Nach Auslieferungsurteil McAfee-Gründer tot in spanischer Zelle gefunden

Der Software-Entwickler John McAfee ist tot in seiner Gefängniszelle in Barcelona aufgefunden worden. Das bestätigte das katalanische Justizministerium. Kurz zuvor hatte das Oberste Gericht Spaniens grünes Licht für die Auslieferung des 75-Jährigen an die USA gegeben.

John McAfee, hält eine Rede während der China Internet Security Conference am 16. August 2016 in Peking, China.
Vergangenen Oktober wurde John McAfee auf Betreiben der USA in Barcelona verhaftet. Bildrechte: imago images/Agencia EFE

Der Software-Entwickler John McAfee ist tot in seiner Gefängniszelle in Barcelona aufgefunden worden. Das katalanische Justizministerium bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der Zeitung "El Mundo". Möglicherweise handle es sich um Suizid, hieß es in einer Erklärung.

Auslieferungsantrag an die USA bewilligt

Stunden zuvor hatte das Oberste Gericht Spaniens grünes Licht für die Auslieferung des 75-Jährigen an die USA gegeben. Dort wurden dem britisch-amerikanischen Programmierer Steuervergehen vorgeworfen. Zudem wurde er der unlauteren Werbung für Kryptowährung und Verschwörung zur Geldwäsche beschuldigt. McAfee war im Oktober 2020 am Flughafen von Barcelona auf Betreiben der US-Strafbehörden festgenommen worden. In einer Auslieferungsanhörung erklärte McAfee, die Vorwürfe gegen ihn seien politisch motiviert.

McAfee hatte Mathematik studiert und für mehrere Computerfirmen gearbeitet, ehe er 1987 sein eigenes Unternehmen McAfee gründete, das auf Antivirus- und Sicherheitssoftware spezialisiert ist. Nur zehn Jahre später verkaufte er seine Anteile. Sein Vermögen wird auf 100 Millionen Dollar geschätzt. Zuletzt hatte er mit mehrfachen Ankündigungen von sich reden gemacht, US-Präsident werden zu wollen.

Quelle: MDR/AFP/Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Juni 2021 | 07:30 Uhr

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