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Komodowarane, auch Komododrache genannt, können bis zu drei Meter lang und bis zu 70 Kilogramm schwer werden. Bildrechte: imago images/imagebroker

ArtensterbenMehr gefährdete Tiere und Pflanzen

von MDR AKTUELL

Stand: 04. September 2021, 16:54 Uhr

Die Rote Liste gefährdeter Tier- und Pflanzenarten wird immer länger. Fast ein Drittel der untersuchten Arten gilt der Weltnaturschutzunion zufolge als bedroht. Neu in der Kategorie "stark gefährdet": der Komodowaran.

Die Rote Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten wächst und wächst. Wie die Weltnaturschutzunion (IUCN) auf ihrem Kongress in Marseille bekanntgab, gelten 38.543 von 138.374 untersuchten Arten als bedroht. Das seien etwa 28 Prozent – so viel wie noch nie zuvor. Bei der Untersuchung teilte die IUCN die Arten in acht Kategorien ein, von "ungenügender Datengrundlage" bis "ausgestorben". "Stark gefährdet" ist dabei Stufe 5.

Reptilien besonders gefährdet

Besonders für Reptilien sieht es derzeit nicht gut aus: Einige Arten, darunter zahlreiche Echsen und Schildkröten, wurden in höhere Bedrohungskategorien aufgenommen. Auch die Situation des Komodowarans aus Indonesien verschlechterte sich der IUCN zufolge von "gefährdet" auf "stark gefährdet".

Schuld ist den Angaben zufolge vor allem der Klimawandel: Durch steigende Meeresspiegel werde in den nächsten 45 Jahren wohl ein Drittel des Lebensraums des Komodowarans verschwinden. Die allesfressenden Echsen leben seit Millionen Jahren auf der Erde, heute im Osten von Indonesien, im Komodo-Nationalpark und auf der angrenzenden Insel Flores. Schätzungen zufolge gibt es nur noch rund 6.000 Tiere.

Thunfisch erholt sich

Eine positive Nachricht konnten die Umweltschützer aber auch mitteilen: Von den seit Jahren stark bedrohten Thunfisch-Arten auf der Welt seien vier auf dem Weg der Besserung, bei ihnen erholten sich die Bestände langsam. Deswegen konnte der "Rote Thun" ganz von der Liste der gefährdeten Arten genommen werden. Das konnte dem IUCN zufolge dank der Umsetzung von regionalen Fangquoten innerhalb der vergangenen zehn Jahre geschehen.

Beratungen über Erhalt der Artenvielfalt

Der Kongress der IUCN, zu der etwa 1.300 Ministerien, Bundesämter, Naturschutzverbände und Forschungsinstitute auf der ganzen Welt gehören, berät noch bis zum 11. September in Marseille über den Erhalt der Artenvielfalt. Als Sprecher sind unter anderem Frankreich Präsident Emmanuel Macron, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, sowie der Schauspieler und Umweltaktivist Harrison Ford dabei.

Quelle: dpa, AFP (cga)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 04. September 2021 | 15:30 Uhr