Extreme Hitze Waldbrand im Norden Athens – Gefahr noch nicht vorüber

Ein außer Kontrolle geratener Waldbrand im Norden der griechischen Hauptstadt Athen hat Tausende Menschen in die Flucht getrieben. Inzwischen ist das Feuer eingedämmt. Doch die Gefahr ist noch nicht vorüber. Vielerorts schwelen Glutherde, die leicht wieder entflammen können. Der griechische Premier spricht von einem "Alptraumbrand".

Brand in Ano Varibobi der Gemeinde Acharnes, einem nördlichen Vorort von Athen, am Dienstag, 3. August 2021. Das Feuer brach östlich der königlichen Anwesen Tatoi in Varibobi aus.
Die Flammen lodern in der Gemeinde Acharnes, einem nördlichen Vorort von Athen. Bildrechte: imago images/ANE Edition

Die Feuerwehr in Griechenland hat einen zwischenzeitlich außer Kontrolle geratenen Waldbrand im Norden Athens eindämmen können. Geholfen hat den Rettungskräften, dass der Wind am Mittwoch nachgelassen hat.

Feuerwehr spricht von Teufelskreis

Eine Frau schüttet Wasser aus einem Eimer auf ein noch qualmendes Holzstück bei einem Waldbrand im Norden Athens.
Vielerorts gibt es noch Glutnester, die bei Wind wieder auflodern können. Bildrechte: dpa

Die Feuerwehr spricht aber von einem Teufelskreis: Nun stecke die ganze Stadt unter einer gewaltigen Rauchglocke, die sich mangels Wind auch nicht verflüchtige. Die Feinstaubbelastung liegt nach Angaben griechischer Behörden fast zehn Mal so hoch wie der europäische Grenzwert. Helfen würden frische Windböen, die jedoch das Feuer wieder neu entflammen könnten.

Brände bis in die Vorstädte hinein

Der Brand war am Dienstag außer Kontrolle geraten. Die Flammen tobten am Abend zwischen den Häusern der Athener Vorstädte Varybobi und Acharnes. Mehr als 80 Gebäude sind den Flammen bisher zum Opfer gefallen, Tausende Menschen suchten Zuflucht in anderen Teilen der Hauptstadt.

Brand in Ano Varibobi der Gemeinde Acharnes, einem nördlichen Vorort von Athen, am Dienstag, 3. August 2021.
Mehrere Häuser standen in Acharnes lichterloh in Flammen. Bildrechte: imago images/ANE Edition

Premier Mitsotakis: Das ist ein Alptraumbrand

Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis sprach bei einem Besuch in der Region am Mittwochmorgen von einem "Alptraumbrand". Gleichzeitig herrscht große Erleichterung, weil nach jetzigem Stand kein Mensch ums Leben gekommen ist. Die Bewohner der evakuierten Orte wurden vorerst auf Staatskosten in Hotels untergebracht. Mitsotakis versprach den Wiederaufbau zerstörter Häuser.

Neuer Waldbrand bedroht Olympia

Neue Waldbrände werden aus anderen griechischen Landesteilen gemeldet. Ein davon gefährdet das Dorf Olympia auf der Halbinsel Peloponnes. Der griechische Zivilschutz forderte per SMS die Einwohner auf, den Ort zu verlassen. In unmittelbarer Nähe befindet sich die berühmte antike Stätte Olympia, bei der vor Olympischen Spielen stets das Olympische Feuer entzündet wird. "Wir haben eine Verteidigungslinie rund um die antike Stätte und das Dorf gebildet", sagte der Gouverneur der Region Nektarios Farmakis im Staatsfernsehen. Feuer brachen auch auf der Insel Euböa und Kos bzw. Rhodos aus.

Rauch eines Waldbrandes steigt hinter einem Berghang in dem Ort Limni auf.
Der Rauch von einem Waldbrand steigt hinter einem Berghang im Ort Limni auf der Halbinsel Euböa auf, etwa 160 Kilometer nördlich von Athen. Bildrechte: dpa

Ganz Griechenland wird seit mehr als einer Woche von einer historischen Hitzewelle heimgesucht. In Athen zeigten die Thermometer am Dienstag 44 Grad. Bei Langadas nahe Thessaloniki wurden sogar 47 Grad gemessen.

Quelle: MDR/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL - Das Nachrichtenradio | 03. August 2021 | 17:30 Uhr

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