Regeln für den Winterurlaub Österreich: Kein Ski-Urlaub ohne Covid-19-Impfung

Die allgemeine Covid-19-Impfpflicht in Österreich gilt nicht für Touristen. Die bei Ski-Urlaubern beliebte Alpen-Republik kann diese ja nicht für Ausländer ohne Wohnsitz im Land verhängen. Sie hat aber Corona-Regeln, mit denen ein Ski-Urlaub für Erwachsene ohne Impf- oder Genesungsnachweis in diesem Winter praktisch unmöglich ist.

Skifahrer stehen an einer Piste.
Skifahren diesen Winter in Österreich: Es ist heuer alles nicht so einfach – aber es ist möglich. Bildrechte: dpa

In Österreich gilt seit Februar eine allgemeine Covid-19-Impfpflicht für Bürger des Landes. Für Touristen gelten eigene Regeln, die kompliziert sein können. Klar ist aber, dass nicht geimpfte und nicht als genesen geltende Menschen im Winter 2022 in Österreich keinen normalen Ski-Urlaub machen können: Für Beherbergungsbetriebe und Gastronomie gilt vorerst noch die 2G-Regel. Es braucht also Nachweise über gültige Impfungen oder kürzlich durchgemachte Infektionen. Und das gleiche gilt im Skigebiet.

Urlauber in Skioutfit auf verschneitem Berg.
Wer sich in Osterreich an die Regeln halten will, hat einiges zu bedenken. Bildrechte: imago images/U. J. Alexander

Ab 19. Februar soll es zwar auch in Beherbergungsbetrieben und der Gastronomie wieder 3G geben. Die aktuell geltenden Regelungen sehen einen Zutritt nur mit Negativ-Test aber noch nicht vor. So kommt man bis 19. Februar ungeimpft gar nicht in Hotels oder Appartements.

Doch auch danach vergehen – wegen der Einreiseregeln – die ersten fünf Tage für ungeimpfte Leute wohl trotzdem in Quarantäne. Und für Seilbahnen und Sessel-Lifte wird es vermutlich auch nach dem 19. Februar bei der 2G-Regel bleiben.

Generelle Regeln für die Einreise

Für die Einreise wird ein 2G-Nachweis verlangt und dazu ein negativer PCR-Test. Ausgenommen sind nur Personen, die eine in Österreich anerkannte Booster-Impfung haben. Wer beides nicht hat, muss zehn Tage in Quarantäne und kann frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test wieder raus. Wer einmal vollständig geimpft oder innerhalb von 180 Tagen genesen ist, kann mit einem negativen PCR-Test die Quarantäne sofort beenden.

Wichtige Details

Auch vollständig geimpfte und genesene Personen müssen negative und maximal 72 Stunden alte PCR-Tests oder eine Booster-Impfung nachweisen, um der Quarantäne zu entgehen. Andernfalls muss vor dem Grenzübertritt ein Einreiseformular ausgefüllt werden, was auch online möglich ist.

Einreisende ohne Impfung oder Genesung müssen ebenfalls dieses Anmelde-Formular ausfüllen (siehe weiter unten) und zehn Tage in Quarantäne.

Kinder unter zwölf Jahren sind von der Testpflicht befreit (Achtung eine Ausnahme: In Wien ab sechs Jahren), wenn sie mit Erwachsenen kommen: Für sie gelten die Quarantäne-Bestimmungen wie für erwachsene Begleitung.

Ungeimpfte und nicht als genesen geltende Reisende können wohl ab 19. Februar mit einem negativen PCR-Test in einer Herberge einchecken, müssten dort aber für zehn Tage in Quarantäne, um sich mit einem weiteren PCR-Test in Österreich nach fünf Tagen wieder freitesten zu können.

Wer gilt als "geboostert"?

