Corona-Pandemie EU-Kommission lässt Totimpfstoff von Novavax zu

In der EU ist der fünfte Corona-Impfstoff zugelassen worden. Nach einer Empfehlung der EU-Behörde EMA billigte auch die EU-Kommission den Totimpfstoff von Novavax. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verband mit der Zulassung die Hoffnung, ein Teil der Impfskeptiker werde sich nun umbesinnen.

Person Schutzkleidung präsentiert eine Ampulle Novavax-Impfstoff
Novavax erhält Grünes Licht von der Zulassungsbehörde EMA Bildrechte: imago images/Pixsell

Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Novavax ist offiziell in der EU zugelassen. Nach einer entsprechenden Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA erteilte die EU-Kommission dem Impfstoff am Montag die bedingte Marktzulassung.

Ursula von der Leyen
Ursula von der Leyen Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire

EU-Kommisionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, in einer Zeit, in der sich die Omikron-Variante rasch ausbreite, freue sie sich ganz besonders über die Zulassung des Impfstoffs Novavax: "Möge diese Zulassung all denjenigen, die noch nicht geimpft sind oder noch keine Auffrischungsimpfung erhalten haben, starker Ansporn dafür sein, nun dafür zu sorgen."

Möge diese Zulassung all denjenigen, die noch nicht geimpft sind oder noch keine Auffrischungsimpfung erhalten haben, starker Ansporn dafür sein, nun dafür zu sorgen.

Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin

Erste Lieferung ab Anfang 2022

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte zuvor erklärt, man sei nach eingehender Bewertung vorliegender Studien sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass "die EU-Kriterien zu Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität erfüllt werden". Das Vakzin mit dem Namen Nuvaxovid ist nun der fünfte zugelassene fünfte Corona-Impfstoff in der EU.

Die EU-Kommission hat bereits im August einen Vertrag über insgesamt bis zu 200 Millionen Dosen abgeschlossen. Für das erste Quartal haben die EU-Länder nach den Angaben aus Brüssel 27 Millionen Dosen bestellt. Sie sollen auch in den ersten drei Monaten geliefert werden.

Zwei Dosen im Abstand von drei Wochen

Der Novavax-Impfstoff wird an Personen ab 18 Jahre verabreicht und in zwei Dosen gespritzt - im Abstand von etwa drei Wochen. Er ist den Studien zufolge mit einem Infektionsschutz von etwa 90 Prozent hochwirksam. Es habe zudem bisher nur Fälle von milden Nebenwirkungen gegeben. Wie stark das Vakzin allerdings bei der sehr ansteckenden Omikron-Variante wirkt, ist unklar.

Novavax-Vakzin erster Corona-Totimpfstoff in der EU

Das Novavax-Präparat ist zugleich der erste in der EU zugelassene sogenannte Totimpfstoff gegen das Coronavirus. Es basiert weder auf der mRNA-Technologie wie die Präparate von Biontech und Moderna noch ist es ein Vektor-Impfstoff wie die von Astrazeneca und Johnson & Johnson.

Es enthält zwar keine abgetöteten Virusbestandteile, die direkt aus dem Coronavirus gewonnen werden, dafür aber winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen. Sie sollen dafür sorgen, dass der Körper selbst die Produktion von Antikörpern und T-Zellen gegen das Virus ankurbelt. Wird eine geimpfte Person später mit Corona infiziert, so erkennt das Immunsystem das Virus-Protein wieder. Die Antikörper und T-Zellen schützen dann den Körper.

Von Impfskeptikern erwartet

Das Präparat könnte damit für einen Teil der Impfskeptiker eine Alternative sein. Immer wieder hatten Impfskeptiker argumentiert, sei würden lieber auf einen Impfstoff warten, der auf einer traditionellen Methode basiert, darunter waren etwa der Bayern-Profi Joshua Kimmich und die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht.

Quelle: dpa,afp,reuters (dko)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Dezember 2021 | 14:30 Uhr

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