Verdächtiger festgenommen Zehn Tote bei Schusswaffenangriff im US-Bundesstaat Colorado

In der Stadt Boulder nahe Denver sind zehn Menschen bei einem Schusswaffenangriff ums Leben gekommen. Es ist der zweite derartige Vorfall innerhalb einer Woche. Der US-Kongress will nun die Waffengesetze verschärfen.

Polizisten stehen mit einem Groߟaufgebot vor einem Supermarkt.
Die malerische Kulisse von Colorado ist nicht zum ersten Mal Schauplatz eines Schusswaffenangriffs. Auch die Columbine High School liegt in einem Vorort Denvers. Dort brachten zwei Jugendliche 1999 13 Menschen um, bevor sie sich selbst töteten. Bildrechte: dpa

Bei einem Schusswaffenangriff in einem Supermarkt im US-Bundesstaat Colorado sind am Montag zehn Menschen getötet worden. Ein Angreifer eröffnete nach Polizeiangaben in dem Markt, der zu einem Einkaufskomplex mit mehreren Geschäften und Cafés in der Stadt Boulder nordwestlich von Denver gehört, das Feuer. Unter den Toten ist auch ein Polizist.

Motiv für die Tat unklar

Polizisten stehen bei einem Groߟaufgebot vor einem Supermarkt.
Mit einem Großaufgebot riegelte die Polizei den Supermarkt-Komplex ab. Bildrechte: dpa

Polizeichefin Maris Herold erklärte, der getötete Kollege sei einer der ersten Beamten am Tatort gewesen. Er sei erschossen worden. Ein Verdächtiger wurde demnach in Gewahrsam genommen, nachdem die Polizei mit einem Großaufgebot zum Tatort angerückt sei. Zum Motiv des mutmaßlichen Täters konnten die Behörden noch keine Angaben machen.

Augenzeugen berichteten von mehreren Schüssen und reglosen Menschen auf dem Boden des Supermarktes und auf dem Parkplatz. Auf Videobildern war zu sehen, wie ein Mann mit blutüberströmtem Bein und nacktem Oberkörper von der Polizei abgeführt wurde. Ob es sich dabei um den Verdächtigen handelte, war zunächst unklar.

Der zuständige Bezirksstaatsanwalt Michael Doherty sagte: "Es ist eine Tragödie und ein Alptraum." Gouverneur Jared Polis sprach von einem "entsetzlichen Ereignis". Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, teilte mit, US-Präsident Joe Biden sei über den informiert worden und werde auf dem Laufenden gehalten.

Kongress will Waffenrecht verschärfen

In den USA kommt es regelmäßig zu tödlichen Zwischenfällen mit Schusswaffen. Die Gesundheitsbehörde CDC verzeichnete in ihrer jüngsten Statistik aus dem Jahr 2018 insgesamt 39.740 Schusswaffentote in den USA – also etwa 109 Tote pro Tag.

Präsident Biden hatte sich im Februar für eine Verschärfung des Waffenrechts ausgesprochen. Er appellierte an den Kongress, eine "vernünftige" Waffenreform auf den Weg zu bringen. Der Präsident forderte Hintergrundüberprüfungen "für alle Waffenverkäufe" und ein Verbot von Sturmgewehren und Magazinen mit hoher Kapazität. Die "Seuche der Schusswaffengewalt" müsse gestoppt werden, sagte am Montag der Vorsitzende der Demokraten im Senat, Chuck Schumer. Der Senat werde entsprechende Gesetze auf den Weg bringen.

Zweiter Angriff innerhalb einer Woche

Erst am vergangenen Dienstag waren in drei Massage-Salons in und um Atlanta im Bundesstaat Georgia acht Menschen erschossen worden. Sechs von ihnen hatten einen asiatischen Hintergrund, sieben Opfer waren Frauen. Als Motiv für die brutalen Angriffe nannte der weiße Tatverdächtige Sexsucht und das Ziel, die "Versuchung" durch Massage-Salons beseitigen zu wollen. Die Bluttat hatte in den USA die Debatte über zunehmende Diskriminierung und Anfeindung asiatischstämmiger Amerikaner angefacht.

Quelle: dpa/AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. März 2021 | 06:30 Uhr

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