Katholische Kirche Papst ruft in Weihnachtsbotschaft zum Hinsehen auf

Papst Franzikus hat die Gläubigen in der Welt aufgerufen, bei Konflikten, Kriegen und Gewalt nicht wegzusehen. Zugleich mahnte er in seiner Weihnachtsbotschaft, den Dialog nicht abreißen zu lassen. Anschließend spendete er den traditionellen Segen "Urbi et Orbi".

Papst Franziskus winkt der Menge zu, bevor er vom Hauptbalkon des Petersdoms aus, den Weihnachtssegen «Urbi et Orbi» (der Stadt und dem Erdkreis) erteilt
Papst Franziskus bei seiner Weihnachtsbotschaft vor Gläubigen auf dem Petersplatz. Bildrechte: dpa

Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsbotschaft dazu aufgerufen, bei Konflikten, Krieg und häuslicher Gewalt nicht wegzusehen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche sagte am ersten Weihnachtsfeiertag in Rom, es gebe immer noch zu viele Konflikte, Krisen und Widersprüche auf der ganzen Welt. Sie würden aber kaum noch wahrgenommen. Konkret nannte Franziskus Krisenschauplätze wie in Syrien, Äthiopien, Afghanistan, im Jemen oder der Ukraine. Im Jemen etwa spiele sich seit Jahren in aller Stille eine Tragödie ab, die jeden Tag Menschenleben fordere.

Hören wir den Schrei der Kinder aus dem Jemen, wo sich eine ungeheure, von allen vergessene Tragödie seit Jahren in aller Stille abspielt, die jeden Tag Menschenleben fordert.

Papst Franziskus

Gläubige warten darauf, dass Papst Franziskus den Weihnachtssegen «Urbi et Orbi» (der Stadt und dem Erdkreis) vom Hauptbalkon des Petersdoms aus erteilt.
Trotz Regen und Corona-Beschränkungen kamen Hunderte Gläubige auf den Petersplatz in Rom. Bildrechte: dpa

Franziskus: Dialog ist unerlässlich

Weiter sagte der Papst vor Hunderten Gläubigen, durch die Corona-Krise werde die Fähigkeit der Menschen "zu sozialen Beziehungen auf eine harte Probe gestellt". Es gebe bei vielen Menschen eine "wachsende Tendenz", sich zu verschließen und alles allein machen zu wollen. Auch auf internationaler Ebene fehle zunehmend die Bereitschaft zum Dialog. Dialog sei aber unerlässlich, um Konflikte dauerhaft lösen zu können.

Papst spendet Segen "Urbi et Orbi"

Franziskus betete auch für Frauen, die in der Corona-Pandemie Opfer von Gewalt wurden und für missbrauchte Kinder sowie für die Älteren, die einsam seien. Im Anschluss spendete der Papst den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis). Damit erlässt der Papst den Gläubigen die Strafen für ihre Sünden. Auch in diesem Jahr gab es für die Gläubigen auf dem Platz vor dem Petersdom Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie.

Papst Franziskus spricht den Weihnachtssegen «Urbi et Orbi» (der Stadt und dem Erdkreis) vom Hauptbalkon des Petersdoms aus
Der Papst spendete den traditionellen Segen "Urbi et Orbi". Bildrechte: dpa

dpa, AFP (aju)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Dezember 2021 | 13:00 Uhr

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