Moskauer Metro: Ticket per Gesichtserkennung

In der Moskauer Metro ist das Bezahlen per Gesichtserkennung möglich. Die Stadt weist auf die Sicherheit der Methode hin. Kritiker warnen vor einem möglichen Datenmissbrauch, auch durch den Staat.

Drehkreuze an einer Moskauer Metrostation
Moskauer Metro: Das Zeichen weist darauf hin, dass das Bezahlen per Gesichtserkennung möglich ist. Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS

In der Moskauer Metro können Fahrgäste ihre Tickets nun auch über Kameras mit Gesichtserkennung bezahlen. Wie das Verkehrsunternehmen am Sonnabend mitteilte, haben das bereits am ersten Tag mehr als 25.000 Menschen genutzt.

Moskau rechnet mit bis zu 15 Prozent Nutzern

Der für Verkehr zuständige Vize-Bürgermeister Maxim Liksutow erklärte, die Erwartungen seien übertroffen worden. Das System funktioniere an mehr als 240 Stationen. Moskau sei die erste Stadt der Welt, in der das System in diesem Umfang funktioniere. Er rechne damit, dass diese Bezahlmethode in den kommenden zwei bis drei Jahren von 10 bis 15 Prozent der Fahrgäste genutzt werde. Sie sei sicher und könne auch beim Tragen von Corona-Schutzmasken genutzt werden, versicherten die Behörden.

Warnung vor Datenmissbrauch

Um die Bezahlmethode zu nutzen, müssen Fahrgäste ein Foto von sich und ihre Bankdaten mit einer App der Moskauer Metro verbinden. Die auf digitale Rechte spezialisierte unabhängige Organisation Roskomswoboda warnte, die Aussagen über die Sicherheit des Systems seien ziemlich zweifelhaft. Daten könnten zudem in die Hände der Sicherheitsdienste gelangen.


Gesichtserkennung auch in Supermärkten und im Lockdown

Technologien zur Gesichtserkennung haben sich in den vergangenen Jahren in Russland stark ausgebreitet, in Dutzenden Moskauer Supermärkten kann bereits mit dem Gesicht bezahlt werden. Genutzt wurde die Technologie von den Behörden auch zur Durchsetzung von Lockdown-Maßnahmen. Unter anderem wurden damit Corona-Patienten aufgespürt, die sich nicht in Quarantäne zu Hause aufgehalten hatten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Oktober 2021 | 15:15 Uhr

Mehr aus der Welt

Mit Blaulicht heranrasender Rettungswagen 1 min
Mit Blaulicht heranrasender Rettungswagen Bildrechte: Reuters
25.11.2021 | 13:40 Uhr

Bei einer Explosion in einem Kohlebergwerk im Westen Sibiriens sind mindestens elf Arbeiter ums Leben gekommen. Es gibt viele Verletzte. Mehr als 40 Bergleute sind verschüttet. Die Rettungsarbeiten laufen auf Hochtouren.

Do 25.11.2021 12:28Uhr 00:45 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/wirtschaft/video-minenunglueck-tote-sibirien-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video