Weltall Milliardär Branson ist erster Weltraumtourist

Im Rennen der Milliardäre um den Titel des ersten Weltraumtouristen hat sich Richard Branson durchgesetzt. Der britische Unternehmer flog mit einem Raketenflugzeug seines von ihm gegründeten Unternehmens "Virgin Galactic" in den Weltraum. Nach etwa einer Stunde landete er wieder auf der Erde.

Ein Raketenflugzeug des US-Raumfahrtunternehmens Virgin Galactic mit dem britischen Milliardär Branson und zwei Astronautinnen und drei Astronauten an Bord hebt vom Spaceport America ab.
Das Trägerflugzeug von "Virgin Galactic" brachte das Raumfahrtflugzeug "VSS Unity" ins All. Bildrechte: dpa

Der britische Milliardär Richard Branson hat als erster Tourist einen Flug ins All absolviert. Das teilte das von Branson gegründete Unternehmem "Virgin Galactic" mit. Demnach verließ der 70-Jährige mit einem Trägerflugzeug vom Raumfahrtbahnhof Spaceport im US-Bundesstaat New Mexico den Erdboden – zusammen mit zwei Astronautinnen und drei Astronauten. In einer Höhe von rund 15 Kilometern ließ das Trägerflugzeug dann das Raumfahrtflugzeug "VSS Unity" los. Die wie ein Düsenjet aussehende "VSS Unity" stieg dann in den Weltraum auf.

In rund 80 Kilometern Höhe, an der Grenze zwischen der Erdatmosphäre und dem Weltraum, konnten die Passagiere mehrere Minuten Schwerelosigkeit erleben und die Erdkrümmung sehen, bevor dann der Rückflug zur Erde begann. Rund eine Stunde nach dem Start landete das Raumfahrzeug wieder.

Dem vorausgegangen waren mehrere bemannte und unbemannte Testflüge von Bransons Unternehmen. 2014 kam bei einem Absturz ein Pilot ums Leben. Der Flug am Sonntag war der erste mit der vollen Besatzung von sechs Personen.

Zahlende Touristen in den Weltraum

Ausgewählte Gäste stehen vor einer Leinwand im American Spaceport und unterhalten sich vor dem Start des Raumflugzeugs «VSS Unity» des US-Raumfahrtunternehmens Virgin Galactic ins All
Bei der Abflugzeremonie im US-Bundesstaat New Mexico waren auch Gäste anwesend – unter anderem "SpaceX"-Gründer Elon Musk. Bildrechte: dpa

"Virgin Galactic" will ab kommendem Jahr zahlende Weltraumtouristen ins All bringen. Branchenexperten der Schweizer Großbank UBS rechnen damit, dass sich dafür bis Ende des Jahrzehnts ein Markt von jährlich drei Milliarden Dollar entwickelt. Wohlhabende Menschen aus aller Welt haben sich den Anbietern zufolge bereits auf Wartelisten setzen lassen, um Flugtickets ins All zum Preis von jeweils rund 250.000 Dollar zu ergattern.

Konkurrenz mit Bezos und Musk

Branson steht mit seinem Flug in Konkurrenz zum privaten Raumfahrtunternehmen "Blue Origin" von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Der reichste Mensch der Welt will seinerseits am 20. Juli in den Weltraum fliegen – als Passagier des ersten bemannten Flugs von "Blue Origin". Der Dritte im Milliardärsrennen um den Weltraumtourismus ist der Chef des Elektroautobauers Tesla, Elon Musk mit seinem Unternehmen "SpaceX".

Die Milliardäre dementieren eine persönliche Rivalität. Bezos wünschte Branson vorher "einen erfolgreichen und sicheren Flug". Musk kam am Sonntag sogar als Gast zu der Abflugzeremonie.

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Quelle: AFP, Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Juli 2021 | 17:00 Uhr

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