Trauer Hollywood-Schauspieler Sidney Poitier gestorben

Er war der erste schwarze Schauspieler, der einen Oscar als bester Hauptdarsteller gewann und zum Wegbereiter für viele seiner Kollegen wurde. Jetzt starb Hollywood-Legende Sidney Poitier im Alter von 94 Jahren.

Der Hollywood-Schauspieler Sidney Poitier ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Das teilte der Vize-Regierungschef der Bahamas, Chester Cooper, mit. Er würdigte den Schauspieler als Ikone, Held und Kämpfer. Poitier war der erste schwarze Schauspieler, der einen Oscar als bester Hauptdarsteller gewann.

Zufällig in Maimi geboren

Poitier wurde 1927 früher als erwartet während eines Kurzbesuches seiner Mutter im US-Bundesstaat Florida in Miami geboren. Er wuchs aber in ärmlichen Verhältnissen auf den Bahamas auf. Von dort stammten seine Eltern - arme Tomatenzüchter. Er besaß beide Staatsbürgerschaften.

Erste Erfolge am Broadway gefeiert

Mit 15 Jahre zog Poitier zu seinem älteren Bruder nach Florida. Später ging er nach New York, wo er sich zunächst mit kleinen Jobs durchschlug. Nach Erfolgen am Broadway zog er nach Hollywood. Dort hatte er bald großen Erfolg und wurde zum ersten schwarzen Superstar in Hollywood - und damit zum Wegbereiter für viele andere schwarze Schauspieler.

Oscar als bester Schauspieler für "Lilien auf dem Felde"

Für "Flucht in Ketten" erhielt er seine erste Oscar-Nominierung. 1964 gewann er dann die begehrte Goldstatue als bester Schauspieler für seine Rolle in dem Film "Lilien auf dem Felde". Er bekam den Oscar in einer Zeit, als Schwarzen in den USA noch viele elementare Rechte verwehrt wurden und vielerorts ein erdrückender Rassismus herrschte.

US-Schauspieler Sidney Poitier posiert mit seiner Oscar-Trophäe als Bester Hauptdarsteller für «Lilien auf dem Felde» neben US-Schauspielerin Anne Bancroft
Poitier posiert mit seiner Oscar-Trophäe als Bester Hauptdarsteller für "Lilien auf dem Felde" neben US-Schauspielerin Anne Bancroft. Bildrechte: dpa

Von Beginn an Hauptrollen in Hollywood ergattert

In einer Zeit, in der Schwarze noch auf kleine Nebenrollen voller Klischees beschränkt waren, ergatterte der charismatische und gut aussehende Poitier von Anfang an Hauptrollen. Häufig ging es in den Filmen um Stereotype über Afroamerikaner und Rassenspannungen.

In seinem ersten Film "Der Hass ist blind“ verkörperte Poitier einen Arzt, der einen aggressiven weißen Rassisten behandelt. In Teilen der USA war der Film verboten. Im Klassiker "Flucht in Ketten" spielte Poitier einen Häftling, der zusammen mit einem Weißen flüchtet.

Weitere Erfolge wurden der Krimi "In der Hitze der Nacht" und die Komödie "Rat mal, wer zum Essen kommt". Später führte Poitier auch selbst Regie und spielte in Fernsehproduktionen mit. 2002 wurde er mit einem Ehren-Oscar ausgezeichnet.

FBI Agent Carter Preston (Sidney Poitier, re.) bittet den IRA-Terroristen Declan Mulqueen (Richard Gere) um Mithilfe.
Sidney Poitier (re.) zusammen mit Richard Gere in "Der Schakal". Bildrechte: MDR/Degeto

Obama verleiht höchste zivile Auszeichnung

2009 verlieh ihm der damalige US-Präsident Barack Obama die Freiheitsmedaille des Präsidenten, die höchste zivile Auszeichnung für US-Bürger. Der sechsfache Vater war seit 1976 mit seiner zweiten Ehefrau Joanna verheiratet.

Quelle: AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Januar 2022 | 17:00 Uhr

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