Pandemie USA lassen Impfstoff von Johnson & Johnson zu

In den USA ist ein dritter Corona-Impfstoff zugelassen worden. Die US-Arzneimittelbehörde hat dem Vakzin des Konzerns Johnson & Johnson eine Notfallzulassung erteilt. Im Vergleich zu den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna soll eine Dosis ausreichen statt zwei.

Symbolbild Coronaserum-Impfstoffdose mit Spritze
Bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson, der für die USA eine Notfallzulassung erhalten hat, reicht eine einzige Spritze. Bildrechte: IMAGO / Martin Wagner

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson eine Notfallzulassung erteilt. Damit ist nun ein drittes Vakzin in den USA bedingt zugelassen. Bislang waren in den Vereinigten Staaten die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen.

Im Vergleich zu diesen bietet der Impfstoff von Johnson & Johnson zwei Vorteile. Zum einen soll eine Dosis ausreichen statt zwei. Zum anderen muss das Präparat nicht tiefgefroren gelagert werden, was die Verteilung erleichtert.

Gute Wirkung gegen Virusvarianten

Johnson & Johnson hatte Ende Januar für das Mittel eine Wirksamkeit von 66 Prozent beim Schutz vor mittelschweren bis schweren Covid-19-Verläufen in seiner weltweiten Untersuchung mit rund 44.000 Teilnehmern gemeldet. Bei der Vorbeugung einer Krankenhauseinweisung war das Vakzin 14 Tage nach der Impfung zu 85 Prozent wirksam und zu 100 Prozent nach 28 Tagen. Studien deuten darauf hin, dass der Impfstoff auch gut gegen die südafrikanische und die brasilianische Virusvariante wirkt, die als deutlich ansteckender gelten.

Biden: "Licht am Ende des Tunnels"

Joe Biden verabschiedet sich in einer emotionalen Reden unter Tränen von seinem Heimatstaat Delaware
US-Präsident Biden zeigt sich "begeistert" über die Notfallzulassung Bildrechte: dpa

US-Präsident Joe Biden hat die Notzulassung als wichtige Etappe bei der Bewältigung der Pandemie begrüßt. Er sprach von "begeisternden Nachrichten für alle Amerikaner und einer ermutigenden Entwicklung in unserem Bemühen, die Krise zu beenden".

Es sei aber kein Grund zur Entwarnung, auch wenn es "Licht am Ende des Tunnels" gebe. Entscheidend sei, schnellstmöglich so viele Menschen wie möglich zu impfen und Abstands- und Hygieneregeln weiterhin einzuhalten.

Entscheidung für die EU im März

Für eine Notfallzulassung der FDA gelten vergleichsweise niedrige Hürden. Vereinfacht gesagt muss dafür sichergestellt sein, dass ein Medikament oder Impfstoff nachweisbar mehr hilft als schadet. Eine reguläre Zulassung ist ein wesentlich langwierigerer Prozess. Für die Europäische Union will die Arzneimittelbehörde EMA bis Mitte März über eine bedingte Marktzulassung für das Vakzin entscheiden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Februar 2021 | 06:00 Uhr

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