Als "geboostert" gilt, wer drei Impfungen (zwei bei Johnson & Johnson) hat. Nur das muss nachgewiesen werden. Als "Booster" wird jede Impfdosis nach der ersten vollständigen Reihe angesehen oder eine zusätzliche Genesung. Besonderheit: In Österreich gilt die Impfung ab dem Tag der zweiten und dritten Dosis als vollständig und damit auch die der Auffrischung.

Geltungsdauer der Impfungen

Die Gültigkeit einer doppelten Impfung ist in Österreich auf 180 Tage reduziert worden. Nur für Jugendliche unter 18 Jahren gilt die zweite Impfung für 210 Tage. Die Booster-Impfung bleibt für 270 Tage gültig. Anerkannt im Land werden nur die von der EMA in der EU zugelassenen Impfstoffe von Biontech-Pfizer, Astrazeneca, Johnson & Johnson, Moderna und Novavax. Bei der Einreise gibt es einige Ausnahmen. Allgemein gilt die Impfung ab dem Tag der letzten für das Mittel vorgeschriebenen Dosis als vollständig.

Mögliches Problem: Genesenen-Nachweis

Unklar ist, ob in Deutschland schon ungültige Genesungsnachweise in Österreich weiter gelten. Seit 14. Januar zählen Menschen laut Robert Koch-Institut nach Sars-CoV-2-Infektionen oder Covid-19 in Deutschland nur noch drei statt sechs Monate als genesen. Österreichs Einreiseregeln gehen jedoch von einer 180-Tage-Frist aus. Damit erscheint unklar, ob ein hier abgelaufenes Genesungszertifikat dort noch weitere 90 Tage gilt. Dies wäre möglich, denn die österreichischen Regeln stellen allein auf das Datum des Nachweises ab. Auf eine Nachfrage hat das Sozialministerium in Wien nicht reagiert.

Wo gibt es die PCR-Tests?

Es empfiehlt sich, schon mit PCR-Test anzureisen, der hierzulande aber bezahlt werden müsste. Wegen der geplanten Priorisierung ist aber aktuell unsicher, wie sich der Zugang zu PCR-Tests in Deutschland gestaltet. Die neue Testverordnung des Gesundheitsministeriums lag noch nicht vor.

Für zweifach geimpfte Leute und Kinder wäre es auch eine Alternative, den Test in Österreich zu machen, da PCR-Tests dort leichter zu bekommen sind, schneller ausgewertet und anerkannt sein dürften. Die Test-Infrastruktur im Land kann genutzt werden. Viele Testmöglichkeiten sind kostenlos.

Informieren sollte man sich auch über die Geltungsdauer der Tests. Bei PCR-Tests einer befugten Stelle (Labor "Alles gurgelt") sind es 72 Stunden (in Wien 48 Stunden) und bei Antigentests befugter Stellen generell nur 48 Stunden.

Ein 3G-Nachweis ist ausreichend im regelmäßigen Pendelverkehr zu beruflichen, Bildungs- oder familiären Zwecken, für schwangere Frauen und Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft sind.

Zudem gibt es spezifische Regeln für österreichische Bundesländer und Städte, die hinsichtlich der Anreise zwar gleich sind, jedoch in einigen vor Ort wichtigen Details verschieden. Vor einem Abstecher etwa nach Wien, sollte man sich beispielsweise hier noch genauer informieren.

Regelungen für Kinder

Skifahrer mit Maske vor Skilift in Kaprun Österreich
In Seilbahn-Gondeln gilt Maskenpflicht – und landesweit die 2G-Regel. Bildrechte: imago images/Eibner Europa

Für mitreisende Kinder bis zum Ende des 12. Lebensjahrs ist alles recht einfach. Für sie gilt, was für begleitende Erwachsene gilt. Sie sind von der 2G-Nachweispflicht bei Einreise, Beherbergung und in der Gastronomie ausgenommen.

Für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Geburtstag wird es schon etwas schwieriger. In Wien schon ab dem 6. und überall sonst erst ab dem 12. Lebensjahr gibt es Testpflichten, wenn Kinder ungeimpft und schulpflichtig sind oder sie es in Österreich wären. Jüngere, aber nicht mehr schulpflichtige Leute, die noch keine 18 Jahre sind, werden wie Erwachsene behandelt.

