Norwegen Tote bei Schüssen in Oslo – Polizei geht von Terrorakt aus

In der norwegischen Hauptstadt Oslo hat ein Mann um sich geschossen. Zwei Menschen starben, mehrere wurden verletzt. Der Verdächtige wurde festgenommen. Die Polizei ermittelt wegen eines Terrorakts. Eine für heute geplante Pride-Parade wurde abgesagt.

Rettungskräfte, Polizei und Einsatzfahrzeuge
Polizei und Rettungskräfte am Ort der Schüsse in der Innenstadt von Oslo. Bildrechte: IMAGO/NTB

Im Zentrum von Oslo sind in der Nacht zum Samstag zwei Menschen durch Schüsse getötet worden. Mindestens 21 Menschen wurden nach neuesten Angaben der norwegischen Polizei verletzt, zwei von ihnen schwer. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden. Man gehe von einem terroristischen Angriff aus.

Verdächtiger mit "langer Geschichte von Gewalt und Drohungen"

Der Chef des norwegischen Inlandsgeheimdienstes, Roger Berg, sagte, der festgenommene Verdächtige habe eine "lange Geschichte von Gewalt und Drohungen" aufzuweisen. Der 42-Jährige sei auch dem für Terrorabwehr zuständigen Inlandsgeheimdienst bekannt. Im vergangenen Monat sei er vernommen worden, doch seien die Ermittler dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass er keine "gewaltsamen Absichten" hege.

Polizeichef Christian Hatlo informierte darüber, dass am Tatort eine automatische Waffe sowie eine Handfeuerwaffe beschlagnahmt wurden. Nach Angaben der Polizei von Oslo handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen Norweger mit iranischen Wurzeln.

Pride-Parade abgesagt

Nach neuesten Erkenntnissen waren die Schüsse an drei verschiedenen Orten in Oslo gefallen, darunter vor einem Nachtklub, der bei Homosexuellen beliebt ist. Ob die Tat mit einer für heute geplanten Pride-Parade für die Rechte unter anderem von Schwulen, Lesben und Transgendern zusammenhängt, ist noch unklar. Die Veranstalter sagten die Parade am Samstagmorgen kurzfristig ab.

Ministerpräsident nennt Schüsse schockierend

Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Störe sprach von einem "schrecklichen und zutiefst schockierenden Angriff auf unschuldige Menschen". Er sagte, man wisse noch nicht, "was hinter dieser schrecklichen Tat steckt". Er wolle den queeren Menschen aber sagen, "dass wir mit euch zusammenstehen".

Auch König Harald V. zeigte sich "entsetzt". Er erklärte, alle müssten sich nun zusammentun, um Freiheit, Vielfalt und gegenseitigen Respekt zu verteidigen.

AFP, dpa, Reuters (aju)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Juni 2022 | 09:00 Uhr

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