Fußball-EM Kritik an vollen EM-Stadien und fehlenden Masken

Beim heutigen EM-Achtelfinale der deutschen Fußballer gegen die Engländer werden in einem gut gefüllten Londoner Wembley-Stadion wohl wieder viele Zuschauer ohne Masken zu sehen sein. In Anbetracht der Tatsache, dass gerade England bei der als hoch infektiös geltenden Delta-Variante des Coronavirus das Risikogebiet Nr. 1 in Europa ist, gab es zuvor in Deutschland viel Kritik daran.

EM-Spiel der englischen Auswahl im Londoner Wembley-Stadion
EM-Spiel der englischen Auswahl im Wembley-Stadion in London, wo heute auch die deutsche Mannschaft antritt. Bildrechte: dpa

Vor dem EM-Spiel der deutschen Fußballer gegen England in London hat es in Deutschland viel Kritik an der hohen Zahl an Zuschauern im Stadion gegeben. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte der "Süddeutschen Zeitung", zehntausende Fans seien unverantwortlich. Er appellierte an die UEFA und die britische Regierung, die Zahlen bei dem Spiel nach unten zu korrigieren.

Ich halte es für unverantwortlich, wenn in Ländern, die als Virusvariantengebiet der hoch ansteckenden Delta-Mutation gelten, zigtausende Menschen auf engem Raum zusammenkommen.

Bundesinnenminister Seehofer | "Augsburger Allgemeine"

Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach von einem falschen Signal. Er sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", die Bilder vermittelten den Eindruck, dass die Pandemie vorbei sei.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (rechts im Bild) forderte die Einhaltung der Maskenpflicht bei EM-Spielen. "Die Maske ist wichtig", sagt der CSU-Politiker am Dienstag im Deutschlandfunk. DFB und UEFA seien aufgefordert, die Maskenpflicht durchzusetzen. Er sei besorgt, dass so viele Zuschauer zugelassen seien.

Quellen: dlf, reuters, sz, rnd

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Juni 2021 | 11:06 Uhr

47 Kommentare

Hajoe vor 16 Wochen

Lieber Cherry,
sie schreiben "Wahrscheinlich muss die Evolution mal wieder kräftig arbeiten." Die vulnerable Gruppe ist durch Impfungen längst geschützt und die Jungen haben fast immer milde Verläufe. Wenn soll es das evolutionär treffen? Die Jungen haben durch eine mild verlaufende Covidinfektion immerhin als Genesene sowohl Schutz vor Neuerkrankung als auch Schutz vor Schnelltestpflichten. Schützen vor der Testpflicht tut es nur, wenn man zum Arzt geht und sich einen PCR-Test holt, was viele wegen der Quarantäne nicht machen werden. Aber auf jeden Fall erreichen wir durch die Infektion (und eben meistm nicht Erkrankung) der Jüngeren schnell die Herdenimmunität und sind vor weiteren Wellen geschützt.

Also eine weitere Welle hat evolutionär den großen Vorteil, daß wir schnell zur Herdenimmunität gelangen ohne dass das Gesundheitssystem zusammenbrechen kann. Es sind die Alten/Vorerkrankten ja schon geimpft.

Hajoe vor 16 Wochen

Lieber Cherry,
im Herbst haben wir definitiv erhöhte Fallzahlen, neue Mutationen, volle Intensivstationen und neue Beschränkungen. Davon gehe ich fest aus und dieses "fehlende Licht am Ende des Tunnels" führt psychologisch zum gesteigerten Wunsch nach Normalität trotz des Risikos. Die Politik kann zwar Beschränkungen erlassen, aber nur schwer kontrollieren. Wenn die Gaststätten zu machen, trifft man sich halt privat (ohne Maske/Test/Abstand/Impfung). Und je länger die Pandemie dauert, desto mehr junge Leute ignorieren die offiziellen Regeln. Die Politik reagiert schon. In NRW fordert man inzwischen offiziell die Öffnung von Clubs mit strengen Regeln damit die privaten Partys ohne Regeln zurück gehen. Es müssen nur genug gegen die Beschränkungen wild und in großer Zahl verstoßen um der Politik die Botschaft "normales Leben wie 2019" rüberzubringen.

Klar ist: Es können 45.000 Fans ins Station gelassen werden oder 45.000 Fans privat mit Freunden vor dem TV im Haus/Kleingarten sitzen.

Hajoe vor 16 Wochen

Liebe Sachsin,
ich bin in Dessau aufgewachsen und wohne jetzt in NRW. Deshalb habe ich die Beispiele aus NRW (oder dem benachbarten Berlin) aufgeführt. Die Dessauer Partyjugend steigt einfach in die Regionalbahn und fährt mit Zug nach Berlin zur Party und kommt morgens mit dem Virus nach Dessau zurück. Der MDR ist weder BRR oder WDR aber ich werde in vier Wochen in Dessau weilen und es dann dort locker nehmen. Viele Jüngere haben die Nase voll. Die Bilder der vollen Stadien mögen das falsche Signal sein, aber die Bilder aus der Hasenheide (Berlin) sind nichts anderes, nur daß das dann nicht offiziell organisiert und genehmigt ist und sich bei einem illegalen Treffen niemand um Impfung/Testpflicht schert. Covid ist nicht in den Krankenhäusern vorbei, aber in den Köpfen vieler junger Menschen. Das muß die Politik endlich verstehen. Viele können und viele wollen nicht mehr. Meine erste Priorität lautet Normalität, dann kommt Bußgeldvermeidung und dann Covidvermeidung.

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