Politische Auszeichnung Friedensnobelpreis für Journalistin Ressa und Journalist Muratow

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die philippinische Journalistin Maria Ressa und den russischen Journalisten Dimitry Muratow. Das Nobelkomitee ehrt damit ihren Einsatz für Meinungsfreiheit. Für den renommiertesten politischen Preis der Welt waren insgesamt 329 Organisationen und Personen nominiert.

Friedensnobelpreis Ressa links, Muratow rechts
Ressa und Muratow kämpfen in ihren Heimatländern um Pressefreiheit und Demokratie. Bildrechte: dpa

Die phillippinische Journalistin Maria Ressa und der russische Journalist Dmitri Muratow werden mit dem Friedensnobelpreis 2021 ausgezeichnet. Das teilte das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo mit. Sie werden für ihren Einsatz für Meinungsfreiheit ausgezeichnet, die Voraussetzung sei für Demokratie und anhaltenden Frieden, wie die Vorsitzende des Nobelkomitees, Berit Reiss-Andersen, sagte.

Zugleich stehen sie für alle Journalisten, die sich für dieses Ideal einsetzen in einer Welt, in der Demokratie und Pressefreiheit zunehmend gefährdet sind.

Berit Reiss-Andersen

Muratow Mitgründer der "Nowaja Gaseta"

Der 59-jährige Muratow ist Mitgründer und Chefredakteur der unabhängigen russischen Zeitung "Nowaja Gaseta". In dieser Funktion habe er "seit Jahrzehnten unter immer schwieriger werdenden Bedingungen die Meinungsfreiheit in Russland verteidigt". Für die "Nowaja Gaseta" hatte auch die vor 15 Jahren ermordete und mehrfach ausgezeichnete Journalistin Anna Politkowskaja geschrieben.

Der Mord ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Die Zeitung wirft den russischen Behörden vor, aus politischen Gründen kein Interesse an einer Aufklärung des Falls zu haben.

Ressa aktiv gegen umstrittene Kampagne

Die 58-jährige Ressa hatte 2012 auf den Philippinen mit weiteren Kollegen das Investigativmedium Rappler gegründet. Sie kämpfe so gegen "den Machtmissbrauch und den wachsenden Autoritarismus in ihrem Heimatland", sagte Reiss-Andersen. So habe sie kritisch über die "umstrittene, mörderische Anti-Drogen-Kampagne" von Präsident Rodrigo Duterte berichtet.

329 Nominierte in diesem Jahr

Der Friedensnobelpreis gilt als renommierteste politische Auszeichnung der Welt. 329 Kandidaten – 234 Persönlichkeiten und 95 Organisationen – waren in diesem Jahr nominiert. Das war die drittgrößte Zahl an Nominierten jemals. Deren Namen werden traditionell 50 Jahre lang geheim gehalten.

Als letzter deutsche Preisträger wurde 1971 Ex-Bundeskanzler Willy Brandt für seine Ostpolitik ausgezeichnet, die zur Entspannung im Kalten Krieg beigetragen hatte. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen.

Die Verleihung des Friedensnobelpreises soll im Dezember in Oslo stattfinden. Das Preisgeld beträgt zehn Millionen schwedische Kronen (rund 980.000 Euro).

Höhepunkt der Nobelpreis-Verkündungen

Damit haben die Tage der Nobelpreis-Verkündungen ihren Höhepunkt erreicht. Zuvor waren in dieser Woche bereits die Preisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur bekanntgegeben worden. Unter ihnen sind mit dem Meteorologen Klaus Hasselmann und dem Chemiker Benjamin List auch zwei Deutsche gewesen.

Quellen: dpa, epd, AFP/kkö

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Oktober 2021 | 11:30 Uhr

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