Japan Verunreinigte Moderna-Ampullen eventuell für zwei Todesfälle verantwortlich

Verunreinigte Ampullen des Corona-Impfstoffs von Moderna sind womöglich für zwei Todesfälle in Japan verantwortlich. Behörden untersuchen den Tod zweier Männer im Alter von 30 und 28 Jahren, die kurz nach ihrer zweiten Impfung mit dem Moderna-Vakzin gestorben waren. Der Impfstoff war in Spanien produziert worden.

Menschen, die Gesichtsmasken tragen, im Nachtleben von Sapporo in Susukino
Japan ist mit seiner Impfkampagne noch nicht so weit wie Deutschland. Bisher sind dort 43 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Bildrechte: imago images / Kyodo News

In Japan wird der Tod von zwei Männern untersucht, die Impfstoff aus eventuell verunreinigten Ampullen des Corona-Vakzins von Moderna erhalten haben. Wie das japanische Gesundheitsministerium bestätigte, sind die beiden Männer im Alter von 30 und 38 Jahren kürzlich nach ihrer zweiten Impfdosis gestorben.

Drei Chargen aus Spanien zurückgezogen

Die Ampullen stammten den Angaben zufolge aus einer von drei Moderna-Produktionschargen, die nach Berichten über Verunreinigungen zurückgezogen worden waren. Insgesamt hatte Japan am Donnerstag die Verwendung von 1,63 Millionen Dosen gestoppt. Das für die Verteilung des Vakzins zuständige Pharmaunternehmen Takeda teilte mit, acht Impfzentren im Land hätten "fremde Substanzen" in 39 noch ungeöffneten Ampullen festgestellt. Daher sei in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium entschieden worden, die Impfdosen von drei ganzen Chargen nicht mehr zu verwenden.

Bericht: "Metallpartikel" enthalten

Bei den fremden Substanzen könnte es sich einem japanischen Medienbericht zufolge möglicherweise um Metallpartikel handeln. Die Partikel reagierten auf Magnete, weshalb man vermute, dass sie metallisch seien, berichtete der japanische Sender NHK unter Berufung auf Quellen aus dem Gesundheitsministerium. Ein Vertreter des Ministeriums erklärte dagegen, um was es sich bei der Verunreinigung handele, sei bisher nicht bestätigt worden.

In Spanien produziert

Der Impfstoff stammt den Angaben nach aus einer Produktionsstätte in Spanien. Der Hersteller Moderna erklärte, die gemeldeten Verunreinigungen beträfen die Ampullen einer einzelnen Produktcharge. Das Unternehmen gehe davon aus, dass das Herstellungsproblem in einer der Produktionslinien in der beauftragten Herstellungsstätte in Spanien aufgetreten sei. Die anderen beiden Chargen wurden nach japanischen Regierungsangaben als Vorsichtsmaßnahme aus dem Verkehr gezogen.

Organisation von Ersatz-Impfstoff

Das japanische Gesundheitsministerium hatte am Donnerstag zudem angekündigt, zusammen mit Takeda Ersatz-Impfdosen organisieren zu wollen, damit die Impfkampagne des Landes nicht in Verzug gerät. Bislang wurden 43 Prozent der japanischen Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Das Gastgeberland der Olympischen Sommerspiele und der Paralympics kämpft derzeit gegen einen Rekordanstieg der Corona-Neuninfektionen wegen der hochansteckenden Delta-Variante.

Anmerkung der Redaktion: Inzwischen wurden in Japan weitere verunreinigte Moderna-Ampullen entdeckt. Mehr dazu lesen Sie hier.

 Quelle: AFP, Reuters

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. August 2021 | 16:30 Uhr

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