Norwegen Deutsche unter den Opfern in Kongsberg

Die Tötung von fünf Menschen im norwegischen Kongsberg ist nach Ansicht der Polizei offenbar keine terroristisch motivierte Tat gewesen. Das Auswärtige Amt bestätigte unterdessen, dass eines der Opfer eine Deutsche sei.

Polizisten ermitteln nach einer Gewalttat im Zentrum von Kongsberg
Polizisten ermitteln nach einer Gewalttat im Zentrum von Kongsberg Bildrechte: dpa

Unter den fünf Todesopfern der Bluttat im norwegischen Kongsberg ist auch eine Deutsche. Das bestätigte das Auswärtige Amt am Sonnabend. Es handle sich dabei um eine seit längerem in Norwegen lebende deutsche Staatsangehörige. Weitere Details nannte das Amt nicht. ARD-Korrespondentin Sofie Donges berichtete, die Frau habe erst vor Kurzem eine Wohnung in Kongsberg bezogen.

Polizei bezweifelt islamistisches Motiv

Unterdessen äußerten die Ermittler zunehmend Zweifel an einer terroristisch motivierten Tat. Es gebe Hinweise, dass der Verdächtige nicht wirklich zum Islam konvertiert sei, sagte Polizeiinspektor Thomas Omholt. Stattdessen erhärte sich der Verdacht auf eine psychische Erkrankung. Es gebe auch keinen Hinweis darauf, dass er mit weiteren Personen im Kontakt gestanden habe.

 Däne räumt Tötung von fünf Menschen ein

Ein 37-jähriger Däne hat eingeräumt, am Mittwochabend in der Innenstadt von Kongsberg fünf Menschen getötet zu haben. Der Mann hatte unter anderem mit Pfeil und Bogen auf zahlreiche Menschen geschossen. Zwischenzeitlich waren die Ermittler von einer terroristisch motivierten Tat ausgegangen, da der Mann seit Jahren im Fokus der Behörden gestanden hatte. So hatte er im Jahr 2017 ein Video veröffentlicht, in dem er sich als Muslim und Bote bezeichnete und eine Aktion ankündigte. Polizeiinspektor Omholt sagte, die Ermittlungen hätten nun aber gezeigt, dass es der Mann mit seiner angeblichen Konversion zum Islam nicht ernst genommen habe.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Oktober 2021 | 20:00 Uhr

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