera tätig. Als Opa Schmidt in der Kult-Serie "Rentner haben niemals Zeit" feierte der beliebte DDR-Schauspieler große Erfolge. Auch in DEFA-Kinofilmen wie "Nackt unter Wölfen" oder "Krupp und Krause" spielte Köfer mit. Nach der Wende war er in beliebten Serien wie "In aller Freundschaft", "SOKO Leipzig" oder "Ein starkes Team" zu sehen. Bildrechte: dpa
Kurt Biedenkopf, ehemaliger Ministerpräsident in Sachsen
Kurt Biedenkopf: 28. Januar 1930 - 12. August 2021 Der in Ludwigshafen geborene CDU-Politiker war 1990 zum ersten Nachwende-Ministerpräsidenten von Sachsen gewählt worden. Er blieb zwölf Jahre Regierungschef. Aus dieser Zeit stammt der Spitzname "König Kurt". Aufgrund zunehmender Kritik an seinem Führungsstil, Machtkämpfen innerhalb der Sachsen-CDU und einiger Affären erklärte Biedenkopf im Januar 2002 seinen Rücktritt. Bildrechte: dpa
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Tanya Roberts: 15. Oktober 1955 - 4. Januar 2021 Die US-amerikanische Schauspielerin war vor allem durch ihre Rollen in "Drei Engel für Charlie" und als Bond-Girl im Film "Im Angesicht des Todes" von 1985 bekannt. Bildrechte: imago/Picturelux
Thomas Gumpert
Thomas Gumpert: 11. Dezember 1952 - 7. Januar 2021 Der Schauspieler Thomas Gumpert war unter anderem bekannt durch Rollen in den Vorabendserien "Verbotene Liebe" und "Alisa - Folge deinem Herzen". Er spielte aber auch in Krimi-Serien wie "Alarm für Cobra 11", "Der Clown" oder "Wolffs Revier“ mit. Zudem hatte er Engagements am Theater, etwa an der Berliner Schaubühne. Bildrechte: imago images/Sven Simon
Siegfried Fischbacher
Siegfried Fischbacher: 13. Juni 1939 - 13. Januar 2021 Fischbacher war berühmt als Teil des Magier-Duos "Siegfried und Roy". Mit seinem Partner Roy alias Uwe Ludwig Horn zählte Fischbacher jahrzehntelang zu den Topstars im Showgeschäft von Las Vegas. Bekannt war das Duo für Auftritte mit weißen Tigern und Löwen. Siegfrieds Partner Roy starb im Mai 2020 an Covid-19. Bildrechte: dpa
Winfried Sziegoleit
Winfried Sziegoleit: 2. Oktober 1939 - 16. Januar 2021 Der Architekt Winfried Sziegoleit war maßgeblich an den Entwürfen für das neue Gewandhaus in Leipzig beteiligt. Er lieferte außerdem die Pläne für den Bowlingtreff am Wilhelm-Leuschner-Platz und das Rundkino in Dresden. Sziegoleit war 1991 Gründungspräsident der Architektenkammer Sachsen, später Vizepräsident der Bundesarchitektenkammer und Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste. Bildrechte: SÄCHSISCHE AKADEMIE DER KÜNSTE/Klaus Michael
Die Mitglieder des DDR-Kabaretts "Herkuleskeule" (l-r) Thomas Zimmer, Brigitte Heinrich, Manfred Schubert, Gisela Grube, TAK-Chef und Gastgeber Dietrich Kittner, Manfred Breschke und Wolfgang Stumph stehen nebeneinander.
Gisela Grube: 18. Oktober 1925 - 14. Januar 2021 Die Kabarettistin Gisela Grube (Bildmitte) war über Jahrzehnte eines der Gesichter des Kabaretts "Die Herkuleskeule" in Dresden. Bildrechte: dpa
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Larry King: 19. November 1933 - 23. Januar 2021 Der US-amerikanische Journalist moderierte beim Sender CNN von 1985 an 25 Jahre lang die Talkshow "Larry King Live", in der Berühmtheiten aus allen Bereichen zu Gast waren. Bildrechte: imago images / ZUMA Wire
DDR Leichtathletik-Meisterschaften in Dresden: Margitta Gummel (DDR), undatiert
Margitta Gummel: 29. Juni 1941 - 26. Januar 2021 Gummel gewann 1968 Olympia-Gold im Kugelstoßen. Im selben Jahr wurde die gebürtige Magdeburgerin zur "DDR-Sportlerin des Jahres" ernannt. Als erste Frau stieß sie die Kugel über die 19-Meter-Marke. Bildrechte: IMAGO / Werner Schulze
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Tom Moore: 30. April 1920 - 2. Februar 2021 Der in Großbritannien verehrte Spendenheld Captain Tom Moore starb im Alter von 100 Jahren an Covid-19. Moore hatte im April 2020 mit dem Rollator 100 Runden im eigenen Garten zurückgelegt und damit umgerechnet mehr als 44 Millionen Euro Spenden für Mitarbeiter des britischen Gesundheitssystems NHS gesammelt. Im Juli 2020 wurde er von der Queen zum Ritter geschlagen. Bildrechte: imago images/i Images
Christopher Plummer
Christopher Plummer: 13. Dezember 1929 - 5. Februar 2021 Der kanadische Schauspieler war zunächst am Broadway als Theater-Darsteller erfolgreich, ehe er zum Film ging. Insgesamt wirkte er in mehr als 80 Filmen mit. Für "Beginners" erhielt er 2011 den Oscar als Bester Nebendarsteller. Bildrechte: dpa
Mary Wilson auf einer Treppe
Mary Wilson: 6. März 1944 - 8. Februar 2021 Die Soul-Sängerin war Gründungsmitglied des Trios "The Supremes". Die Gruppe landete etwa mit "You Can't Hurry Love" oder "Stop! In the Name of Love" diverse Nummer-1-Hits. Bildrechte: dpa
Chick Corea
Chick Corea: 12. Juni 1941 - 9. Februar 2021 Chick Corea gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Rockjazz. Im Laufe seiner Karriere gewann er 23 Grammys. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire
Hanns-Jörn Weber
Hanns-Jörn Weber: 16. Dezember 1941 - 17. Februar 2021 Hanns-Jörn Weber war eine Dresdner Schauspielerlegende. In mehr als 100 Rollen bewies er am Staatsschauspiel Dresden seine große Wandlungsfähigkeit. Bildrechte: Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater/Kerstin Theurich
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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Oktober 2021 | 11:00 Uhr

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