Jahrestagung der Waffenlobby NRA Nach Massaker in Texas: Trump will mehr Waffen an Schulen

Kurz nach dem Schulmassaker mit 21 Toten im texanischen Uvalde hält der mächtige US-Waffenlobbyisten-Verband NRA seine Jahrestagung ab. Dort fordert der ehemalige US-Präsident Donald Trump mehr Waffen an Schulen, damit solche Taten verhindert werden können. Die NRA selbst spricht von einem "Menschenrecht auf Selbstverteidigung".

Donald Trump
Der frühere US-Präsdent Donald Trump fordert Waffen für Lehrer in den USA. Bildrechte: dpa

Nach dem Schulmassaker in Texas hat sich der ehemalige US-Präsident Donald Trump für mehr Waffen an Schulen ausgesprochen. Bei der Jahrestagung der Waffenlobby NRA (National Rifle Association) in Houston sagte Trump: "Die Existenz des Bösen ist einer der allerbesten Gründe, gesetzestreue Bürger zu bewaffnen". Sicherheitskräfte und Lehrer mit Waffen könnten schreckliche Taten wie zuletzt in der texanischen Kleinstadt Uvalde verhindern.

Trump schlug außerdem vor, jede Schule mit starken Zäunen und Metall-Detektoren zu schützen. "Es gibt kein einladenderes Zeichen für einen Massenmörder als ein Schild, das eine waffenfreie Zone deklariert." Dies seien die "gefährlichsten Orte".

Waffenlobby spricht von "Menschenrecht auf Selbstverteidigung"

Zugleich sprachen sich Tausende NRA-Mitglieder bei ihrem Treffen vehement gegen Schusswaffenkontrolle aus. NRA-Chef Wayne La Pierre erklärte, der Verband stehe für "das grundlegende Menschenrecht auf Selbstverteidigung". Jedes Jahr nutzten mehr als eine Million Amerikaner ihre Waffen zu ihrem Schutz.

Vor dem Tagungsgebäude in Houston protestierten Medienberichten zufolge Hunderte Menschen gegen Waffengewalt und die NRA.

Erneute Rechtsdebatte nach Schulmassaker

Die Debatte um eine Reform des Waffenrechts war nach einem Amoklauf an einer Grundschule in der Kleinstadt Uvalde im US-Bundesstaat Texas am Dienstag neu entbrannt. Der 18-jährige Täter hatte 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschossen.

Der Bürgermeister von Houston, Sylvester Turner, hatte die NRA gebeten, die Versammlung aufzuschieben, um "Familien Zeit zu geben, ihre Kinder zu beerdigen". Die NRA betonte in einer Erklärung, der Mörder sei ein "geistesgestörter Einzeltäter". Man habe tiefes Mitgefühl mit den Opfern.

dpa/epd (kkö)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Mai 2022 | 06:30 Uhr

Mehr aus der Welt

Überschwemmungen in der österreichischen Gemeinde Treffen 1 min
Bildrechte: Eurovision
1 min 29.06.2022 | 17:07 Uhr

Im österreichischen Kärnten hat es schwere Überschwemmungen und Erdrutsche gegeben. Einige Gemeinden sind von der Außenwelt abgeschnitten. Mehrere Menschen werden verletzt.

Mi 29.06.2022 16:27Uhr 00:42 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/panorama/video-634660.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Nachrichten

Nato-Gipfel in Madrid – Viele Personen beim Gruppenfoto 4 min
Bildrechte: picture alliance/dpa/EUROPA PRESS | Europa Press/A.Ortega.Pool