Zehntausende verlassen Häuser Mindestens 190 Tote nach Erdrutschen und Überschwemmungen in Indien

In Indien ist aktuell Regenzeit. Immer wieder werden einzelne Bundesstaaten deshalb überschwemmt. Nach Monsun-Regenfällen und mehreren Erdrutschen in den vergangenen Tagen steigt nun die Zahl der Todesopfer. Zehntausende Menschen mussten zudem vorsorglich ihre Häuser verlassen.

Rettungskräfte des Katastrophenschutzes retten Bewohner der Gegend um Chiplun in Indien
Mit Booten retteten Einsatzkräfte am Sonnabend in Not geratene Inder, hier rund um die Stadt Chiplun. Bildrechte: dpa

In Indien ist die Zahl der Todesopfer nach Erdrutschen und Überschwemmungen auf mindestens 192 gestiegen. Das teilten die Behörden in den Bundesstaaten Maharashtra und Karnataka im Südwesten des Landes mit. Wie die Provinzregierung von Maharashtra erklärte, wurden allein dort 112 Tote geborgen – die meisten rund 130 Kilometer südlich von Mumbai.

Fast 150.000 Menschen haben ihre Häuser verlassen

Häuser im westindischen Bundesstaat Maharashtra sind teilweise komplett vom Hochwasser umgeben
Im indischen Bundesstaat Maharashtra waren mehrere Häuser komplett von Wasser umgeben. Bildrechte: dpa

Zuvor hatte anhaltender Starkregen den Fluss Savitri über die Ufer treten lassen. Die Stadt Mahad war größtenteils überschwemmt worden, sämtliche Zufahrtsstraßen blockiert. Bewohner hatten sich in höhere Stockwerke und auf Häuserdächer gerettet. Inzwischen ist nach Angaben der indischen Behörden klar, dass fast 150.000 Menschen vorsorglich ihre Häuser verlassen haben.

Noch am Freitag hatten Rettungskräfte vergeblich versucht, mit Hubschraubern in der betroffenen Region zu landen. Zahlreiche Bewohner hatten deshalb erst am Sonnabend gerettet werden können, nachdem die Wasserstände gesunken waren.

Wasserstände von bis zu sechs Metern

Probleme wurden auch aus der Gegend um die Stadt Chiplun gemeldet. Dort registrierten die Behörden Wasserstände von bis zu sechs Metern. In Mumbai stürzten Gebäude ein. In der Finanzmetropole waren erst voriges Wochenende mindestens 34 Menschen durch regenbedingte Erdrutsche ums Leben gekommen.

Während der Monsun-Saison von Juni bis September stürzen in Indien immer wieder Gebäude ein – oftmals sind sie alt und baufällig. Die Schäden sind in vielen Fällen groß, es gibt immer wieder Todesopfer. Allerdings hat der Regen für die Landwirtschaft, von der ein Großteil der indischen Bevölkerung lebt, auch eine besondere Bedeutung.

Quelle: MDR, AFP, dpa

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