Nach Vulkanausbruch Giftige Gase: Ausgangssperre auf La Palma

Nach dem Vulkanausbruch auf La Palma ist für mehrere Ortschaften eine Ausgangssperre verhängt worden. Die Lava droht in den nächsten Stunden ins Meer zu fließen. Dabei könnten sich giftige Gase bilden.

Ein Polizeibeamter weist Journalisten an, das Gebiet während einer Medienführung in der Nähe des Vulkans zu verlassen.
Polizisten auf der Kanareninsel La Palma sperren eine Straße. Bildrechte: dpa

Aus Angst vor giftigen Gasen nach dem Vulkanausbruch auf La Palma gilt für Bewohner mehrerer Stadtteile eine Ausgangssperre. Die Katastrophenschutzbehörde der Kanareninsel wies die Bewohner von vier Stadtvierteln in Tazacorte an, zuhause zu bleiben und Türen und Fenster geschlossen zu halten. Grund sei, dass der Lavastrom des Vulkans Cumbre Vieja voraussichtlich "in den kommenden Stunden" das Meer erreichen werde und dabei gesundheitsschädliche Gase freigesetzt werden könnten.

Lava nähert sich der Küste

Am Sonntagabend war die Spitze des Lavastroms noch rund 1,6 Kilometer von der Küste entfernt und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von rund 100 Metern pro Stunde vorwärts. Geologen warnen vor dem Entstehen giftiger Gase, wenn die Lava ins Wasser fließt. Auch Explosionen glühender Lavabrocken und kochend heiße Flutwellen sind demnach möglich.

Anwohner säubern die Straße in Santa Cruz de la Palma auf der Kanareninsel La Palma von Asche.
Anwohner säubern die Straße in Santa Cruz von Vulkanasche. Bildrechte: dpa

Kirche eingestürzt

In der Stadt Todoque wurde eine Kirche von den Lavamassen zerstört. TV-Bilder vom Wochenende zeigten den Einsturz des Turms. Mit Gräben hatten Feuerwehrleute vergeblich versucht, das Gotteshaus zu retten.

Der 1.950 Meter hohe Cumbre Vieja war vor einer Woche zum ersten Mal seit 50 Jahren ausgebrochen. Fast 500 Häuser wurden seither zerstört, die Lava bedeckt inzwischen mehr als 210 Hektar. Mehr als 6.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Der Flugverkehr von und nach La Palma wurde aus Sicherheitsgründen vorerst eingestellt.

Quellen: AFP, KNA, (ans)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. September 2021 | 13:00 Uhr

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