Klimawandel Meeresspiegel steigt schneller als erwartet

Der Anstieg des Meeresspiegels nimmt an Tempo zu. Das haben US-Forscher aus Colorado herausgefunden. Nach ihren Berechnungen wird der Weltmeeresspiegel am Ende des Jahrhunderts um 65 Zentimeter gestiegen sein.

Eisschollen
Ein Grund für den Anstieg ist die Eisschmelze an den Polen. Bildrechte: colourbox

Der Meeresspiegel steigt schneller als bisher angenommen. Das ergaben die Berechnungen einer US-Forschergruppe der University of Colorado. Demnach steigt der Meeresspiegel seit 1993 jedes Jahr im Schnitt um drei Millimeter. Die Steigerung im Jahr 2100 würde zehn Millimeter betragen. Grund für die Beschleunigung seien das Abschmelzen der Eisschilde an den Polen und der Umstand, dass sich Wasser bei Erwärmung ausdehne.

Die Forschergruppe stützt sich bei ihrer Prognose auf Satellitenmessungen. Sie kommt zu dem Schluss, dass der Meeresspiegel im Jahr 2100 etwa 65 Zentimeter höher liegen wird als noch 2005. Das wäre ein mehr als doppelt so hoher Anstieg wie bisher angenommen. Bislang war von 30 Zentimetern ausgegangen worden.

Längste bisher vorhandene Satellitenmessreihe

Für ihre Forschungen hatten die US-Wissenschaftler die längste bisher vorhandene Satellitenmessreihe zur globalen Meereshöhe ausgewertet. Sie begann im August 1992. Außerdem berücksichtigten die Forscher Faktoren, die den globalen Meeresspiegel beeinflussen, etwa das Klimaphänomen El Niño im Pazifik. Auch die Schwankungen in den Wassermengen, die an Land gespeichert werden, gingen in die statistische Analyse ein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Februar 2018 | 01:00 Uhr

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