Hitzewellen und Brände Weltweit wüten Waldbrände

In zahlreichen Regionen der Welt gibt es derzeit Hitzewellen und gewaltige Waldbrände. In Kalifornien ist schon die dreifache Fläche des Gesamtjahres 2020 abgebrannt. Feuer wüten auch in Italien, Griechenland, an der türkischen Mittelmeeküste, in Sibirien und in Finnland.

Dunkler Rauch über einem Strand
Brände bedrohen auch Touristen-Regionen an der türkischen Mittelmeerküste. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

USA: Gouverneure bitte Washington um Hilfe

Ein Feuerwehrmann geht an einem brennenden Haus vorbei
Der Kampf gegen Waldbrände an der US-Westküste wird jedes Jahr schwieriger. Bildrechte: dpa

Angesichts verheerender Waldbrände im Nordwesten der USA haben Gouverneure der betroffenen Staaten mehr Hilfe der Bundesregierung gefordert. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom sagte in einer Videokonferenz mit US-Präsident Joe Biden, es seien mehr Einsatzkräfte und Löschflugzeuge nötig.

In Kalifornien gibt es Newsom zufolge derzeit insgesamt mehr als 5.700 Brände. In diesem Jahr seien schon mehr als 2.000 Quadratkilometer Wald abgebrannt, mehr als drei Mal soviel wie im gesamten Vorjahr. Dabei habe die eigentliche Waldbrandsaison noch nicht mal begonnen. 2020 zogen die Rauchwolken von der US-Westküste bis nach Europa.

Ein Feuerwehrmann versucht einen Waldbrand zu löschen. 2 min
Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Der Gouverneur des Bundesstaats Washington, Jay Inslee, warnte, die Lage sei deutlich schlimmer als in den vergangenen Jahren. Man brauche unter anderem mehr Ressourcen für die Feuerbekämpfung aus der Luft und auch Spritvorräte für Löschflugzeuge. Langfristig helfe aber nur der verstärkte Kampf gegen die Klimakrise.

Italien: Feuer vor Großstadt Catania

Die italienische Feuerwehr kämpft auf Sizilien gegen zahlreiche Waldbrände. Am Freitag rückten die Einsatzkräfte mehr als 140 Mal wegen der Flammen aus, wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte. Luftaufnahmen zeigen, dass Feuer bis vor die Großstadt Catania im Osten Siziliens vorgedrungen sind.

Auch der Westen Sardiniens ist betroffen. Dort brannten Wälder und Häuser ab. Trockenheit, Hitze und starke Winde sorgen immer wieder dafür, dass sich die Brände ausbreiten. Landesweit sprach die Feuerwehr von rund 370 Waldbrandeinsätzen. Kritisch sei die Lage auch im Latium mit der Hauptstadt Rom, sowie in den Regionen Apulien und Kampanien.

Türkei: Touristen-Regionen bedroht

Die verheerenden Waldbrände auf einer Länge von 300 Kilometern an der türkischen Mittelmeerküste sind nach offiziellen Angaben nach drei Tagen weitgehend unter Kontrolle. 57 der 71 Feuer seien eingedämmt oder gelöscht, teilte das Agrarministerium mit. Viele der Brände waren am Mittwoch fast zeitgleich in der Nähe von beliebten Touristenorten ausgebrochen und hatten sich rasch ausgebreitet. Vier Menschen kamen ums Leben, knapp 200 weitere wurden verletzt. Dutzende Häuser wurden zerstört, mehrere Dörfer mussten evakuiert werden. Auch ein Hotel im Touristenort Bodrum wurde geräumt.

Finnland: Größter Brand seit Jahrzehnten

Im Nordwesten Finnlands hat ein Feuer mehr als 300 Hektar Wald zerstört. Der am Montag etwa 25 Kilometer südlich des Hafens von Kalajoki ausgebrochene Brand konnte bis Freitag nicht vollständig unter Kontrolle gebracht werden, wie die Behörden mitteilten. Aufgrund von Regenfällen in der Region wurde das Feuer jedoch eingedämmt. Die Brandursache blieb zunächst unklar. Doch nach einem ungewöhnlich heißen Juni und Juli mit Temperaturen von mehr als 30 Grad sind die Wälder extrem trocken. Laut Experten ist es der größte Waldbrand seit 1971.

Russland: Die Taiga brennt

Auch in Sibirien ist es aktuell anhaltend heiß, und massive Waldbrände sorgen auf riesigen Flächen seit Wochen für eine Ausnahmesituation. Es brennt eine Fläche, die fast so groß ist wie Schleswig-Holstein.

Griechenland: Lage bei Athen unter Kontrolle

Die griechische Feuerwehr brachte einen Großbrand nahe Athen unter Kontrolle, der Vororte der Hauptstadt bedroht hatte. Mehrere Häuser seien beschädigt und Fahrzeuge verbrannt, Menschen seien aber nicht zu Schaden gekommen, teilte der griechische Zivilschutz mit. Verantwortlich für den Brand war möglicherweise ein Imker, der Mann wurde inhaftiert.

Quellen: dpa, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Juli 2021 | 20:30 Uhr

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