Pandemie in China Shanghai meldet Corona-Todesfälle

Erstmals seit Beginn des Lockdowns in Shanghai haben die chinesischen Behörden den Tod von Covid-Patienten bestätigt. Trotz der anhaltenden Probleme mit der Pandemie und rigider Schutzmaßnahmen in mehreren Metropolen wächst die Wirtschaft. Die Binnennachfrage jedoch verringerte sich.

Ein Patient (M), der sich mit dem Coronavirus infiziert hat, verlässt das National Exhibition and Convention Center (NECC), das größte Behelfskrankenhaus während der Corona-Pandemie im ostchinesischen Shanghai.
Corona-Infizierter in Shanghai wird in die Isolation geschickt. Bildrechte: dpa

Ungeachtet eines harten Lockdowns in der chinesischen Metropole Shanghai haben die Behörden die ersten Todesopfer durch Covid-19 gemeldet. Demnach handelt sich um drei ältere Menschen im Alter zwischen 89 und 91 Jahren mit Grunderkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzproblemen.

Am Montag wurden im Wirtschafts- und Finanzzentrum Shanghai offiziell 22.248 neue Infektionen registriert. Das ist eine hohe Zahl für China, das wegen strenger Abschottung in den vergangenen beiden Jahren weitgehend von der Pandemie verschont geblieben war. Die Provinz Jilin in Nordostchina hatte Mitte März zwei Covid-Tote gemeldet, die als die ersten in China seit mehr als einem Jahr galten.

25 Millionen Menschen seit Wochen abgeriegelt

Shanghai hatte am 1. April für das gesamte Stadtgebiet einen harten Lockdown verhängt. Etwa 25 Millionen Menschen wurden angewiesen, zu Hause zu bleiben. Das sorgte für Unmut in der Bevölkerung. Auf Internetplattformen kursierten Berichte über Proteste wegen Nahrungsknappheit und Zwangsumsiedlungen. Nach Reuters-Informationen bereitet die Metropole nun Lockerungen vor.

Derzeit leidet China unter der größten Corona-Welle seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren. Mehrere Städte sind teilweise oder vollständig abgeriegelt.

VW-Partner arbeitet wieder

Blick auf Container und Kräne im Yangshan-Hafen.
Container-Hafen Yangshan Bildrechte: dpa

In der chinesischen Provinz Jilin nahmen dem staatlichen Fernsehsender CCTV zufolge indes fast alle der wichtigsten 500 Unternehmen die Produktion wieder auf. Dazu gehören nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua Gemeinschaftsunternehmen des Autobauers FAW mit Volkswagen und Toyota. Strenge Lockdowns gegen die Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen hatten die Produktion in China zuletzt stark gebremst.

Wirtschaft zieht wieder an – Konsum schrumpft

Die chinesische Industrieproduktion ist im März kräftig gestiegen. Nach Daten des nationalen Statistikamts wuchs die Produktion um 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und damit schneller als in einer Reuters-Umfrage erwartet. Die Einzelhandelsumsätze litten dagegen deutlich unter den steigenden Coronavirus-Infektionszahlen und damit verbundenen Schließungen. Deswegen schrumpfte der Konsum im März im Jahresvergleich um 3,5 Prozent, nachdem er im Januar und Februar um 6,7 Prozent gestiegen waren.

Reuters, dpa, (ans)

Dieses Thema im Programm: 18. April 2022 | 06:30 Uhr

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