Doppelt geimpfte schulpflichtige Kinder können, wenn ihre Zweitimpfung länger als 210 Tage zurückliegt, die regelmäßigen Tests mit dem sogenannten "Holiday-Ninja-Pass" nutzen. Er ist einem 2G-Nachweis mit zusätzlichem PCR-Testnachweis für sieben Tage gleichgestellt, wenn es die ersten fünf Tage stets negative Tests gab und mindestens zwei davon PCR-Tests waren.

Die Kinder sollen also ein serielles Testintervall über fünf Tage einhalten, das hier gut beschrieben ist. Die nötigen PCR-Test sind durch die Gurgeltests in Österreich aber viel unkomplizierter und schneller als in Deutschland.

Maskenpflicht im Skigebiet

Dazu kommen für Skigebiete weitere wichtige Dinge. So gilt eine FFP2-Maskenpflicht überall auch im Freien, wo Abstände von zwei Metern nicht einzuhalten sind, etwa in Fußgängerzonen und Warteschlangen und damit auch am Lift. Generell gilt in Österreich in Ski-Liften und Seilbahn-Gondeln für alle ab 15 Jahren die FFP2-Pflicht. Lokale Details sind aber am besten vor Ort zu erfahren – etwa wenn es um 2G für den Zutritt zu Seilbahnen geht.

Eine Anzeige in einem Skigebiet weist auf Corona-Regeln hin.
Anzeigetafel mit Corona-Regeln in einem Skigebiet in Österreich Bildrechte: dpa

Wichtig sind also zuerst die Einreise-Regeln und dann weitere im Land. Die beste aktualisierte Zusammenfassung bot zuletzt dieser Überblick über die aktuellen Einreisebestimmungen auch zu Hotels und Gastronomie.

Auch die österreichische Regierung bietet eine umfassende aktualisierte Übersicht aller geltenden Maßnahmen, beantwortet häufige Fragen zur Einreise, zur elektronischen Registrierung und Formularen. Zudem hat das deutsche Auswärtige Amt eigene Österreich-spezifische Informationen.

Festzuhalten bleibt: Winter- und Skiurlaube sind in diesem Jahr trotz der Coronavirus-Pandemie möglich – ob mit 2G, 3G oder 3G-Plus auch hier in Deutschland, in der Schweiz, Italien, Frankreich, Tschechien oder Polen.

Auch die Rückkehr will bedacht sein

Urlauber sollten jedoch nicht nur die Einreise-Regularien des Gastlandes beachten, vielmehr auch die in Deutschland für die Wiedereinreise. Fast ganz Österreich etwa stand zuletzt weiter auf der deutschen Liste der Hochrisikogebiete, was dann durchaus unpraktische Konsequenzen nach der Rückreise haben kann. Ob das immer noch so ist, erfahren Sie hier.

Und was ist mit Stornierungen? Wird ein Land als Hochrisiko-Gebiet benannt, hilft das nicht, wenn Hotel oder Ferienwohnung selbst und ohne Reiseveranstalter gebucht wurden. Ein Recht auf kostenlose Stornierung entsteht dadurch nicht. Ein solches gäbe es nur, wenn Geschäftsbedingungen oder Vertrag dies vorsehen.

Ein Stornorecht kann nach österreichischem und deutschem Recht in Betracht kommen, wenn sich die Geschäftsgrundlage später wesentlich ändert, etwa ein offizielles Beherbergungsverbot nach Vertagsschluss kommt oder die Anreise dem Gast wegen neuer Regeln unmöglich würde. Sind Anreise und Unterbringung möglich oder die Bedingungen etwa zur Quarantäne vorher öffentlich bekannt gewesen, muss gezahlt werden.

Quellen: Regierungsangaben, austria.info, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Fernsehen | 04. Februar 2022 | 19:30 Uhr

Mehr aus der Welt