La Palma 5.500 Menschen nach Vulkanausbruch in Sicherheit gebracht

Auf der spanischen Kanareninsel La Palma sind nach dem ersten Vulkanausbruch seit 50 Jahren gut 5.500 Menschen in Sicherheit gebracht worden, darunter 500 Touristen. Etwa hundert Häuser wurden nach Angaben der Regionalregierung zerstört. Der Ausbruch des Cumbre Vieja hatte sich mit zahlreichen kleineren Erdbeben angekündigt.

Lava tritt aus dem Vulkan in der Gegend von El Paso auf der kanarischen Insel La Palma aus.
Der Cumbre Vieja spuckt glühende Lava in den Nachthimmel Bildrechte: dpa

Auf der spanischen Urlaubsinsel La Palma sind etwa 5.500 Menschen nach dem Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja im Süden der Insel in Sicherheit gebracht worden. Die Behörden teilten mit, auch etwa 500 Touristen seien von den Evakuierungen betroffen. Viele Häuser seien zerstört worden.

Lava läuft aus dem Vulkan Cumbre Vieja auf der kanarischen Insel La Palma.
Lavaströme wälzen sich in tiefere Gegenden Bildrechte: dpa

Der Vulkan hatte am Sonntag glühende Lava hunderte Meter hoch in den Himmel gespuckt und Häuser sowie Wälder getroffen. Qualmende Felsbrocken wurden in den Atlantik geschleudert. Betroffen war vor allem eine dünn besiedelte Region der Insel.

Der Präsident des Inselrates, Mariano Hernandez, sagte, die Lava bewege sich auf die Küste zu. Die fast 1.000 Grad heißen Lavaströme bewegten sich laut dem Vulkanologischen Institut der Kanaren mit einer Geschwindigkeit von etwa 700 Metern pro Stunde.

Der Regionalregierungschef der Kanaren, Ángel Víctor Torres, betonte, die "beste Nachricht" sei bislang, dass es keine Todesopfer gegeben habe. Es sei ein "Glück", dass sich der Ausbruch des Vulkans in einem dünn besiedelten Gebiet ereignet habe. Auf ganz La Palma leben knapp 85.000 Menschen.

"Ein schaurig-schönes Naturschauspiel"

Die deutsche Wissenschaftlerin Josefine Arndt, die derzeit auf La Palma Urlaub macht und sich auch mit Vulkanologie und geotechnischer Modellierung beschäftigt hat, erzählt im Gespräch mit MDR AKTUELL über ihre Erfahrungen und Eindrücke auf der Insel. So berichtet Arndt, es rieche, als hätte jemand einen großen Ofen angemacht. Auf dem Frühstückstisch habe Asche gelegen. Die ganze Zeit über sei das Rumpeln des Vulkans zu hören. Es klinge wie ein stark dröhnender Wasserfall. Es sei ein "schaurig-schönes Naturschauspiel".

Rote Lava schießt aus einem Vulkanschlot in den schwarzen Nachthimmel. 4 min
5.000 Menschen nach Vulkanausbruch auf der Kanareninsel La Palma in Sicherheit gebracht Bildrechte: Reuters

Arndt berichtet, besonders beeindruckt habe sie die Lavafontäne, die mit großem Lärm aus der Erde herausgeschleudert worden sei. Man habe das Gefühl gehabt, die Erde vibriere.

Schwarmbeben als Vorboten des Ausbruchs

Lavaströme bei einem Vulkanausbruch auf der Insel La Palma auf den Kanaren, Spanien.
Die Fontänen aus Lava und Gestein schießen hunderte Meter in die Höhe Bildrechte: dpa

Der Ausbruch hatte sich durch zahlreiche kleinere Erdbeben angekündigt. Behörden hatten daraufhin die Bevölkerung aufgerufen, sich auf eine rasche Evakuierung einzustellen.

Seit gut einer Woche waren tausende Erschütterungen von einer Stärke von bis zu 4,0 registriert worden. Der Boden in der Umgebung des Vulkans hatte sich um rund zehn Zentimeter angehoben. Für den Vulkan war deshalb die höchste Alarmstufe ausgerufen worden.

Der letzte Ausbruch des Cumbre Vieja hatte sich 1971 ereignet. Im 20. Jahrhundert war er bislang nur zwei Mal ausgebrochen: 1971 und zuvor 1949.

Quellen: Reuers, AFP (isc)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. September 2021 | 16:25 Uhr

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